Nothing Headphone (a) im Test: Stylisch, günstig – und richtig gut?
- Preis
- 159 Euro
- Kopfhörertyp
- Ohrumschließend
- Akku-Laufzeit
- bis zu 75 Std. (mit ANC) / bis zu 130 Std. (ohne ANC)
- Akku-Ladezeit
- k.A.
- Schnellladefunktion
- Ja (10 Min. Ladezeit für 10 Std. Spielzeit)
- Bluetooth-Version
- Bluetooth 5.4
- Audio-Codecs
- SBC, AAC, LDAC
- Gewicht
- 310 Gramm
Suchst du einen Over-Ear-Kopfhörer mit ANC und möchtest unter 200 Euro ausgeben? Dann ist der Nothing Headphone (a) eine echte Empfehlung. Er wartet mit alltagstauglichem Klang und ANC auf und sieht dazu noch einzigartig aus.
- Nicht allzu feiner, aber spaßiger Sound
- Alltagstaugliches Noise-Cancelling
- Lange Akkulaufzeit
- Clevere Bedienelemente
- Einzigartiges Design
- ANC-Modus beeinflusst Klang stark
- Hoher Anpressdruck
Das sehen wir gerne: Nothing stellt einen neuen Over-Ear-Kopfhörer mit Noise-Cancelling vor, dessen Preis nicht jenseits der 300-Euro-Marke liegt. Stattdessen kommt der Headphone (a) für versöhnliche 159 Euro auf den Markt. Im In-Ear-Bereich konnte Nothing uns bereits davon überzeugen, dass die Marke sich aufs Preis-Leistungs-Verhältnis versteht. Wir wollten im Test herausfinden, ob der neue Over-Ear die Tradition fortsetzt.
Hier kannst du den Nothin Headphone (a) in vier Farben kaufen:
Nothing Headphone (a) im Klang-Check
Der Nothing Headphone (a) setzt dynamische Treiber mit 40 Millimetern Durchmesser ein, diesmal mit Titan statt Nickel beschichtet. Bei seinem zweiten Kopfhörer scheint Nothing die Abstimmung selbst in die Hand genommen zu haben – die Beschriftung „Sound by KEF“, die den Headphone (1) zierte, fehlt.
Wir testen den Klang von ANC-Kopfhörern in der Regel bei deaktiviertem Noise-Cancelling. Denn idealerweise sollte die aktive Geräuschunterdrückung den Klang zwar nicht beeinträchtigen, in der Praxis tut sie es aber dennoch oft. So auch beim Nothing Headphone (a), der ohne ANC ordentlich Bass einbüßt. Da der Kopfhörer zwei sehr ausführliche Equalizer mitbringt, lässt sich das zwar leicht beheben. In dem Fall musst du aber mit dem ANC-Modus auch immer die Equalizer-Einstellungen wechseln – lästig.

Jetzt aber zum Klangtest (wie gewohnt ohne Noise-Cancelling). Wir starten mit Janelle Monáes I Like That. Der Song ist einer unserer Testfavoriten, da er Kopfhörern mit seinem tief liegenden Beat, weichen Vocals und hellen, klaren Percussions viel abverlangt. Der Nothing-Kopfhörer beweist hier einen vergleichsweise ausgeglichenen Sound. Sein Bass könnte zwar etwas präsenter sein. Allerdings klingt der Headphone (a) so auch nicht, wie z. B. der Sony WH-CH720N, unschön dumpf. Das höhere Maß an Klarheit bezahlst du beim Headphone (a) hingegen mit einer unangenehmen Schärfe. Gerade in den Höhen fehlt es ihm an Feingefühl, wodurch insbesondere die Hi-Hats unangenehm zischen. Monáes Stimme kommt indes etwas schwächer als sonst durch den Mix, klingt außerdem kälter als gewohnt.
Kein besonders präziser Sound also, aber: Spaß haben wir trotzdem. Auch mit anderen Genres. Unser aktueller Pop-Favorit, Olivia Rodrigos all-american bitch, reißt uns z. B. problemlos in seinen Sog. Der Headphone (a) spielt so enthusiastisch, dass wir ihm die Details, die er schluckt, gerne verzeihen. Gerade in lauten Umgebungen kann er sich klanglich gut durchsetzen und er büßt auch auf niedrigeren Lautstärkestufen nur wenig seines Antriebs ein.

Am Ende hat der Headphone (a) einen gefälligen, wenn auch nicht sonderlich feinen Klang. Auf der morgendlichen Bahnfahrt oder als musikalische Begleitung im Büro macht sein Sound definitiv Spaß, nur allzu genaues Hinhören erlaubt er nicht. Damit liegt er auf einer Linie mit den meisten Over-Ear-Kopfhörern seiner Preisklasse. Tatsächlich gefällt uns sein Sound auch etwas besser als der des teureren Nothing (1). Der große Bruder gibt vor allem Stimmen künstlicher wieder und klingt teils gedeckt. Der Headphone (a) hält in den meisten Fällen die bessere Balance und klingt einfach runder.
Spatial Audio: Wie im Konzertsaal?
Um den Sound etwas aus dem Kopf zu holen, kannst du über Nothings Steuerungs-App zwei verschiedene Spatial-Audio-Modi verwenden: einen „Konzertmodus“ und einen „Theatermodus“.
Beide rücken insbesondere Vocals etwas weiter in den Raum, sodass sie nicht zwischen deinen Augenbrauen zu hängen scheinen. Für uns klingt die Musik dadurch nicht unbedingt weiter, sondern in erster Linie unpersönlicher. Das ist ein Effekt, den wir bei vielen Kopfhörern mit Spatial-Audio-Funktion beobachten, und er ist abhängig vom Lied stärker oder schwächer ausgeprägt.
Dich interessiert, wie andere Over-Ear-Kopfhörer in unseren Tests abgeschnitten haben? Dann wirf einen Blick auf unsere Bestenliste:
Noise Cancelling – nicht überragend, aber alltagstauglich
Hast du gerne deine Ruhe? Dann kannst du den ANC-Modus des Nothing Headphone (a) bemühen. Die aktive Geräuschunterdrückung des ANC-Kopfhörers kann dich zwar keinesfalls vollständig von deiner Umwelt abschirmen, leistet aber trotzdem einigermaßen gute Arbeit. Lautes Rauschen, etwa am Straßenrand, wird leiser, ebenso wie das Klappern der Tastaturen im Büro. An die Stille eines Sony WH-1000XM6 erinnert das zwar nicht, muss es in dieser Preisklasse aber auch nicht unbedingt.
Das Noise Cancelling kannst du in mehreren Stufen verwenden: Niedrig, Mittel oder Hoch, wobei die höchste Stufe leider ein leises Rauschen erzeugt. Alternativ kannst du auch die Stufe „Adaptiv“ wählen. Dann passt der Kopfhörer die Intensität des Noise-Cancellings an die Lautstärke deiner Umgebung an.

Neben dem ANC‑Modus verfügt der Nothing Headphone (a) auch über einen Transparenzmodus. Dabei werden Umgebungsgeräusche nicht gedämpft, sondern verstärkt. So kannst du dich z. B. an der Supermarktkasse unterhalten, ohne den Kopfhörer abzunehmen. Die verstärkten Geräusche hören sich angenehm natürlich an, allerdings weist auch dieser Modus ein leises Nebengeräusch auf. Uns hat das im Test nicht weiter gestört, aber eventuell reagierst du darauf empfindlicher.
Nothing Headphone (a) in der Praxis: Akku und Bluetooth
Unterwegs kannst du dich beim Nothing Headphone (a) über eine lange Akkulaufzeit freuen: Er hält bei eingeschaltetem ANC bis zu 75 Stunden durch, bevor er wieder ans Stromnetz muss. Hörst du ohne ANC, liegt seine Akkulaufzeit sogar bei rekordverdächtigen 135 Stunden. Das sind sogar mehr als die 100 Stunden Laufzeit unseres bisherigen Akku-Testsiegers, dem Marshall Monitor III A.N.C.

Bluetooth liegt in der Version 5.4 vor, die Vorteile von LE Audio nutzt der Headphone (a) allerdings anscheinend nicht: Wir finden weder den neuen, effizienteren Codec LC3 noch die Broadcast-Technologie Auracast im Datenblatt. Dafür bringt der Headphone (a) Sonys hochauflösenden Bluetooth-Codec LDAC mit.
Möchtest du per Kabel Musik hören, hast du zwei Möglichkeiten: einen Klinken- und einen USB-C-Anschluss. Ist der Kopfhörer ausgeschaltet, bleibt er allerdings auch auf diesem Wege stumm. Aufs Kabel umsteigen, wenn der Akku leer ist, funktioniert also nicht.
Die Bedienung des Nothing Headphone (a): Für Spielkinder
Mit Blick auf die Bedienung teilen sich Over-Ear-Kopfhörer in zwei Lager auf: mit oder ohne Touchfelder? Der Nothing Headphone (a) verfolgt den klassischen Ansatz und setzt ausschließlich auf haptische Bedienelemente. Erfreulicherweise beschränkt sich Nothing dabei nicht wie viele andere Modelle (etwa auch unser Testsieger, der B&W Px8 S2) auf eine Reihe fast identischer, schwer ertastbarer Knöpfe. Stattdessen kommen fünf gänzlich verschiedene Elemente zum Einsatz.

Da wäre zunächst der Einschalter: ein einfacher Schieberegler. Weiter oben an der Ohrmuschel sitzen ein Wippschalter, der Tracks überspringt oder vorspult, sowie ein Scrollrad, das die Lautstärke steuert und, wenn du darauf drückst, die Musik pausiert oder den ANC-Modus wechselt. Innen an der Ohrmuschel sitzt ein sehr kleiner, leicht zu übersehender Knopf, der den Bluetooth-Kopplungsmodus startet. Zu guter Letzt sitzt außen an der rechten Ohrmuschel ein kleiner Button, über den du z. B. den Sprachassistenten deines Handys aktivieren oder das Equalizer-Preset wechseln kannst.

Im Test ging uns die Bedienung sehr leicht von der Hand. Da die Elemente so unterschiedlich sind, konnten wir uns schnell merken, wo sie sitzen und welche Funktion sie innehaben. Wir sind außerdem immer froh, wenn ein Kopfhörer uns nicht zwingt, einen einzelnen Knopf einmal, zweimal oder dreimal zu klicken, um unterschiedliche Befehle zu erteilen.
Für weitere Funktionen – die Nothing-App
Mehr Funktionen findest du in der „Nothing X“-App, verfügbar für iOS und Android. Hier kannst du unter anderem zwei Equalizer bedienen. Falls du nicht allzu tief einsteigen möchtest, steht ein einfacher grafischer Equalizer mit drei Bändern zur Stelle. Wer im Detail Hand anlegen möchte, freut sich über einen parametrischen EQ mit acht Bändern.
Über die App kannst du zudem den Bluetooth-Codec wechseln, Bluetooth Multipoint freischalten oder einen Modus mit niedriger Latenzzeit starten. Nothing lässt dich auch die Funktionsweise einzelner Bedienelemente auf deine Vorlieben anpassen.
Design: Nothing bleibt sich treu
Nothing hat eine ganz eigene Designsprache, geprägt von transparenten Elementen. Diese finden sich auch beim Headphone (a) wieder. Er setzt zudem wie der Headphone (1) nicht auf runde, sondern eckige Ohrmuscheln. Suchst du einen Kopfhörer, der sich von der Masse absetzt, bist du hier also richtig.

Insgesamt steht der Nothing Headphone (a) in seiner Verarbeitung überraschenderweise kaum nach. Die hochwertigen Alu-Elemente werden hier zwar durch Kunststoff ersetzt, viele Bauteile bleiben aber ohne Anpassungen erhalten, etwa die gesamte Kopfbügel-Partie. Luxuriös fühlt der Nothing Headphone (a) sich zwar nicht an, aber auch bei weitem nicht so klapprig wie der Sony WH-CH720N.

Mit seinen 310 Gramm Gewicht ist der Headphone (a) vergleichsweise schwer. Der Bose QuietComfort Ultra Headphones 2. Gen. wiegt z. B. nur ca. 250 Gramm. Wir fanden außerdem den Sitz der Ohrmuscheln tendenziell fest und auf Dauer unangenehm drückend am verspannten Kiefer. Ob du das ähnlich empfindest, liegt natürlich an deiner individuellen Kopfform.
Unser Fazit zum Nothing Headphone (a)
Der Nothing Headphone (a) hat uns im Test überrascht: Er ist sehr günstig, bringt aber eine Reihe Premium-Funktionen mit, die wir in dem Preissegment eigentlich nicht erwarten. Etwa einen parametrischen Equalizer, LDAC oder Spatial Audio. Wirklich zur Premium-Konkurrenz in Form von Sony WH-1000XM6 und Co. kann er am Ende zwar nicht aufschließen – dafür ist sein Noise-Cancelling zu schwach, sein Klang zu unpräzise. Aber: Einen guten Kopfhörer erhältst du für den Preis dennoch. Und obendrein sieht er auch noch einzigartig aus.
| Technische Daten | |
| Preis | 159 Euro |
| Kopfhörertyp | Ohrumschließend |
| Akku-Laufzeit | bis zu 75 Std. (mit ANC) / bis zu 130 Std. (ohne ANC) |
| Akku-Ladezeit | k.A. |
| Schnellladefunktion | Ja (10 Min. Ladezeit für 10 Std. Spielzeit) |
| Bluetooth-Version | Bluetooth 5.4 |
| Audio-Codecs | SBC, AAC, LDAC |
| Gleichzeitige Verbindungen | Ja |
| Steuerungs-App | Ja |
| Wandler | 40 mm |
| Faltbar | Nein |
| Mitgeliefertes Zubehör | USB-C-Kabel, 3,5-mm-Klinkenkabel, Tragetasche |
| Gewicht | 310 Gramm |
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