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Ende von A +++: EU beschließt Reform der Energielabel

Die Europäische Kommission reformiert die Bewertung von großen Haushaltsgeräten und schafft die uneindeutigen Doppel- und Dreifachplusse ab. Was das bedeutet, erfährst du hier.
gfu-energielabel-reform-fernseher Bild: Anete Lusina

In Zeiten des Klimawandels wurde die Anschaffung eines neuen Kühlschrankes bisweilen zum moralischen Dilemma: Darf ich den günstigen mit A+ nehmen oder muss es der teurere mit A+++ sein? Bei Fernsehern gibt es praktisch keine A++ oder A+++-Label. Aber die Größe wird derzeit belohnt; so haben größere Geräte ab 65 Zoll häufig ein A oder A+-Label, während ein vergleichbares Modell in 40 Zoll nur ein B bekommt.

Die Energielabel sollten eigentlich über die Energieeffizienz von Geräten aufklären. Da die Vorgaben aber nicht dem aktuellen Effizienzlevel angepasst wurden, gab es vor allem bei Elektrogroßgeräten immer mehr Modelle, die zu gut für die Bestnote A waren. Ein Plus nach dem anderen wanderte hinter das A mit der Folge, dass Vergleichbarkeit und Aussagekraft der Energielabel litten.

Energielabel mit mehr Aussagekraft

Um diese Inflation der guten Energienoten zu stoppen, hat die Europäische Kommission nun neue Label eingeführt. Ab dem ersten März wirst du auf Fernseher, Waschmaschine und Co. nur noch selten ein B oder A finden. Selbst ein Gerät, das ehemals A+++ Niveau besaß, wird nach der neuen Norm eher auf die Klassen D oder E hoffen können. Der Aufbau des Labels bleibt hingegen der gleiche: Die Klassen A bis G und die Farben Grün bis Rot verraten Dir, wie groß der Appetit auf Strom deines Gerätes ist.

GFU-Infografik-Energielabel
Das neue Energielabel macht kurzen Prozess mit Plus-Zeichen und soll für bessere Vergleichbarkeit sorgen. Hier seht ihr das neue Label für einen Kühlschrank als Beispiel. | Bild: gfu

Fernseher als Energieschlucker?

Die Geräte werden dadurch natürlich nicht von einem auf den anderen Tag schlechter, nur ihre Bewertung härter. Bisher wurden Fernseher zum Beispiel so bewertet, als würde man sie vier Stunden täglich benutzen. Jetzt benutzt man den Wert, den das Gerät durchschnittlich in 1.000 Stunden an Energie verbraucht. Es ist zu erwarten, dass viele HDR-fähige 4K-TVs  mit den neuen Labels nur die Stufe F erreichen werden, obwohl sich am Energiehunger nichts geändert hat.

Interessant ist auch, dass das neue Label den besonderen Energiebedarf von HDR-Fernsehern beachtet. So kommen die neuen Energieeffizienz-Label für Fernseher mit zwei „Verbrauchswerten“, erstens für SDR- und zweitens für HDR-Betrieb. Wie sich die neue Wertung auf 8K Fernseher auswirken wird, bleibt spannend. Schließlich heißen mehr Pixel auch mehr benötigte Energie. Und sollte ein Gerät unter Klasse G fallen, dürfte es nicht mehr verkauft werden. Vorerst sind 8K-Fernseher jedoch noch von den strengeren Anforderungen ausgenommen.

Was hältst du vom neuen Energielabel? Beeinflusst die Energieklasse deine Wahl? Schreib es uns in den Kommentaren.

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