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Google Nest Hub 2 im Test: Mit Schlaftracking an die Spitze?

Google setzt beim Nest Hub 2 setzt ungewöhnliche Prioritäten. Wie gut sich das Smart-Display in der Praxis schlägt, zeigt unser Test.
Google Nest Hub 2 im Test: Mit Schlaftracking an die Spitze?
In Kürze
Während der Google Assistant und die Chromecast-Tauglichkeit einen sehr guten Eindruck hinterlassen, ist der Nest Hub 2 klanglich eine Enttäuschung. Als Küchenradio oder Hörbuch-Erzähler genügt er, für Musik ist die Konkurrenz besser aufgestellt. Ob das Schlaftracking ein Ersatz für eine Videochatfunktion ist, liegt im persönlichen Ermessen.

Vorteile
  • Kleines, aber scharfes und gutes Display
  • Praktische ChromeCast-Integration
  • Vielseitiger Google Assistant
  • Vorteile für Android-Nutzer
  • Schlaftracking erstaunlich präzise
Nachteile
  • Durchwachsene Klangqualität
  • Teils träge Touchbedienung
  • Keine Kamera

Ohne Kamera, dafür mit Schlafüberwachung: Google setzt bei seinem aktuellen Smart Display Nest Hub 2 ungewöhnliche Prioritäten. Ob die Kombination aus kompakter Bauweise, interessanten Funktionen und cleverem Google Assistant überzeugt, verrät unser Test.

Design und Verarbeitung

Das 7-Zoll-Touch-Display des Google Nest Hub 2 thront auf einem ovalen Lautsprechergehäuse, das mit einer Tiefe von knapp 7 Zentimetern angenehm dezent ausfällt und leicht auf dem Schrank oder dem Nachttisch Platz findet.

Der Nest Hub 2 kommt kompakt daher – dank seiner Bauweise findet er sowohl auf der Anrichte als auch auf dem Nachttisch Platz.

Mit physischen Steuerelementen geizt Google. Auf der Rückseite des rund einen Zentimeter breiten Displayrahmens befinden sich lediglich eine Lautstärkewippe sowie ein Kippschalter, über den das Mikrofon an- und ausgeschaltet werden kann. Ungewöhnlich: Eine Kamera für Videochats fehlt dem Smart-Display. Stattdessen bietet der Nest Hub 2 einen Sensor, der Handbewegungen registriert, um beispielsweise die Wiedergabe zu starten und zu stoppen.

Cleverer Google Assistant

Herzstück der Bedienung des Nest Hub 2 ist der Sprachassistent Google Assistant. Nach Aktivierung mit ‚Hey Google‘ oder ‚Okay Google‘ beantwortet der Nest Hub Wissensfragen, spielt Musik und Videos von gekoppelten Diensten ab oder steuert Assistant-kompatible Smart-Home-Geräte. Alternativ lassen sich die Funktionen auch über den Touchscreen aufrufen. Die Bedienoberfläche ist aufgeräumt, allerdings wirkt die Fingersteuerung zuweilen etwas träge.

Über den Kippschalter kann das Mikrofon ein- und ausgeschaltet werden. Eine Kamera für Video-Anrufe hat der Google Nest Hub 2 jedoch nicht.

Die Spracherkennung überzeugt im Test hingegen ebenso wie das Tempo, mit der der Google Nest Hub 2 die Anfragen verarbeitet. Seine Stärken spielt der Nest Hub 2 vor allem bei der Abfrage von Wissensfragen aus, die der Google Assistant in vielen Fällen kohärenter beantwortet als Alexa. Auch die Integration von Google-Diensten wie dem Google Kalender, Google Photos oder Google Maps und die Verzahnung mit einem Android-Smartphone ist effizienter gelöst, als bei der Amazon-Konkurrenz. Wer ohnehin im Google-Kosmos unterwegs ist, findet im Nest Hub 2 eine gute Erweiterung.

Etwas nervig: Nach wie vor erlaubt Google es nicht, die Aktivierungsphrase zu ändern. Befindet sich ein Android-Smartphone mit aktiviertem Assistant in Hörweite, kann es durchaus passieren, dass dieses anstelle des Nest Hub auf ‘Hey Google’ reagiert. Von diesem Fauxpas abgesehen überzeugt die Sprachsteuerung auf dem Nest Hub 2 aber praktisch auf ganzer Linie.

Google Nest Hub 2 Display
Wer auf Google-Dienste wie G-Mail, Kalender oder Karten setzt, ist mit dem Google Nest Hub 2 gut aufgehoben.

Streaming-Flexibilität dank Chromecast-Unterstützung

Google erlaubt keine App-Installation auf dem Nest Hub 2. Stattdessen können Dienste wie Video- oder Musikstreamingangebote über die Google-Home-App mit dem Gerät verknüpft und anschließend via Sprachbefehl verwendet werden. Das funktioniert neben YouTube unter anderem mit Spotify und Netflix überaus zuverlässig. Disney+ oder WaipuTV konnten wir zwar in der App verknüpfen, aber zumindest zum Testzeitpunkt nicht per Sprachbefehl starten.

Über einen Umweg kommen die Inhalte aber dennoch auf das Smart Display: Der Nest Hub 2 unterstützt das Cast-Protokoll. Damit lassen sich Videos und Musik unkompliziert vom Smartphone oder Tablet aus starten und auf dem Nest Hub abspielen. So kommen unter anderem die sonst nicht verfügbaren Streams von Disney oder auch Hauptkonkurrent Amazon auf das Google-Display.

Google Nest Hub 2 im Klangtest: Laut, aber unbefriedigend

So ordentlich die Wiedergabemöglichkeiten des Nest Hub 2, so vergleichsweise enttäuschend fällt die klangliche Qualität des Smart-Displays aus. Zwar verspricht Google im Vergleich zum Vorgänger einen kräftigeren Bass, dennoch kann der Nest Hub 2 bei der Musikwiedergabe nur bedingt überzeugen.

Google Nest Hub 2 Klang
Laut, aber etwas verwaschen: Während die Bässe definiert und knackig sind, kann der Google Nest bei den Mitten und Höhen eher weniger punkten.

Die Basswiedergabe ist für ein Gerät dieser Größe tatsächlich recht definiert, was im Hip-Hop-Track Mood von 24kGoldn gut zur Geltung kommt. Beim Hardrock-Test mit AC/DCs Power Up sowie der Akustik-Version von Hotel California von den Eagles zeigt sich aber, dass Höhen und Mitten keine Stärken des Nest Hub 2 sind. Zu dumpf und blechern klingen die Instrumente, was vor allem bei höheren Lautstärken auffällt. Immerhin: Bei der Wiedergabe von Podcasts oder Hörbüchern kann uns der Nest Hub 2 wieder etwas gnädiger stimmen.

Es würde uns deutlich leichter fallen, den durchwachsenen Sound des Google Nest Hub 2 zu entschuldigen, würde der nur unwesentlich teurere Amazon Echo Show 8 nicht so deutlich besser klingen. Wenn guter Klang beim Kauf des Smart-Displays hohe Priorität hat, sind die Alternativen die bessere Wahl. Sind die Ansprüche an die Klangqualität eher moderat, eignet sich das Google Smart-Display aber durchaus als Schlafzimmer- oder Küchenradio.

Schlafüberwachung statt Videochat

Wie schon erwähnt verzichtet Google auf eine integrierte Kamera für Videochats. Immerhin ist es möglich Videoanrufe durch die Kopplung externer Kameras, etwa der Nest-Cameras, durchzuführen – allzu praxisnah ist der Prozess aber nicht.

Google Nest Hub 2 Schlafanalyse
Der Google Nest Hub 2 kann deinen Schlaf tracken – und bei Bedarf auch Tipps zur Optimierung der Schlafqualität bieten.

Stattdessen hat Google den Nest Hub 2 mit einer smarten Schlafanalyse ausgerüstet. Steht das Display am Bett, erkennt der Nest Hub 2 über seine Sensoren die Bewegungen und Geräusche, die die Nutzer im Schlaf machen – und zwar fast schon erschreckend gut. Wir haben die Schlafüberwachung über eine Woche mit der einer Apple Watch Series 6 und der App AutoSleep verglichen. Die Ergebnisse von Smartwatch und Smart-Display lagen dabei erstaunlich nahe beieinander und deckten sich mit unserem subjektiven Schlafempfinden.

Der Nest Hub 2 gibt nach einigen Tagen ein Feedback zur Schlafqualität und präsentiert diverse Tipps, wie diese verbessert werden kann. Das für Smart-Displays einzigartige Feature ist durchaus spannend, aber sicher nicht für jeden interessant. Hinzu kommt, dass Google bereits angekündigt, dass die Schlafüberwachung nach einer Einführungsphase kostenpflichtig werden soll – wohl im Rahmen eines Premium-Programms der von Google aufgekauften Firma Fitbit.

Goggle Nest Hub 2 Display
Mit Google Assistant überzeugt der Nest Hub 2 – und auch die Anbindung zu anderen Smart-Home-Geräten ist gelungen.

Google Nest Hub 2 im Test: Unser Fazit

Der Google Nest Hub 2 steht ein wenig zwischen den Stühlen. Dank Google Assistant liefert er zuverlässiger als Kollegin Alexa Infos auf den Bildschirm. Auch die Bedienung von kompatiblen-Smart-Home-Geräten und die Anbindung an Google-Dienste ist überaus gelungen. Durch die Chromecast-Integration zeigt das Google-Display zudem deutlich mehr Video-Inhalte an als die Amazon-Konkurrenz. Richtig Spaß macht das aber nur via Smartphone oder Tablet.

Auf der anderen Seite ist die fehlende Kamera für Videochats ebenso ein Kritikpunkt wie der dünne Klang – der ähnlich teure Amazon Echo Show 8 macht hier einen deutlich besseren Job. Die Schlafüberwachung ist ein interessantes Gimmick, die aber nur beim Einsatz im Schlafzimmer zur Geltung kommt. Die teils ruckelnde Benutzeroberfläche des Nest Hub 2 ist ebenfalls auf der Negativseite zu verbuchen. Insgesamt wirkt der Google Nest Hub 2 damit trotz guter Ansätze etwas unausgegoren.

Aktuelle Angebote:

Technische Daten
Abmessungen (BxHxT) 120,4 mm x 177,4 mm x 69,5 mm
Treiber 1 x Breitbandlautsprecher mit 43,5-mm-Treiber
Gewicht 558 Gramm
Sprachassistenten Google Assistant
Preis 99 Euro
Steuerungs-App Ja (Google Home für Android und iOS)

Was sagst du zu Googles Entscheidungen, statt auf Kamera und satten Sound eher auf Features wie ChromeCast und Schlafüberwachung zu setzen? Verrate uns deine Meinung zum Google Nest Hub 2 in den Kommentaren!

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