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Lautsprecher aufstellen: In 5 Punkten zum besten HiFi-Klang

Gute HiFi-Lautsprecher sind der erste Schritt zu gutem Klang. Doch ihre Aufstellung wird häufig unterschätzt. Wir verraten dir, worauf du achten solltest.
HiFi.DE Ratgeber | Lautsprecher aufstellen

Da hast du dir endlich deine Traumanlage zusammengestellt, doch was da aus den Lautsprechern herauskommt, klingt gar nicht so, wie im Geschäft: Die Bässe wummern, die Klangbühne ist undeutlich und die hohen Töne schneiden sich förmlich ins Trommelfell? Gut möglich, dass etwas mit der Aufstellung deiner Lautsprecher nicht stimmt. Aber keine Panik! Mit diesen einfachen Tricks holst du klanglich das meiste aus deiner HiFi-Anlage heraus.

Die Suche nach dem Sweetspot

Willst du das Gefühl haben, deine Lieblingsband spielt nur für dich? Oder dass du beim Klassikkonzert in der ersten Reihe sitzt und du jedes Instrument mit geschlossenen Augen orten kannst? Dann solltest du ganz besonderen Wert auf die Ausrichtung deiner Lautsprecher legen. Denn für den Stereo-Effekt ist entscheidend, wo deine Lautsprecher im Verhältnis zu dir stehen. Um die bestmögliche Bühnenabbildung zu bekommen, sollten die beiden Lautsprecher gleich weit von deinem Hörplatz entfernt und im selben Winkel auf ihn ausgerichtet sein. Idealerweise bilden die Lautsprecher mit deinem Hörplatz so ein gleichseitiges Dreieck.

Stereodreieck verschiedene Abstände
Für das beste Hörerlebnis sollten beide Lautsprecher den gleichen Abstand zu deinem Hörplatz haben.

Dort, wo sich die imaginären Schalllinien beider Lautsprecher treffen, liegt der Sweetspot deiner Anlage. Hier funktioniert der Stereo-Effekt am besten und du hast die präziseste Raumabbildung. Dafür verantwortlich ist ein akustisches Phänomen, das dein Gehirn austrickst. Dinge, die in der Musik links oder rechts auf der imaginären Bühne abgebildet werden sollen, kommen stärker, bzw. nur aus der entsprechenden Box.

Wenn aber die Sängerin in der Mitte der Bühne stehen soll, kommt ihre Stimme aus beiden Lautsprechern. Dein Gehirn lässt beide Geräusche zu einem verschmelzen, welches es dann in der Mitte zwischen den beiden eigentlichen Quellen ausmacht. In der Akustik redet man von einer Phantomschallquelle.

Lautsprecher aufstellen Monitor Audio Studio 89
Sitzt du im Sweetspot, können deine Lautsprecher dich gleichmäßig beschallen. Hier: die Monitor Audio Studio 89.

Stell deine Lautsprecher möglichst so auf, dass sie gleich weit von deinem Hörplatz entfernt sind. Das entstehende Dreieck muss nicht unbedingt gleichseitig sein. Ob die Lautsprecher weiter auseinander oder enger zusammenstehen, ist im Zweifelsfall Geschmackssache. Viel wichtiger ist, dass die beiden Lautsprecher jeweils gleich weit von dir entfernt sind (gleichschenkliges Dreieck). Probiere also ruhig verschiedene Möglichkeiten aus, deine Lautsprecher aufzustellen. So wirst du schnell den besten Kompromiss für dich finden.

Wand und Lautsprecher: Eine Fernbeziehung

Was der Abstand der Lautsprecher zueinander für die Räumlichkeit ist, das ist der Abstand zu den Wänden für die Basswiedergabe. Auch wenn es zum Platzsparen praktisch erscheint, deine Boxen möglichst nah an die Wand zu schieben, ist das nicht für jeden Lautsprecher die ideale Lösung. Je näher die Box an der Wand steht, desto mehr kann sich der Klang verändern. Ganz besonders solltest du darauf achten, wenn deine Lautsprecher eine Bass-Reflexöffnung in der Rückwand haben.

Lautsprecher Wandabstand
Lass, wenn möglich, immer etwas Platz zwischen den Wänden und deinen Lautsprechern.

Gerade Standlautsprecher reagieren im Bass meist besonders empfindlich auf einen zu geringen Abstand zur Rückwand. Denn ein solcher Bassport benötigt Freiraum, um richtig „atmen“ zu können. Verkleinert sich der Abstand zur Rückwand, kann der Lautsprecher anfangen zu wummern. Das Ganze kann aber auch ins Gegenteil kippen, wenn du den Bassport komplett versiegelst. Dann kann der Bass – zumindest in dem Bereich, auf den der Bassport gestimmt ist – in sich zusammenfallen.

Schallausbreitung Je tiefer ein Ton ist, desto mehr entfernt er sich in Form einer Kugel von seinem Ursprung. Deshalb ist es besonders im Bassbereich hörbar, wenn ein Lautsprecher mit dem Rücken zu nahe an der Wand steht. Denn selbst, wenn die Basstreiber auf der Boxenfront sitzen, trifft ihr Schall auch auf die Wand hinter ihnen. Das ist übrigens auch der Grund, aus dem es nicht so wichtig ist, wo du einen Subwoofer im Raum aufstellst. Deine Ohren können den Ton eh nicht so gut orten, wie sie das mit hellen Tönen können.

Wenn der Lautsprecher also ohnehin schon zu eher kräftigen Bässen neigt, kannst du dieses Wissen einsetzen, um den Klang an die Leine zu nehmen. Bei anderen Lautsprechern kannst du aber auch den gegenteiligen Effekt einsetzen. Klingen deine Boxen für deinen Geschmack im Bass zu schlank, kannst du sie versuchsweise etwas weiter in die Raumecken schieben und so die verstärkende Wirkung dieser Aufstellung zum Vorteil nutzen.

Lautsprecher aufstellen Hörraum Wandabstand KEF
Große Lautsprecher wie die KEF Blade One Meta sollten am besten mit mehr Wandabstand aufgestellt werden, als wir es für dieses Foto getan haben.

Wandabstand als zweischneidiges Schwert

Beachte aber, dass du dir durch eine wandnahe Aufstellung auch andere Probleme einheimsen kannst. Denn der Schall, der gegen die Wand prallt, wird von dieser reflektiert und trifft dann verzögert auf dein Ohr. Das kann die Räumlichkeit der Aufnahme beeinflussen. Außerdem kann der Zeitversatz auch zu Phasenfehlern führen. Es können sich also nicht nur Frequenzen zu laut anhören, sondern andere auch gegenseitig auslöschen.

Wenn du schonmal auf einer HiFi-Messe wie der High End in München warst, wird dir aufgefallen sein, dass die Schausteller ihre Lautsprecher gerne bis zu mehrere Meter von jeder Wand entfernt aufstellen. Zwar ist diese Aufstellung ideal, aber im durchschnittlichen Wohnzimmer nur sehr selten umsetzbar. Nicht jede Box braucht gleich viel Abstand zur Wand. Die Hersteller haben längst begriffen, dass der oder die Durchschnittskund:in kein designiertes Hörzimmer hat.

Viele Hersteller setzen deshalb auf Lautsprecher, die entweder ohne Bass-Reflexrohr auskommen, oder bei denen es nach unten oder nach vorn abstrahlt. Andere verwenden resonanzarme Materialien wie Stein, um das Gehäuse möglichst effektiv am Mitschwingen zu hindern. Wieder andere haben Boxen designt, die du am besten in Zimmerecken aufstellst. Es lohnt sich also, beim Lautsprecherkauf genau hinzuschauen.

Wichtig: Gleiche Arbeitsbedingungen für beide Lautsprecher

Auch auf die Ausprägung der Bühnendarstellung hat der Abstand zu den Wänden Einfluss. Mehr Abstand zur rückwärtigen Wand bedeutet oft eine bessere Tiefenstaffelung. Eine größere Distanz zu den seitlichen Wänden führt oft zu einer breiteren, offeneren Räumlichkeit. Aber auch diese Aspekte sind von Lautsprecher zu Lautsprecher und von Raum zu Raum unterschiedlich stark ausgeprägt. Da hilft nur ausgiebiges Ausprobieren. Wichtig ist dabei jedoch vor allem, dass die jeweiligen Abstände nach hinten und zur Seite bei beiden Boxen möglichst gleich sind, damit sie die gleichen „Arbeitsbedingungen“ vorfinden.

Lautsprecher aufstellen Dali Epikore 11
Lautsprecher können dich nur dann gleichmäßig beschallen, wenn beide möglichst gleiche Bedingungen vorfinden. So wie hier die Dali Epikore 11 sollten deine Lautsprecher zum Beispiel nicht stehen.

Egal wie du deine Lautsprecher aufstellst, beide Boxen sollten möglichst gleiche Bedingungen antreffen. Sie sollten also gleich weit von Wänden und Ecken entfernt sein, damit beide Lautsprecher gleich klingen können.

Winkel-Diskussion: Kleiner Dreh mit großen Folgen

Auch der perfekte, ausgerechnete Abstand zu deinen Boxen ist kein HiFi-Allheilmittel. Theoretisch wäre das perfekte gleichseitige Dreieck auch ein gleichwinkliges. Dafür müssten deine Lautsprecher aber auch 30 Grad eingewinkelt sein, um den Schall genau zum Sweetspot zu lenken. In der Realität wirst du aber bei einem so starken Winkel feststellen, dass der Stereo-Effekt die Bühnenabbildung zu klein darstellt. Musiker:innen, die normalerweise das Wohnzimmer auszufüllen scheinen, drängeln sich jetzt auf einem engen Punkt vor dir.

Lautsprecher Winkel
Es lohnt sich, deine Lautsprecher anzuwinkeln. Probiere am besten aus, was sich für dich am besten anhört.

Der Grund dafür liegt darin, dass jeder Lautsprecher ein anderes Abstrahlverhalten hat. Während Lautsprecher aus der Studiotechnik in der Regel einen viel engeren Abstrahlwinkel haben und somit viel mehr zum Hörplatz eingedreht werden müssen, reicht es bei vielen HiFi-Lautsprechern aus, sie nur ein wenig einzudrehen.

Auch hier gilt: Probieren geht über Studieren. Dreh deine Lautsprecher so weit nach außen, dass du eine breite Bühnendarstellung erreichst, ohne dass das akustische Geschehen vor dir diffus erscheint. Richtig aufgestellt ist deine Anlage, wenn sie sich für dich am besten anhört und du eine schöne Räumlichkeit wahrnimmst, statt zweier einzelner Lautsprecher.

Lautsprecher entkoppeln oder ankoppeln?

Durch den Schalldruck im Inneren eines Lautsprechers und die Bewegungen der Treiber wird auch das Gehäuse eines Lautsprechers zum Schwingen angeregt. Während diese Gehäuseresonanzen bei einer Gitarre oder Geige gewünscht sind, da sie den Klang der Instrumente ausmachen, wird ein schwingender Lautsprecherkorpus zum nur schwer einschätzbaren Klangfaktor.

Um diese Resonanzen einzudämmen, gibt es neben der Versteifung des Gehäuses zwei Möglichkeiten: Ankoppeln per Spikes oder Entkoppeln per Dämpfer. Die meisten Lautsprecherhersteller legen ihren Produkten zumindest schlichte, selbstklebende Gummidämpfer bei. Höherwertige Lautsprecher haben häufig Gewinde im Fuß. Hier kannst du dann entweder Spikes oder Dämpfer eindrehen. Und genau hier steckt der Teufel im Detail.

Spikes unter Lautsprechern Wilson Audio Sasha V
Nicht alle Lautsprecher benötigen zwingend Spikes. Die Wilson Audio Sasha V profitieren jedoch massiv von ihnen – und werden sogar mit einem Wagenheber für ihre sichere Montage geliefert.

Beim Entkoppeln wird versucht zu verhindern, dass sich die Resonanzen über den Boden ausbreiten und somit verstärken können. Beim Ankoppeln versucht man hingegen genau das Gegenteil. Durch möglichst festen Stand versucht man, die Resonanzen in den Boden abzuleiten. Welche Option für dich die richtige ist, hängt primär von deinem Fußboden ab.

Entkoppeln bei schwingenden Böden

Klirren deine Gläser im Schrank, wenn jemand durch den Raum geht? Spürst du jeden Bus, der auf der Straße vorbeifährt? Dann neigt dein Boden offensichtlich zum Schwingen und mit großer Wahrscheinlichkeit ist das Entkoppeln der Lautsprecher die richtige Wahl. Holzfußböden und schwimmend verlegte Böden wie Laminat oder Parkett sind hier typische Beispiele.

Audio Physic Classic 15 Dämpfer Füße
Füße können aber auch eine dämpfende und somit entkoppelnde Wirkung haben. Hier am Beispiel der Audio Physic Classic 15.

Ankoppeln bei harten Böden

Hast du hingegen einen harten Boden aus Stein, Beton oder mit Fliesen, solltest du eher versuchen, deine Boxen an diesen anzukoppeln. Hierfür eignen sich besonders gut die Spikes, die bei vielen Lautsprechern standardmäßig beiliegen. Sie werden von unten in das Gehäuse geschraubt, dessen ganzes Gewicht dann nur auf den Spitzen der Spikes ruht. So entsteht eine feste Verbindung, die Energie von Resonanzen wird in den Boden abgeleitet, so dass sie sich schnell beruhigen. Aber Achtung: Die Spikes können empfindliche Böden sehr leicht beschädigen. Für diesen Anwendungsfall gibt es spezielle Metallscheiben mit einer Vertiefung in der Mitte, die du unter die Spikes legen kannst.

Lautsprecher aufstellen Wharfedale Linton 85 Spiketeller
Spiketeller können deinen Boden vor Kratzern schützen. Jene der Ständer der Wharfedale Linton 85 sind auf ihrer Unterseite sogar gummiert.

Es gilt also als Faustregel: Bei harten Böden mit Spikes ankoppeln, bei schwingenden Böden mit Dämpfern entkoppeln. Stehen deine Lautsprecher im Regal, zählt natürlich der direkte Untergrund, also das Regalbrett. In den allermeisten Fällen solltest du deine Regallautsprecher also ebenfalls entkoppeln, um Vibrationen zu vermeiden.

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