Startseite Video-Streaming Netflix Streaming mit Werbung: Die Zukunft von Disney+, Netflix und Co.

Streaming mit Werbung: Die Zukunft von Disney+, Netflix und Co.

Werbung wird für die Streaming-Anbieter zur immer wichtigeren Einnahmequelle. Hingegen dürften die werbefreien Tarife in Zukunft immer teurer werden.
Werbung könnte im Streaming-Markt der Zukunft den Ton angeben. Bild: Mollie Sivaram / Unsplash

Es ist kein Geheimnis, dass die meisten Streaming-Anbieter aktuell noch rote Zahlen schreiben. Das gilt beispielsweise auch für Disney+. CEO Bob Iger hat deswegen schon angekündigt, weniger kostspielige Inhalte der Marken Star Wars und Marvel produzieren zu wollen. Nicht nur Disney hat dabei auch Werbung als Einnahmequelle entdeckt, um sich zu retten. Allerdings steht das werbefinanzierte Disney+ bisher nur in den USA zur Verfügung. Netflix ist da schon einen Schritt weiter und bietet den entsprechenden Tarif auch in Europa an.

Variety hat sich die Kräfteverhältnisse einmal genauer angesehen. Zwar blickt man speziell auf die Vereinigten Staaten, gibt aber im Grunde auch für Europa einen Fingerzeig. So sei werbefinanziertes Streaming für speziell Disney+ und Netflix aktuell noch eine Nische. In den USA erreichen beide Anbieter nur jeweils zwei Prozent ihrer Gesamtabonnent:innen mit ihren werbefinanzierten Tarifen. Allerdings könnte sich das in Zukunft ändern. So ist wahrscheinlich, dass die Streaming-Anbieter die werbefreien Tarife deutlich verteuern.

Werbefinanziertes Streaming ist selbst in den USA noch eine Nische, wird aber für Netflix und Co. immer bedeutsamer.
Werbefinanziertes Streaming ist selbst in den USA noch eine Nische, wird aber für Netflix und Co. immer bedeutsamer. | Bild: Variety

Das wird zweierlei Gründe haben. Zum einen möchte man aus den roten Zahlen kommen und da sind Preissteigerungen unvermeidlich. Zugunsten des Wachstums wurden Dienste wie Disney+, Netflix, Paramount+ und Co. bisher „zu günstig“ angeboten. Zum anderen kann man durch Verteuerung der werbefreien Tarife die werbefinanzierten Stufen attraktiver erscheinen lassen.

Netflix schiebt Abonnent:innen bereits subtil zum werbefinanzierten Tarif

In einigen Regionen hat etwa Netflix sein werbefreies Basis-Abo bereits komplett abgeschafft. Diese Strategie ist wohldurchdacht: Umfragen haben ergeben, dass etwa US-Kunden bereit sind, werbefinanziertes Streaming vorzuziehen, wenn sie dafür dann vier bis fünf US-Dollar im Monat gegenüber Tarifen ohne Werbung einsparen. Da passte das Basis-Abo ohne Werbung nicht mehr gut ins Konzept. Zu beachten ist aber, dass die werbefinanzierten Tarife der Streaming-Anbieter häufig auch technisch unterlegen sind. Keine Download-Optionen, geringe Auflösungen, Verzicht auf Dolby Atmos und Co. sind da die Regel.

Speziell Disney steht hier unter Druck, denn der Aktienkurs des Unternehmens ist innerhalb der letzten zwei Jahre um mehr als 40 Prozent eingebrochen. Kinofilme wie Arielle, die Meerjungfrau, Indiana Jones und das Rad des Schicksals oder auch Elemental blieben im Kino hinter den Erwartungen zurück. Die massiven Investitionen ins Streaming-Angebot Disney+ bringen noch keine Gewinne. Es dürfte also nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die letzte Preiserhöhung aus den USA auch in Europa ankommt – und mit ihr wohl als Alternative das werbefinanzierte Angebot.

Was heißt das alles konkreter für dich? Streaming-Angebote wie Disney+, Netflix, Paramount+ und Co. dürften in naher Zukunft die Preise noch weiter anziehen. Als Alternative dürfte man immer stärker die werbefinanzierten Tarife in den Vordergrund rücken. Sie haben das Potenzial, die Einnahmen erheblich zu steigern.

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