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Musikindustrie geht gerichtlich gegen Manipulation von Streaming-Vergütung vor

Die Musikindustrie wehrt sich gegen Webseiten, welche die Streaming-Zahlen der großen Dienste verfälschen. Gegen fünf solcher Webseiten hat sie jetzt eine einstweilige Verfügung erwirkt. Erfahre hier mehr zu den Einzelheiten.
Musikindustrie geht gerichtlich gegen Manipulation von Streaming-Vergütung vor

Schon vor Corona hat sich das Musik-Streaming zur Haupteinnahmequelle der Musikindustrie entwickelt. Nicht zuletzt wegen der Pandemie sind viele Künstlerinnen und Künstler nun noch mehr auf die Einnahmen durch Streaming angewiesen, da sie nicht mehr auftreten können. Offensichtlich verführt dies den einen oder die andere dazu, die eigene Vergütungen durch gekaufte Streaming-Abrufe zu verbessern.

Ähnlich wie bei gekauften Bewertungen in Shops oder gekauften Likes und Followern in Social Media führen solche gefälschten Abrufzahlen dazu, dass hierfür eine höhere Vergütung gezahlt wird. Darüber hinaus rutscht der Song oder die Band hierdurch in vielen Empfehlungs-Algorithmen weiter nach oben, was die Anzahl Streams noch weiter steigert – zu Unrecht natürlich und zum Nachteil derjenigen die sich an die Regeln halten.

Bereits im März dieses Jahres hatten der Bundesverband Musikindustrie (BMVI) und sein Dachverband, die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI), eine Unterlassungsverfügung gegen die Webseite followerschmiede.de erreicht. Nun ist die Musikindustrie gegen die Seiten socialnow.de, socialgeiz.de, likergeiz.de, netlikes.de und likesandmore.de vorgegangen, die solche Dienste anbieten. Die Landgerichte Bremen, Hamburg, Köln und Darmstadt haben jeweils einstweilige Verfügungen erlassen, die es den Betreibenden ab sofort untersagen, Dienste zur Manipulation von Musik-Streaming-Abrufen anzubieten. Bei der Seite fanexplosion.de reichte eine Unterlassungsaufforderung des BMVI, damit sie ihre Tätigkeit in Bezug auf Musik-Streaming einstellt.

Für Dr. Florian Drücke, den Vorstandsvorsitzenden des BVMI, ist dies eine Vertrauensfrage. „Für die Fans wie für die Branche ist das Vertrauen in die digitalen Angebote von hoher Bedeutung, nicht zuletzt auch, weil hier mittlerweile der größte Teil des Branchenumsatzes erwirtschaftet wird“, sagt er. „Für wettbewerbswidrige Beeinflussung von Abrufen ist vor diesem Hintergrund kein Millimeter Platz und die Entscheidungen verdeutlichen einmal mehr die Entschlossenheit der Branche, hier weiter konsequent vorzugehen.“

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