Startseite News Offener Brief: 40 Musikhändler richten sich an Major Labels

Offener Brief: 40 Musikhändler richten sich an Major Labels

In einem offenen Brief haben sich unabhängige Plattenläden an Major Label des Musikgeschäfts gewandt. Es geht um einen Deal, den die Labels mit dem externen Vertreiber DirectShot gemacht haben. Leidtragende sind dabei die Einzelhandelsunternehmen.

Der kleine Musikhandel leidet unter der Politik der großen Labels und Vertriebe. Diese haben die Vertriebsarbeiten an das externe Vertriebsunternehmen DirectShot übergeben. Die Ergebnisse daraus sind für kleine Einzelhändler offenbar verheerend. Plattenläden richten sich deshalb nun in einem offenen Brief an die Major Labels Sony, Universal und Warner.

Einzelhändler kritisieren mangelhafte Organisation

Nachdem mehrere große Labels die Vertriebsarbeiten an DirectShot übertragen hatten, sollten sich die Strukturen des Vertriebs effizienter und kostengünstiger gestalten. Doch die Realität zeigt offenbar ein gegenteiliges Ergebnis. So klagen die kleinen Ladenlokale darüber, dass sie im Vertrieb neuer Musik klar benachteiligt werden.

Die Betreiber der Plattenläden sprechen davon, dass sich Wartezeiten für Bestellungen in die Wochen und Monate ziehen. Darüber hinaus sollen die verspäteten Bestellungen entweder unvollständig oder gar in leeren Kartons ankommen. Die freitäglichen Erscheinungstermine sollen nicht mehr eingehalten werden können und die Ladenlokale erhalten die Neuerscheinungen oft erst Wochen oder sogar Monate später.

Endverkäufer und Kunden leiden unter Strukturen

Das Ergebnis dieser Problematik äußert sich an gleich mehreren Stellen. So entstehen den Plattenläden handfeste Verluste, weil sie aufgrund der fehlerhaften oder ausstehenden Lieferungen nicht genügend Ware im Laden haben. Enttäuschte Musikliebhaber verlassen die Läden derweil nicht selten wieder mit leeren Händen.

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Im weiteren Verlauf des offenen Schreibens bitten die Endverkäufer daher um eine rasche Überarbeitung der Lagerungs- und Vertriebsdurchführung. So sei schon viel Schaden angerichtet worden und man müsse im Sinne der Verkäufer, Kunden und auch der Künstler eine funktionierende Vertriebskette etablieren.

Über 40 verschiedene Record Stores haben den offenen Brief unterschrieben oder mitverfasst. Ob und wie die Probleme im aktuellen Vertriebssystem angegangen werden sollen, ist bisher nicht bekannt: Eine Stellungnahme durch die zuständigen Labels oder DirectShot steht noch aus.

Wie stehst du zu der beschriebenen Problematik? Stöberst du noch gerne in Plattenläden? Teile deine Meinung mit uns in den Kommentaren!

Weiterführende Links:
» Der vollständige offene Brief auf Billboard.com 
» CDs & Blu-rays: Sony erwägt Werkschließung in London
» Einkünfte durch Musik-Streaming um 34 Prozent gestiegen

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