Klassischer Look, modernes Streaming: NAD präsentiert neuen Verstärker
Bild: NADFür viele hartgesottene HiFi-Fans wird alles irgendwann einmal mit einem NAD der Classic-Line begonnen haben. Die schlichten, aufs Wesentlichste reduzierten Verstärker standen schon vor Jahrzehnten für genialen Klang trotz kleinen Budgets. Der NAD C 359S sieht optisch schon aus, wie der größere Bruder eines C 316 BEE V2, ergänzt dessen analoge Eingänge aber um HDMI ARC und BluOS-Streaming.
NAD C 359S – Class A/B mit Streaming und HDMI
Dem NAD C 359S siehst du seine Vielseitigkeit erst auf den zweiten Blick an. Zuerst könnte er nämlich einfach ein klassischer HiFi-Verstärker für analoge Quellen sein – also eine größere Alternative für den NAD C 316 BEE V2. Dann fällt dir auf, dass über einer der Quellentasten „BluOS“ steht. Der C 359S ist also ein vollwertiger Streaming-Verstärker, der eher mit einem NAD C 700 V2 vergleichbar wäre. Nur eben ohne Display.
Vielmehr hat NAD hier den Look der klassischen Look der C-Serienamps um das digitale Potenzial moderner Streamingzentralen ergänzt. Auf der Rückseite begrüßen dich also nicht bloß eine Reihe Cinch-Buchsen für analoge Quellen, sondern auch eine HDMI-Buchse für deinen TV-Sound, TOSlink für digitale Musik und eine LAN-Buchse für ungestörtes Streaming. Erst heute haben wir erfahren, dass BluOS nun, neben Qobuz, Tidal, Deezer, Amazon Music und vielen weiteren Streamingdiensten, auch Apple Music nativ unterstützt. Der kleine Verstärker eröffnet dir also deine Musikbibliothek, wo immer du sie auch abgespeichert hast.

Erhalten bleibt der MM-Phono-Eingang. Auch dein Plattenspieler ist also in besten Händen, solange er mit einem MM-Tonabnehmer ausgestattet ist.
Als praktisches Extra kommt eine Sub-Out-Buchse hinzu. Dank des optionalen High-Pass-Filters bei 80 Hertz kannst du diese auch optimal nutzen. Denn der Verstärker leitet so alle Signale unter 80 Hz automatisch an den Subwoofer weiter. Die internen Endstufen müssen sich also nicht mit dem Bass belasten, sondern können sich um die höhergelegene Feinstarbeit kümmern. Ein leider immer noch viel zu seltenes Feature.
Apropos Endstufen: Der NAD C 359S ist neben dem C 316 BEE V2 der letzte Vollverstärker bei NAD, der auf Verstärkerklasse A/B setzt. Bei allen anderen Modellen nutzt man inzwischen Class D. Der Verstärker kommt so auf eine Dauerleistung von 70 Watt an acht und 120 Watt an vier Ohm. Falls du den Amp trotzdem mal an seine Belastungsgrenze treiben solltest, schützt dich auf Wunsch NADs Soft Clipping, das du auf der Rückseite aktivieren kannst.
In Anlehnung an die klassischen HiFi-Verstärker der Marke findest du auch weiterhin die drei Rädchen für Höhen, Bass und Balance an der Front. Was scheinbar fehlt, ist der „Tone Defeat“-Schalter, mit dem du die Klangregelung überbrücken konntest.
Passender CD-Player NAD C 569
Ebenfalls neu vorgestellt wurde der CD‑Player C 569. Auch er bleibt der Classic-Line optisch treu, arbeitet aber mit dem aktuellen ESS-Sabre DAC ES9039Q2M und der QRONO‑Filterung der Schwestermarke MQA Labs. Der CD-Player gibt deine Musik entweder analog über ein Cinch-Pärchen oder digital via TOSlink und Koax aus, falls du deinen eigenen DAC nutzen möchtest.

Preis und Verfügbarkeit von NAD C 359S und C 569
Mit 1199 Euro liegt der Verstärker NAD C 369S deutlich über den 500 Euro, die für den kleinen NAD C 316 BEE V2 fällig werden. Dafür erhältst du aber auch Zugriff auf jeden erdenklichen Streamingdienst, Apple Music inklusive. Der Verstärker wird sich in seiner Preisklasse und Ausstattung mit einem Onkyo A-50 oder einem Marantz Stereo 70s vergleichen müssen.
Der CD-Player NAD C 569 soll bei 999 Euro liegen, womit er genau zwischen den beiden anderen aktuellen CD-Playern C 538 und C 589 liegt.
Beide Modelle sollen voraussichtlich ab Dezember 2026 in Deutschland erhältlich sein. Wir sind schon sehr gespannt, wie sich der Streaming-Verstärker im klassischen Look im Vergleich mit anderen Verstärkern schlagen wird. Bis es so weit ist, findest du hier alle bereits von uns getesteten Streaming-Verstärker im Überblick: