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Teufel Studio 5X im Test: Profimonitor zum Amateurpreis?

Um aus einem Paar Studio 5X eine komplette Anlage zu machen, reicht ein kleiner Player mit regelbarem Ausgang. Aber auch an einem Mischpult sollen sich die Aktivboxen wohlfühlen.
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HIFI.DE Test | Teufel Studio 5X
Leistung
2x 122 Watt (68 W TT, 36 W MT, 18 W HT)
Eingänge
1x TRS/XLR Kombibuchse, 1x Mono-Cinch, 1x Stereo Link (RJ45), Stereo-Cinch (nur bei BT-Version)
HDMI ARC / eARC
– / –
Quellen kabellos
Bluetooth (AAC, aptX HD) (nur bei BT-Version)
Streaming
–
Abmessungen (BxHxT)
250 x 310 x 350 mm
Gewicht
7,3 kg
Paarpreis
499,99 Euro (549,99 Euro für BT-Version)
In Kürze
Als Grenzgängerin zwischen Studio und HiFi-Zimmer überzeugen die Teufel Studio 5X in beiden Disziplinen. Sie bilden im Nahfeld sehr akkurat ab, füllen aber auch größere Räume mit Musik. Der Bass ist knackig, die tonale Balance größtenteils neutral mit etwas Nachdruck im Präsenzbereich.
Vorteile
  • Präziser, pegelfester Bass
  • Akkurate Stereoabbildung
  • Einfache Standortanpassung per Schiebeschalter
Nachteile
  • Könnte etwas luftiger und transparenter klingen
  • Benötigt externe Lautstärkeregelung
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Die Studio 5X ist Teufels erster Vorstoß in die Studiowelt: ein puristischer Dreiwege-Aktivmonitor ohne Streaming, dafür aber mit allen Einstell- und Anschlussoptionen, die haupt- oder nebenberufliche Musikproduzent:innen erwarten. Und natürlich, so hoffen wir, mit einer auf Neutralität und Genauigkeit gezüchteten Abstimmung, damit dir beim Abhören deiner Aufnahmen und Mixe kein Fehler verborgen bleibt. Ob den Teufel Studio 5X das gelingt – und wie sie unter HiFi-Bedingungen klingen – haben wir für dich getestet.

Hier kannst du die Teufel Studio 5X wahlweise mit oder ohne Bluetooth-Empfang bestellen:

Teufels erster Ausflug ins Studio

Der Berliner Hersteller weiß natürlich, dass der Übergang zwischen ambitioniertem HiFi und Studionutzung ein fließender ist. In Aufnahme- und Masteringstudios stehen mitunter auch HiFi-Lautsprecher. Ein berühmtes Beispiel ist etwa Bowers & Wilkins’ 800er-Serie in der Abbey Road. Umgekehrt greifen HiFi-Fans gerne zu vermeintlich Profis vorbehaltener Boxenware, weil sie dieser eine besonders ehrliche, ungeschönte Wiedergabe zutrauen. Ein Beispiel aus der eigenen Testerfahrung stellen die Genelec 8341A dar.

Teufel Studio 5X Testsituation mit Eversolo DMP-A6 Master Edition
Einen Player mit regelbarem Ausgang. Mehr braucht es mit den Teufel Studio 5X nicht. Unser Eversolo DMP-A6 Master Edition ist da schon fast überqualifiziert.

Und nicht zuletzt auch wegen des oft attraktiven Preises: Die Hersteller müssen sich bei Studiomaterial nicht um kosmetische Kinkerlitzchen und teure Oberflächen kümmern, zudem bleiben den Händlern tendenziell geringere Spannen als im HiFi-Geschäft. Letzterer Punkt kann Teufel egal sein: Die Marke arbeitet seit jeher als Direktvertrieb. Ein Teil der gesparten Handelsspanne verschwindet freilich an anderer Stelle: Direktversender müssen höhere Kosten für Logistik, eine großzügige Rücknahmepolitik und Marketing einplanen. Was die Studio 5X für rund 500 Euro an Technik mitbringt, ist dennoch eindrucksvoll. Klar, dass unser frisch eingetroffenes Testpaar nicht lange in seinen Kartons blieb: Monitore sind zum Arbeiten gemacht, also ab in den Hörraum!

Teufel Studio 5X im Hörtest: Laut, deutlich und glaubwürdig

Als Aktiv-Lautsprecher mit entzerrtem Tiefbass beherrscht die Teufel natürlich auch den Lieblingstrick aller Kompaktboxen besonders gut: viel größer zu klingen, als man es ihnen zutrauen würde. Der Dreiwege-Aufbau erlaubt eine noch höhere Spezialisierung des Tieftöners, als das bei Zweiwegeboxen möglich ist. Im Vergleich zu ihren Zivilschwestern Teufel Ultima 25 Aktiv 2 schlägt die Studio 5X im Bass dann auch ungleich härter zu. Um die Monitore untenrum aus der Reserve zu locken, spielen wir das elegant pumpende Technoalbum Qualm der deutschen Künstlerin Helena Hauff. Der Kickbass massiert uns selbst in einem recht großen Wohnzimmer eindrucksvoll durch: hart, impulsiv, mit körperlicher Wirkung. Übertreibt man es mit den synthetischen Basslines, filtert die Teufel zum Selbstschutz die allertiefsten Frequenzen weg. Es gibt also einen Punkt, ab dem die Box zwar noch lauter kann, dann aber sukzessive immer schlanker klingt.

Teufel Studio 5X Basstreiber Detail
Der Tieftöner der Sudio 5X ist für große Hübe konstruiert.

Dieser Punkt liegt aber bereits bei akut gehörschädigenden Lautstärken – erst recht, wenn man die Box wie eigentlich vorgesehen im Nahfeld genießt. Aber man muss nicht gleich auf eine Mischpult- oder Schreibtischtiefe an die Boxen heranrücken, um damit Spaß zu haben. Auch in größeren Abständen und außerhalb des Sweetspots gelingt den Teufels eine griffige, präsente Abbildung von Musik und Musikern. So füllen die Unthank-Schwestern Rachel und Becky (The Unthanks – Last) den ganzen Raum mit ihren warmen, fein gelayerten Folk-Harmonien. Wenn man bedenkt, dass hier ein Boxenpaar für 500 Euro spielt, mit einem WiiM Pro für unter 200 Euro als einzigem weiterem Anlagenbestandteil, dann kann man sich das ungläubige Kopfschütteln über diese fast schon absurd gute Performance kaum verkneifen.

Grenzenlose Transparenz ist teurer

Dynamisch kann die Teufel mühelos mit viel teureren Boxen wie der JBL 4305P mithalten, beziehungsweise distanziert diese im Bass sogar. Dass das knappe Budget doch auch kleine Kompromisse einfordert, zeigt sich am deutlichsten im Mittelhochton. Der wirkt zwar weitgehend unverfärbt, bis auf eine kleine Extraprise Präsenz, die viele Monitore einsetzen. Im Vergleich zu teureren Monitoren fällt es mit der Teufel aber schwerer, in einen Mix wirklich hineinzuhören. Selbst mit dem Hochtonschalter in der angehobenen Stellung wirkt die Box obenrum stets ein wenig stumpfer und weniger agil, obwohl die tonale Balance dabei nicht dunkel, sondern eigentlich genau richtig ist.

Teufel Studio 5X Paar eingedreht
Der kräftige Bass trifft bei den Studio 5X auf einen nicht ganz so durchzeichneten Hochton, wie wir ihn uns für den Studioeinsatz gewünscht hätten.

Einen ähnlichen Mangel an Feinzeichnung bemerkten wir schon bei der Ultima 25 Aktiv 2, dem nahezu preisgleichen und auch größenmäßig vergleichbaren „vollaktivem“ (also mit eigener Lautstärkeregelung ausgestatteten) Parallelmodell. Für einen Studiomonitor bedeutet das aber eine deutlichere Einschränkung. Weil es da ja genau darum geht, möglichst unangestrengt auch die feinsten Klangstrukturen zu erfassen. Wenn du tatsächlich eine Box für die Arbeit am Mischpult oder der DAW suchst, ist die Teufel somit nicht ohne Konkurrenz: Kleine, aktive Genelecs, Adam Audios und Tannoys sind auch nicht viel teurer, lösen feiner auf, bieten dafür in Tiefbass und Grobdynamik weniger Wucht. Du musst also abwägen – die Teufel Studio 5X sollte bei der Abwägung aber auf jeden Fall dabei sein.

Wie sich die Teufel Studio 5X im Vergleich mit anderen Aktivboxen ohne Streaming schlägt, verrät dir ein Blick auf unsere Bestenliste:

Reizvolles Konzept mit kleinem Koax und Powerbass

Wenn wir heute von Aktivboxen sprechen, meinen wir oft Lautsprecher, die neben der reinen Verstärkung auch Lautstärke- und Klangregler und eine Auswahl analoger wie digitaler Eingänge mitbringen. Kommt dann noch integrierte Streamingfähigkeit dazu, ersetzen solche Aktivboxen eine ganze Anlage. Die Teufel-Monitore entsprechen dagegen mehr der traditionellen Definition einer Aktivbox: Frequenzweichen und spezialisierte Endstufen für jeden Frequenzbereich sind in den Boxen eingebaut, aber mehr auch nicht. Als Vorarbeiter wünschen sich die Studio 5X also ein Gerät mit eigener Quellenwahl und geregelten Line-Ausgängen. Also einen klassischen Vorverstärker, einen Monitor-Controller oder ein Mischpult. Oder, wie in unserem Test, einen Netzwerk-Player mit variablem Ausgang. Rechte und linke Box sind identisch, jede Einstellung musst du also an beiden Kanälen vornehmen.

Teufel Studio 5X Eingänge Detail
Eine XLR-Klinken-Kombibuchse und eine Cinchbuchse stehen deinem vorverstärkten Musiksignal zur Verfügung. Weiter unten gibt es auch noch ein Cinch-Stereopärchen.

Studionutzer:innen werden die Teufel meist mit symmetrischen XLR- oder TRS-Klinkenkabeln anschließen. Beide passen in die entsprechende Kombibuchse am Heck. Darunter bietet sich als Zugeständnis an die HiFi-Kundschaft aber auch eine Cinchbuchse an. In jedem Fall findest du am Boxenrücken unter den Eingängen auch einen Gain-Regler, um die Empfindlichkeit des Monitors an die Ausgangsspannung deiner Quelle anzupassen. Der Regler ist gerastert und skaliert, was die kanalgleiche Einstellung erleichtert. Eine Eingangsumschaltung gibt es nicht. Du kannst also immer nur eine Eingangsart gleichzeitig belegen.

Wo es praktischer ist, kannst du dich auch für die Studio 5X BT entscheiden. Diese kommt nicht nur mit einem Bluetooth-Empfänger, sondern auch mit einem zusätzlichen Cinch-Pärchen samt separatem Pegelregler. So kannst du auch eine weitere Musikquelle mit fixem Signal anschließen. Etwa einen CD‑Player. Das Signal für den anderen Kanal wird von der Primärbox per CAT5-Kabel auf die andere Seite geführt. Die passende LAN-Buchse bleibt auch bei unserer Bluetooth-freien Version erhalten, hat aber keine Funktion.

Klanganpassung mit Schiebeschaltern

Je nach Geschmack und Raumakustik kannst du Bass und Hochton der Teufel Studio 5X um jeweils 2 dB absenken oder anheben. Das sind keine drastischen Änderungen, und die Box bleibt in jeder Einstellung ihrer grundsätzlich neutralen Balance treu. In unserem Hörraum blieb der Bassschalter in Mittelstellung, während uns die Höhen mit der leichten Anhebung authentischer vorkamen. Ebenfalls auf den Bass, aber bei tieferen Frequenzen und mit deutlicherem Einfluss, wirkt die Standortentzerrung, die drei Positionen anbietet: frei stehend brauchen die Boxen keine Korrektur, wandnah gewinnt der Bass drei Dezibel, in der Ecke sechs, was die beiden letzteren Stellungen entsprechend kompensieren.

Teufel Studio 5X Einstellungen Rückseite
Weder App, noch Fernbedienung sind nötig: EQ und alle anderen Einstellungen lassen sich für jede Box einzeln auf ihrer Rückseite vornehmen.

Und dann gibt es noch den „Desk Filter“, der eigentlich nur bei Studiomonitoren vorkommt, dort aber sehr häufig. Denn kompakte Monitore stehen im Studioumfeld fast immer auf oder über Mischpulten, Schreibtischen oder ähnlichen Flächen, die den auftreffenden Schall reflektieren.

Diese Reflexionen haben einen sehr kurzen Weg und entsprechend geringe Laufzeiten, was für störende Wellen im Frequenzgang sorgt. Der Desk Filter, schaltbar in zwei Stärken für unterschiedlich große Flächen (beispielsweise ein ausladendes Mischpult oder ein kleiner Schreibtisch mit Tastatur und Bildschirm), versucht, diese Welligkeiten zu glätten. Was ihm natürlich nur näherungsweise gelingen kann, weil jede Aufstellsituation ein bisschen anders ist. Zwei weitere Schiebeschalter komplettieren die Ausstattung der Teufel Studio 5X. Der eine legt fest, ob und mit welcher Verzögerung sich die Boxen automatisch abschalten, wenn kein Signal kommt. Und der andere dimmt dreistufig die weiße Status-LED, die die Teufel wie einen einsamen Zahn in ihrem Bassreflex-Maul tragen.

Teufel Studio 5X Detail Bassport und Sicke
Dicke Sicken und der nach vorn gerichtete Bassport sorgen für kräftigen Tiefton. Die Status-LED lässt sich dimmen.

Teufel Studio 5X: Basstreiber mit dicker Lippe

Dass der Reflexkanal vorn mündet, leuchtet ein. Hinter der Box ist in den meisten Studio-Setups wenig Platz. Zudem haben damit die Bassanteile des Tieftöners und des Reflexkanals nahezu den gleichen Entstehungsort. Der Tieftöner ist mit 125 mm Korbdurchmesser nicht riesig, dafür aber für sehr hohe Belastbarkeit und extralangen Hub ausgelegt. Das erkennt man zum Beispiel an seinen Doppelmagneten und der dicken, wulstigen Gummisicke. Ein echter Bass-Spezialist, der dafür im Mittelton schon etwas früher abgelöst werden muss. Genau das tut die im Dreiwege-Prinzip aufgebaute Teufel mit ihrem 70-mm-Konusmitteltöner. Von diesem Treiber sieht man fast nichts, weil er sich hinter dem Hochtöner versteckt. Zusammen bilden die beiden Treiber einen Mittelhochton-Koax, der die Frequenzen symmetrisch und homogen abstrahlt. Koaxialtreiber neigen dadurch zu einer besonders präzisen, fokussierten Raumabbildung, wie wir sie beispielsweise von den KEF Q Concerto Meta kennen. Und auch die Studio 5X ging im Hörtest in eine ähnliche Richtung.

Teufel Studio 5X Hochtöner Detail
Der Hochtöner mit seinem abstehenden Waveguide sitzt genau im Zentrum des Mitteltöners.

Untergebracht sind die drei Treiber in einem stabilen, schweren MDF-Gehäuse, erhältlich ausschließlich in mattschwarzem Lack. Die Schallwand ist mit einer zweiten Lage aufgedoppelt, um die unmittelbare Umgebung der Treiber glatt und kantenfrei zu halten. Die Elektronik, also Netzteil, Aktivweiche und drei Endstufen in jeder Box, sitzt innen an der Rückwand, die aus Alu besteht und zugleich als Kühlfläche dient. Eine Abdeckung gibt es nicht, ebensowenig eine Fernbedienung – die ohne umschaltbare Eingänge und Lautstärkeregelung auch wenig Sinn hätte. Geregelt und geschaltet wird bei so einer klassischen Aktivbox nun mal im Vorverstärker oder Mischpult.

Unser Fazit zu den Teufel Studio 5X

Dynamik, Pegelfestigkeit, präzise Stereoabbildung und eine sehr direkte Klangbalance machen den Monitor-Ambitionen der Studio 5X alle Ehre. Transparenz und Feinsinn könnten ausgeprägter sein. Aber das auch noch von diesen verblüffend vollwertigen Dreiwege-Aktivboxen zu verlangen, würde schon an Maßlosigkeit grenzen. Ob im Heimstudio oder im Wohnzimmer – die Teufel Studio 5X liefern einen fantastischen Gegenwert.

HIFI.DE Testsiegel Aktiv-Lautsprecher Teufel Studio 5X 7.8

Hier kannst du die Teufel Studio 5X wahlweise mit oder ohne Bluetooth-Empfang bestellen:

Technische Daten
Bauart 3-Wege Bassreflex
Leistung 2x 122 Watt (68 W TT, 36 W MT, 18 W HT)
Eingänge 1x TRS/XLR Kombibuchse, 1x Mono-Cinch, 1x Stereo Link (RJ45), Stereo-Cinch (nur bei BT-Version)
HDMI ARC / eARC – / –
Quellen kabellos Bluetooth (AAC, aptX HD) (nur bei BT-Version)
Streaming –
Sprachassistenten –
Bedienung Gerät (Rückseite)
Verbindung Primary/Secondary Stereo Link (CAT5) (nur für BT-Version)
Abmessungen (BxHxT) 250 x 310 x 350 mm
Gewicht 7,3 kg
Verfügbare Farben Mattschwarz
Paarpreis 499,99 Euro (549,99 Euro für BT-Version)

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