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TCL Raydanz im Test: Günstige Atmos-Soundbar

Die Dolby-Atmos-Soundbar TCL Raydanz soll eine neue Technologie nutzen, um Filmton und Musik in ungeahnter Klangqualität wiederzugeben. Das gelang ihr in unserem Test zumindest teilweise gut.
Lautsprecher-Leistung (Hersteller-Angabe)
240 Watt (Soundbar), 300 Watt (Subwoofer)
Anzahl Kanäle
3.1
Anschlüsse / Schnittstellen
1x HDMI-In (2.0), 1x HDMI-Out (ARC), Wi-Fi, Bluetooth, Optisch, USB, 3.5mm AUX-In
Unterstützte Soundformate
Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, Dolby Atmos
Sprachsteuerung
Works with Hey Google
Abmessungen (BxHxT)
105 x 5,8 x 11 cm
Preis
379 Euro
TCL Raydanz
In Kürze
Die TCL Raydanz ist ein idealer Begleiter, wenn du Wert auf Surround-Sound legst und gleichzeitig an Geld und Lautsprechern sparen möchtest. Per Google Home bedienbar und mit überschaubaren Ausmaßen passt sie in so ziemlich jedes Wohnzimmer. Allerdings hat sie Schwächen bei der Musikwiedergabe.
Vorteile
  • Günstiger Preis
  • verblüffende virtuelle Surround-Effekte
  • Einfache Bedienung via Google Home oder Fernbedienung
Nachteile
  • Komplizierte Interneteinrichtung
  • Unausgewogener Klang mit Musik
  • Tonumfang von Soundbar und Subwoofer passen nicht zusammen

Raydanz, frei übersetzt „Strahlentanz“, nennt TCL seine neue Soundbar, die mit Unterstützung für Dolby Atmos, kabellosem Subwoofer und Integration der smarten Funktionen von Google Assistant überzeugen will. Besonders beeindruckend: Die großen, geschwungenen Schallreflektoren an den Seiten. Ob diese, wie TCL verspricht, „Klangstrahlen“ im Raum tanzen lassen und ein echtes immersives Klangerlebnis erzeugen?

TCL Raydanz Fernseher
Die TCL Raydanz sieht schlank und unscheinbar aus, kitzelt jedoch einiges an Klang aus dem TV heraus.

Die TCL Raydanz im Klang-Test

Filmklang und Virtual Surround

Nach den ersten Hörversuchen haben wir noch einmal in den technischen Daten nachschauen müssen. Die Soundbar soll wirklich nur drei verstärkte Kanäle haben? Denn gerade der Surround-Klang bei Filmen war vom Start weg durchaus verblüffend. Was ihr an Lautsprechern für „echten“ Surround-Sound fehlte, machte die TCL Raydanz offensichtlich durch virtuellen Raumklang in Verbindung mit den seitlichen Reflektoren wett.

Sogar bei der Wiedergabe von Dolby Atmos ließ sich die TCL-Soundbar nicht lumpen und erzeugte auch ohne nach oben gerichtete Lautsprecher wahrnehmbare vertikale Effekte.

Natürlich kann das Leichtgewicht mit nur drei Verstärker-Kanälen keine echte 3D-Soundkulisse um dich herum erzeugen. Die Raydanz kann aber Dolby-Atmos-Signale verarbeiten und das Signal so anpassen, dass die räumliche Wiedergabe sowohl horizontal als auch vertikal weit größer wirkt, als man das dem 1,05 Meter breiten und nur 5,8 cm hohen Klangriegel zutrauen würde.

TCL Raydanz Schallwellen
TCL verspricht dreidimensionalen Klang dank gewölbter Reflektoren an den Seiten. Zumindest bei Filmen gelingt ihr das auch erstaunlich gut. | Bild: TCL

Für den nötigen Tiefgang sorgt der im Set mitgelieferte, kabellose Subwoofer. Dieser sollte nach Möglichkeit nicht zu nah an der Soundbar stehen, da der Klang sonst schnell verfärbt wird und der Bass anfängt zu wummern. Stellst du ihn aber zum Beispiel neben die Couch, leistet er, was er soll: Action-Szenen und Blockbuster klingen deutlich „fetter“. Etwas mehr Präzision und Kontrolle wären dabei jedoch wünschenswert.

Musik und Präzision

Ähnlich wie andere Soundbars in dieser Größe hat auch die TCL Raydanz die größten klanglichen Probleme beim Übergang von der Soundbar zum Subwoofer.

Hier gibt es ein recht breites Band an Frequenzen, für das sich keiner der beiden so recht zuständig zu fühlen scheint. Töne, die schon zu tief für die Soundbar sind, aber noch zu hoch für den Subwoofer, werden mitunter einfach verschluckt. So schrumpft mit der TCL Raydanz das Oscar Peterson Trio zwischenzeitlich zum Duo, wenn Ray Brown mit seinem Kontrabass genau in dieses Loch stolpert und kaum noch zu hören ist.

TCL Raydanz Subwoofer
Bei Filmen bilden Soundbar und Subwoofer ein Dream-Team, bei Musik hapert es an der Verständigung.

Leider ist die Wiedergabe der TCL-Soundbar auch am oberen Ende des Frequenzspektrums nicht immer ausgeglichen, die Höhen sind oft geradezu schmerzhaft präsent. Was bei Filmen durchaus hilfreich kann, da so Dialoge besser zu verstehen sind, erweist der Musik einen Bärendienst: Man versteht zwar jedes Wort, doch hört sich alles auch irgendwie angestrengt und zuweilen blechern an. Maria Menas glockenklare Stimme klingt bei Viktoria wie aus einer schlechten Konserve. Jeder einzelne S-Laut drängt sich unangenehm zischend in den Vordergrund.

Einrichtung und Bedienung

Die Einrichtung der TCL Raydanz gelingt größtenteils problemlos. Soundbar und Subwoofer verstehen sich auf Anhieb, die Signale vom Blu-ray Player werden per ARC-HDMI zum Fernseher weitergeleitet. Die einzige Herausforderung bestand in unserem Test bei der Verbindung mit dem Internet.

Anscheinend steckte die zuständige Software zum Zeitpunkt der Auslieferung noch in den Kinderschuhen: Die Tastenkombination, mit der sich die Soundbar laut Bedienungsanleitung zur Kontaktaufnahme mit dem Netzwerk überreden lassen sollte, funktionierte bei uns nicht. Glücklicherweise hat TCL das Problem erkannt und eine passende Hilfe auf der Homepage bereitgestellt. Hier findest du eine alternativen Anleitung für genau diesen Fall.

Ist die Verbindung zum Netz einmal hergestellt, kannst du das restliche Setup getrost mit der Google Home App erledigen. Wie von Google nicht anders zu erwarten, funktioniert das Einrichten der Soundbar als Lautsprecher im Google-Home-Universum innerhalb kürzester Zeit. Danach kannst du die TCL Raydanz ganz bequem vom Smartphone oder Tablet steuern. Noch besser: die Soundbar „works with Hey Google“. Du kannst also Google Assistant benutzen, um sie per Sprachbefehl zu steuern. Nur selber zuhören kann die Raydanz nicht, dafür fehlt ihr das Mikro. Diesen Part übernimmt dann eben das Smartphone.

TCL Raydanz Fernbedienung
Die wichtigsten Funktionen in der Hand: Die Fernbedienung zur TCL Raydanz.

Auch wenn ohne integriertes Mikro keine automatische Raumeinmessung möglich ist, kannst du die Bässe und Höhen mit der Fernbedienung anpassen und verschiedene Klangmodi auswählen. Heimkinofans und Gamer werden sich gleichermaßen über die Möglichkeit freuen, mit nur zwei Tasten auf der Fernbedienung den Ton mit dem das Bild zu synchronisieren.

Praxis & Design

Wenn man die TCL Raydanz von vorne sieht, will man nicht glauben, dass aus einer so flachen Box so ein raumfüllender Surround-Klang kommen kann. Zumal sich alle Lautsprecher hinter der knapp geschnittenen Stoffbespannung in der Mitte der Soundbar verstecken, links und rechts des Displays. Der größte Teil der Front wird nämlich von den geschwungenen Kunstoff-Reflektoren eingenommen, die den Schall in die richtige Richtung lenken sollen.

TCL Raydanz ARC
Blaue LEDs zeigen dir an, welche Einstellungen/Eingänge aktiv sind.

Folgerichtig strahlen die Treiber für den linken und rechten Kanal auch nicht gerade nach vorn, sondern zur Seite und „schleudern“ den Schall über die auf der Seite liegenden Sprungschanzen in den Raum. Und das funktioniert ganz erstaunlich gut und zumindest bei Filmen eine sehr breit gefächerte Klang-Darstellung.

TCL Raydanz Bass Rückseite
Besonders der Subwoofer (hier die Rückseite mit Bassreflexrohr) könnte wertiger ausfallen.

Im Vergleich zu vielen anderen Soundbars ist die TCL Raydanz ein echtes Leichtgewicht. Nur 2,6 Kilogramm bringt sie auf die Wage. Was bei der Wandmontage – die Wandhalterung ist im Lieferumfang inbegriffen – von Vorteil sein kann, kostet Punkte bei der Wertigkeit – man sieht und fühlt jede Menge günstiges Plastik. Auch die Oberfläche des Subwoofers, der es immerhin auf 5,5 Kilogramm bringt, könnte sauberer verarbeitet sein. Auf der Habenseite verbucht die TCL Raydanz hingegen eine praktische Abdeckung, die Anschlüsse und  Kabelgewirr auf der Rückseite gnädig verdeckt.

TCL Raydanz – Test-Fazit

Wenn du eine günstige Dolby Atmos Soundbar mit Subwoofer suchst, die deinen Lieblingsserien und Filmen das nötige Feuer gibt, kannst du mit der TCL Raydanz glücklich werden: Sie gibt Dialoge glasklar wieder, füllt den Raum mit verblüffend überzeugendem  Surround-Sound, und der Subwoofer müht sich redlich um ein angemessenes Bass-Fundament.

Da sie über zwei HDMI-Eingänge und einen HDMI-ARC-Anschluss verfügt, ist die günstige TCL-Soundbar zudem vielseitig einsetzbar. Die einfache Integration in die smarte Welt von Google Home rundet das Angebot ab. Leider reicht das alles nicht aus, um auch bei der Musikwiedergabe zu trumpfen. Hier dominiert leider unausgewogener Klang mit blechernen Gesangstimmen, überzogenen Höhen und deutlichem Kontrollverlust im unteren Frequenzbereich.

Technische Daten
Lautsprecher-Leistung (Hersteller-Angabe) 240 Watt (Soundbar), 300 Watt (Subwoofer)
Anzahl Kanäle 3.1
Anschlüsse / Schnittstellen 1x HDMI-In (2.0), 1x HDMI-Out (ARC), Wi-Fi, Bluetooth, Optisch, USB, 3.5mm AUX-In
Unterstützte Soundformate Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, Dolby Atmos
Netzwerk Ja
AirPlay 2 Ja
Sprachsteuerung Works with Hey Google
Farbvarianten Shadow Black
Abmessungen (BxHxT) 105 x 5,8 x 11 cm
Gewicht 8,1 kg
Mitgeliefertes Zubehör Subwoofer, Fernbedienung, Wandhalterung, HDMI-Kabel, Toslink-Kabel
Preis 379 Euro

Was hältst du von der TCL Soundbar? Kann so eine Soundbar für dich ein echtes Surround-System inzwischen überflüssig machen? Sag uns deine Meinung in den Kommentaren!

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