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Netflix: Maßnahmen gegen Account-Sharing schon Anfang 2023 geplant

Netflix hat internationale Maßnahmen gegen das Account-Sharing angekündigt. Innerhalb der nächsten Monate will man durchstarten.
Netflix wird schon bald in Europa gegen das Account-Sharing vorgehen. Bild: BoliviaInteligente

Netflix duldete es lange Zeit stillschweigend, wenn du dein Konto über den eigenen Haushalt hinaus mit anderen teiltest. In den AGB ist dies formal aber schon lange untersagt. Mittlerweile möchte das Unternehmen gerne die Trittbrettfahrer*innen zu zahlender Kundschaft machen. Schon 2022 experimentierte man deshalb mit Maßnahmen gegen das Account-Sharing – zunächst in Südamerika. Im Zuge der Verkündung der letzten Quartalsergebnisse ist man zu den Plänen konkreter geworden.

So will man noch innerhalb des ersten Quartals 2023, also vor dem 1. April 2023, aktiv werden. In Südamerika handhabt man es folgendermaßen: Wer beim Teilen seines Kontos bzw. Passworts „auffällig wird“, erhält von Netflix den Hinweis auf ein kostenpflichtiges Angebot. Für einen zusätzlichen Zugang pro Mitbenutzer*in außerhalb des eigenen Haushalts soll ein Aufschlag anfallen. Wie hoch dieser Betrag in Europa bzw. Deutschland ausfallen könnte, ist aber offen. Auch wissen wir noch nicht, wie rigide Netflix Konten kündigen wird, die jenen Aufschlag nicht zahlen möchten und dennoch weiter ihr Konto teilen.

Netflix bietet als günstige Alternative mittlerweile auch einen Tarif mit Werbung an.
Netflix bietet als günstige Alternative mittlerweile auch einen Tarif mit Werbung an. | Bild: Netflix.

Netflix geht davon aus, dass es rund 100 Millionen Haushalte unter den Kund*innen gibt, die ihr Konto mit Dritten teilen. Es ist aber anzunehmen, dass Netflix nicht alle zusätzlichen Zuschauer*innen von einem Abonnement überzeugen kann. Vielmehr dürften auch viele Kündigungen eingehen, da den Menschen die Kosten alleine oder mit Aufschlag zu hoch werden. Auch das dürfte der Streaming-Anbieter bei seinen Maßnahmen jedoch einberechnen.

Netflix: Wechsel an der Spitze

Im Übrigen gibt es bei Netflix auch einen Wechsel an der Spitze. Führte bisher Reed Hastings als CEO das Unternehmen, so sind es ab sofort die Co-Geschäftsführer Ted Sarandos und Greg Peters. Hastings bleibt zukünftig als Executive Chairman dennoch in einer wichtigen Position. In Bezug auf die kommenden Maßnahmen gab Hasting noch zu Protokoll, dass Netflix zwar mit einer gewissen Kündigungsrate kalkuliere, am Ende des Tages aber mit mehr Einnahmen als zuvor rechne.

Man wolle dabei den Übergang erleichtern und es den Nutzer*innen möglichst einfach machen, kostenpflichtig weitere Haushalte zu ihrem Konto hinzuzufügen. Offen ist aber noch, wie man technisch fehlerfrei die geteilten Konten erkennen will. So ist es schließlich erlaubt, Netflix etwa an mehreren Geräten und auch auf Reisen zu verwenden. Gerade in Familien könnte es also auch bei „korrekter“ Nutzung zu Fehlalarmen kommen. Hier wird der Streaming-Anbieter sensibel vorgehen müssen.

Für Netflix weht mittlerweile ein härterer Wind: Die Konkurrenz im Streaming-Markt ist in den letzten Jahren durch Neuankömmlinge wie Disney+, Apple TV+ oder auch Paramount+ gewachsen. Dazu kommt, dass die großen Hollywood-Studios zugunsten ihrer eigenen Streaming-Plattformen ihre Titel von Netflix abziehen. Um das eigene Angebot attraktiver zu machen, investiert Netflix dabei nicht nur zunehmend in Eigenproduktionen, sondern bietet mittlerweile auch einen werbefinanzierten Tarif an.

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