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Netflix: Account-Sharing soll teurer werden

Netflix untersagt das Account-Sharing zwischen Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben, seit jeher. Doch nun will der Streaming-Anbieter scheinbar strenger dagegen vorgehen.
Netflix will bald gegen Account-Sharing vorgehen. Bild: Dima Solomin

Der Streaming-Anbieter Netflix erlaubt es dir, dein Konto mit anderen Bewohner*innen deines Haushalts zu teilen. Streng genommen sind das eben nur am selben Ort wohnende Familienmitglieder, Partner oder WG-Mitbewohner*innen. Es ist seit jeher untersagt, das eigene Konto mit Personen zu teilen, die nicht an derselben Adresse leben. Bisher tolerierte der Streaming-Anbieter das Account-Sharing jedoch stillschweigend. Doch angesichts schwindender Abonnentenzahlen und eines Absturzes des Aktienkurses um ca. 30 %, denkt man bei Netflix um. In Zukunft wolle man deutlich strenger gegen das Teilen von Passwörtern / Konten vorgehen.

Wie CNBC unter Berufung auf Sprecher*innen von Netflix berichtet, will Netflix in Zukunft eine Gebühr erheben, wenn mehrere Menschen gemeinsam ein Konto nutzen, aber nicht zusammen leben. Man experimentiert bereits mit diesem Kurs in Südamerika. Konkret fallen deswegen in Peru, Costa Rica und Chile jeweils zusätzlich umgerechnet zwischen ca. 2 Euro bis 2,80 Euro an Aufpreis an. Das gilt pro Unterkonto, dessen Nutzer*in nicht an derselben Adresse wohnt, wie der Inhaber bzw. die Inhaberin. Damit ist denkbar, dass Netflix auch in Deutschland später ähnliche Aufpreise pro zusätzlichem Account mit “fremder” Adresse erheben wird.

Netflix erhofft sich vom Vorgehen gegen Account-Sharing natürlich Mehreinnahmen.
Netflix erhofft sich vom Vorgehen gegen Account-Sharing natürlich Mehreinnahmen. | Bild: Venti Views

Früher duldete Netflix das Account-Sharing, da man den positiven Aspekt sah: Wenn mehr Zuschauer*innen die Inhalte des Streaming-Anbieters ansehen, gibt es mehr Mund-Propaganda und ergo auch mehr Neukund*innen. Mittlerweile glaubt man wohl nicht mehr an diese Rechnung. Allerdings spielt Netflix natürlich mit dem Feuer: Sollte das Unternehmen die Aufpreise zu hoch ansetzen oder zu drakonisch gegen Account-Sharing vorgehen, könnten die Abonnentenzahlen noch weiter sinken.

Account Sharing: Netflix vor schwierigem Balanceakt

Zum einen ist Netflix ohnehin schon teurer als andere Streaming-Anbieter. Das Premium-Abonnement mit 4K, HDR / Dolby Vision und Dolby Atmos kostet derzeit monatlich 17,99 Euro. Da liegt man deutlich über der Konkurrenz von z.B. Disney+ mit 8,99 Euro im Monat oder Apple TV+ mit 4,99 Euro. Somit ist es möglich, dass weitere Preiserhöhungen mehr Nutzer*innen zum Absprung veranlassen. Zum anderen gibt es aber Familien, in denen Personen reisen oder temporär, bedingt durch Arbeit, Ausbildung und Studium, woanders leben. Eine Vorgehensweise mit der Brechstange würde dann die ehrlichen Kund*innen verärgern.

Laut Netflix-COO Greg Peters wolle man deshalb mit Bedacht vorgehen. Man wolle keine bisherigen Nutzer*innen aussperren, sondern ein faires Angebot für beide Seiten schaffen. Die exakte Balance zu finden, werde noch eine Weile dauern. Peters rechnet damit, dass die Planung noch ca. ein Jahr in Anspruch nehmen werde. Wie es aktuell aussieht, wäre Netflix dann er der erste Streaming-Anbieter, der aktive Maßnahmen gegen das Account-Sharing ergreift. Wir rechnen damit, dass die Konkurrenz die Auswirkungen dieser Vorgehensweise zunächst beobachten wird. Sollte Netflix Erfolge verbuchen, könnten auch andere Anbieter wie Disney+ nachziehen.

Marktbeobachter*innen rechnen damit, dass Netflix im ersten Schritt gegen die offensichtlichsten Account-Sharer vorgehen wird. Als Beispiel nennt man Konten, die etwa von 15 Personen beansprucht werden. Nach und nach wird man sich dann weiter vorwagen, um diese gängige Praxis einzudämmen.

Was hältst du vom Teilen der Konten bei Streaming-Anbietern? Legitime Sache, um etwas Geld zu sparen? Oder ist das vielmehr eine Vorgehensweise, die am Ende nur anderen Kunden schadet?

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