TCL X11L im Test: Nimmt es TCLs neuer Kraftprotz wirklich mit den OLEDs auf?
- Display
- Mini-LED-LCD
- Auflösung
- 4K (3.840 x 2.160)
- Verfügbare Größen
- 75", 85", 98"
- Getestete Größe
- 75"
- HDR-Unterstützung
- HDR10, HLG, HDR10+, Dolby Vision
- Bildfrequenz
- 120 Hz / 144Hz / 165 Hz
- Video-Eingänge
- 4 x HDMI 2.1
- Preis (UVP/Straßenpreis)
- 6.999 Euro / -
Der TCL X11L stellt Rekorde im Kontrast auf und überzeugt mit seiner hohen Bildqualität sowie brillanten HDR-Bildern, für die du allerdings die richtigen Einstellungen brauchst. Guter Klang, schnelles Gaming und eine sehr gute Bedienung runden das Konzept ab.
- Enormer Kontrast, sehr gutes Bild
- Top-Schwarzwert
- 4 HDMI für Gaming mit allen Features
- Guter, kräftiger Klang
- Edles Design
- Dolby Vision nicht optimal
- HDR-Werkseinstellung zu dunkel
- Relativ hochpreisig
Der stärkste Mini-LED-Fernseher von TCL ist der X11L. Du hast bei diesem Topmodell die Wahl zwischen drei TV-Größen: 75, 85 und 98 Zoll. Damit kommt er für alle infrage, die einen großen, schicken Fernseher mit toller Ausstattung wollen. Ob er auch in Bild und Ton ganz oben mitspielt, haben wir in unserem Test anhand des 75X11L herausgefunden.
TCL X11L: Design und Verarbeitung
- Schlankes, edles Design
- Display bis in die Ecken
Das Design des TCL X11L ist nur 2,4 Zentimeter dick und unterstreicht den Anspruch eines Premium-TV durch eine klare, geradlinige und ansprechende Gestaltung. Ein Clou: Die Pixel des Bildschirms gehen bis unmittelbar an den Rahmen aus Metall.

Das Gehäuse besteht rundum aus Metall, dazu kommen frontal abstrahlende Lautsprecher hinter einem eleganten Gitter. Der 75-Zoll-Fernseher kann mithilfe einer VESA-Wandhalterung aufgehängt werden. Zum Lieferumfang gehören zwei Metallfüße, die in dieser Größe etwa 1,5 Meter voneinander entfernt sind.

Zweckmäßig ist zudem die Rückseite, die eine weitgehend ebene Fläche darstellt. Hier findest du praktische Halter, die dir bei der Installation von Kabeln wie HDMI oder TV-Anschluss helfen.

TCL X11L – die Bildqualität
- Enormer Kontrast und gute Entspiegelung
- Saubere Farben im Filmmaker-Modus
- Heller als andere Fernseher
Eine Vorbemerkung: Der hier getestete X11L stand schon vor dem Verkaufsstart bei uns im Testlabor. Wir gehen davon aus, dass sich einzelne Aspekte noch weiter verbessern werden, sobald es neue Firmware-Updates gibt. Insofern ist unser Testurteil in diesem Fall zunächst vorläufig.
Der Bildschirm des neuen TCL-Flaggschiff-TV X11L ist wohl das Beste, was die konzerneigene Display-Schmiede CSOT herstellt. Das randlose Display hat ein Mini-LED-Backlight mit mehr als 11.000 einzeln gedimmten Zonen. Seine glänzende Oberfläche ist stark entspiegelt und hat die neueste Quantum-Dot-Technik für maximal brillante Farben im Innern verbaut.

Rekordwerte für Kontrast und Helligkeit
Die aufwendige Technik schlägt sich mit entsprechenden Ergebnissen in unseren Messungen aus dem Testlabor nieder. So haben wir nie einen höheren Kontrast bei einem Mini-LED-Fernseher gemessen. Gleichzeitig stellt der X11L einen Helligkeitsrekord bei rund 9000 Nit auf. Das geht allerdings nur für kurze Momente unter optimierten Einstellungen im Dynamik-Modus. Unsere Messungen haben Werte im Bereich von 8800 bis 8900 Nits für den 75X11L ergeben, wobei die größeren Modelle noch bis 10.000 hochgehen sollen.
Im normalen Betrieb, für den wir den Filmmaker-Bildmodus auswählen, liegt die Spitzenhelligkeit immer noch bei guten 4000 Nits, wenn du die Helligkeit selbst auf volle Leistung einstellst.

Apropos volle Leistung: Die elektrische Leistungsaufnahme, also der Stromverbrauch, ändert sich unmittelbar mit der Bildeinstellung. Für ein farbiges HDR-Testbild haben wir bei voller Helligkeit 246 Watt im Filmmaker-Modus gemessen. Im Dynamik-Modus kamen wir auf rund 350 Watt.
Blooming endlich besiegt?
Seit es Local Dimming und Mini-LED-TVs gibt, gilt das sogenannte Blooming als deren verletzliche Stelle, wo sie nicht mit OLED-Fernsehern mithalten können. Durch Blooming verliert ein schwarzer Hintergrund um ein helles Objekt herum seine Tiefe, was besonders im dunklen Heimkino auffällt. Das neue Panel im TCL X11L hat diese Schwäche so weit überwunden, dass man den Schwarzwert mit bloßem Auge nicht mehr von einem OLED-Schwarz unterscheiden kann.
Lediglich aus seitlichen Winkeln betrachtet nimmt der Kontrast immer noch etwas ab. Das ist allerdings ein Effekt, der auf die physikalischen Eigenschaften aller kontraststarken Bildschirme unter den LCD-Fernsehern zurückzuführen ist. Die Brillanz der Farben und die hohe Strahlkraft überwiegen jedoch deutlich.
Filme und Fernsehen
Mit seinen werkseitigen Voreinstellungen bringt der TCL-Fernseher schon ein recht ansehnliches Fernsehbild mit, mit dem viele bereits glücklich sein werden. Wer eine möglichst natürliche Farbwiedergabe erzielen möchte, sollte den Filmmaker-Modus wählen. Hier zeigt der X11L von TCL ein insgesamt sauberes HDTV-Bild mit sehr guter Farbeinheit.

Insgesamt überzeugt uns die neutrale Farbwiedergabe im Filmmaker-Modus. Absolute OLED-Spitzenmodelle wie der Panasonic Z95B oder ein LG OLED G6 sind zwar in der Präzision der Farbwiedergabe noch genauer, der Unterschied ist aber schon recht klein. So kannst du auch Filme auf Blu-ray-Disc oder Full-HD-Streaming mit einer erstklassigen Bildqualität genießen, die nicht zuletzt von dem hohen Kontrast und dem tiefen Schwarzwert profitiert.
Die wichtigsten Messwerte für den TCL X11L
- Spitzenhelligkeit (HDR 10-Prozent-Fenster): 3767 Nits (Modus Filmmaker)
- Farbtemperatur: 7013 Kelvin (Modus: Filmmaker)
- Farbraum UHDA-P3: 99,1 % (HDR10)
- Durchschnitt dE2000 (SDR): 1,72 (Calman ColorChecker)
HDR mit dem TCL X11L
Besonders für HDR-Inhalte hat der X11L einige scharfe Pfeile im Köcher. Sein Bildschirm ist auch bei hoher Helligkeit schön gleichmäßig ausgeleuchtet, der Kontrast ist riesig und sein Farbumfang deutlich größer als der übliche HDR-Farbraum DCI-P3.
Ärgerlich finden wir jedoch, dass die werkseitigen Voreinstellungen seine Helligkeit zunächst drastisch einschränken. Du musst also selbst zuerst die volle Helligkeit einstellen, um in den vollen HDR-Genuss zu kommen.

Dann aber trumpft der TCL-Fernseher stark auf. Durchschnittliche OLED-Fernseher, die höchstens 1500 Nit erreichen, zu denen wir auch einen LG OLED C5 zählen, übertrifft der X11L nämlich in der Helligkeit und im HDR-Farbvolumen. Du brauchst natürlich auch HDR-Bilder, die im Idealfall auf 4000 Nit gemastert sind. Ein Beispiel ist das Fantasy-Abenteuer Pan: Hier haben wir die gelbe Sonne am Horizont mit gut 3400 Nit gemessen! Auch die magischen Blitze und der Schutzschild um das Schloss Hogwarts in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2 haben wir so hell wie nie aufleuchten sehen.
Übrigens schaltet der X11L bei Standbildern recht schnell in einen dunkleren Betrieb um, wahrscheinlich um Energie zu sparen.
Wie der TCL sich im Vergleich mit anderen Spitzen-TVs schlägt, siehst du hier:
Dolby Vision mit dem TCL X11L
Bei Netflix laufen im Premium-Abo Serien und Filme in Ultra-HD und HDR (High Dynamic Range). Theoretisch das Beste, was ein potenter Fernseher wiedergeben kann. In unserem frühen Testmuster erschien die Dolby-Vision-Wiedergabe hell und detailreich, aber dennoch irgendwie unausgewogen. Im Vergleich gefiel uns das Dolby-Vision-Bild von Szenen aus Das Damengambit oder Joker auf dem Bravia 9 von Sony und dem OLED+950 von Philips besser. Hier erhoffen wir uns eine künftige Verbesserung durch ein Firmware-Update.
TCL X11L: Der beste TV für einen hellen Raum?
Damit ein Fernseher eine gute Figur in einem taghellen Raum macht, braucht er vor allem drei Dinge: Helligkeit, Kontrast und Entspiegelung. Von den ersten beiden hat der X11L mehr als genug, wenn man ihm die Fesseln des Stromsparens abnimmt. Der Bildschirm ist so gut entspiegelt, dass er auch im beleuchteten Raum sehr gut aussieht, solange die TV-Bilder ebenfalls hell sind, wie zum Beispiel beim Fußball.

In dunklen Spielfilm-Szenen siehst du allerdings schwache Spiegelbilder von deinen Möbeln und dir auf der glänzenden Oberfläche. Die Spitzenmodelle LG OLED G6 und Samsung S95F schneiden diesbezüglich besser ab. Der Samsung büßt zwar im Hellen etwas vom Schwarzwert ein, überzeugt aber mit seiner Mattierung. LGs OLED G6 glänzt mehr, schluckt dafür aber auch viel mehr Licht.
Die Anschlüsse
- Vier HDMI für Gaming mit höchster Geschwindigkeit
- USB-Mediaplayer, aber keine TV-Aufzeichnung
Der TCL X11L bietet mit seiner neuen Technik-Plattform vier HDMI-2.1-Anschlüsse. Damit steht er auf Augenhöhe mit den Platzhirschen LG und Samsung. Es sollen bis zu 165 Hertz für Gaming mit VRR möglich sein. Das ist mehr, als du für jede Konsole wie Xbox Series X oder PlayStation 5 benötigst.

Für TV-Sender gibt es Online-Kanäle und die klassischen TV-Tuner, mit denen du Kabel-TV, Satellit oder DVB-T2 HD nutzen kannst. Auch wenn es einen schnellen USB-3.0-Port gibt, bietet TCL nach wie vor keine Möglichkeit, Live-TV auf einer Festplatte aufzuzeichnen oder als Timeshift zu pausieren. Was aber geht, ist das Abspielen von Musik, Fotos oder Videos. Dazu ist der USB-Anschluss an der rechten Seite wirklich praktisch.

Bluetooth ist die drahtlose Technik beim X11L, wenn du einen Kopfhörer nutzt. Einen analogen Ton- oder Kopfhörerausgang hat der Hersteller nicht eingebaut.
Die Bedienung des TCL X11L
- Beleuchtete Fernbedienung
- Gute Menüführung mit Google TV
- Spracheingabe
Die Bildschirmmenüs sind ähnlich wie bei anderen Fernsehern mit Google-TV-Betriebssystem aufgebaut. Damit kannst du dich auch ohne Anleitung in der Regel gut zurechtfinden.

Die mitgelieferte Fernbedienung in elegantem Silber ist gleichzeitig handlich und funktionell. Sie verzichtet auf Zifferntasten und die vierfarbigen Multifunktionstasten. Doch sie enthält alle wichtigen Funktionen auf kleinem Raum und bietet außerdem eine praktische Tastenbeleuchtung.
Die farbigen TV-Funktionstasten Rot, Grün, Gelb und Blau und Ziffern lassen sich bei Bedarf auf dem Bildschirm einblenden. So kann man beispielsweise die Mediatheken aufrufen. Wenn diese vier bunten Tasten auch einen Platz in der Fernbedienung hätten, wäre es noch besser.
Ansonsten versteht der Fernseher auch Befehle per Sprachsteuerung. Wenn du das eingebaute Mikro im TV-Gerät abschalten möchtest, findest du den Schalter mittig an der Unterseite in der Nähe des TCL-Logos.
Smart TV mit dem großen Mini-LED-TV
Das Smart-TV-Betriebssystem bei TCL ist Google TV, das auf Android basiert. Du findest es im X11L wie zuvor im C8K, C7K und Q7C als Smart-TV-System. Die Auswahl an Video-Streaming-Diensten und Online-Apps ist dank des Google TV Play Stores besonders groß.

Du kannst dabei über eine gut funktionierende Sprachsteuerung mit dem Fernseher reden. Die Spracheingaben versteht die KI ziemlich gut, doch bestimmte Filme zu suchen, ist immer noch oft mühsam. Praktisch für iPad- und iPhone-Nutzer:innen ist die Unterstützung von Apple AirPlay. Andere freuen sich über die drahtlose Bildschirmspiegelung von Mobilgeräten per Wi-Fi.
Der Sound: So klingt der TCL X11L
Für die Klangqualität hat TCL mit der renommierten Marke Bang & Olufsen zusammengearbeitet. Herausgekommen ist ein beeindruckend kräftiger Sound mit einem soliden Bass und guter Verständlichkeit. Zwei Tieftöner in der Rückwand tun ihr Übriges dazu.

Es gibt gute Möglichkeiten, den Klang noch etwas für dein Gehör anzupassen. Dazu bietet sich auch das praktische Beo-Sound-Menü an. Soll es noch mehr Surround-Sound für dich sein? Dann sieh dir doch mal die besten Soundbars mit Subwoofer in dieser Bestenliste an.
Unser Testurteil für den TCL X11L
Unser Testurteil ist zwar zum Teil vorläufig, aber: Der neue TCL X11L ist schon jetzt der beste Fernseher von TCL, den wir bislang getestet haben. Er ist hell, sehr gut ausgestattet und bringt mehr Kontrast. So erreicht er in der HIFI.DE-Bildwertung das gleiche Niveau wie das Mini-LED-Spitzenmodell von Sony, der Bravia 9 – obwohl es noch einiges Potenzial für Verbesserungen bei der HDR-Wiedergabe gibt, die man derzeit noch manuell optimieren muss, um das beste Bild zu sehen.
Dennoch überwiegen seine Stärken: Der Kontrast ist gewaltig, der Schwarzwert fantastisch und die Farben brillant. Dazu kommen reichlich HDMI-Anschlüsse, Google TV und ein Sound, der vor Kraft strotzt und viele Einstellmöglichkeiten bietet.
| Technische Daten | |
| Display | Mini-LED-LCD |
| Panel Typ | LCD (VA) mit Quantum Dots |
| Auflösung | 4K (3.840 x 2.160) |
| Verfügbare Größen | 75", 85", 98" |
| Getestete Größe | 75" |
| HDR-Unterstützung | HDR10, HLG, HDR10+, Dolby Vision |
| Bildfrequenz | 120 Hz / 144Hz / 165 Hz |
| Digitaler Tuner | 1 x DVB-S/S2, -C, -T2HD |
| Video-Eingänge | 4 x HDMI 2.1 |
| HDMI-Funktionen | 4K@144 Hz, eARC, ALLM, VRR, CEC |
| Sonstige Anschlüsse | LAN, opt. Digitalausg., CI-Slot, 1,. USB 2.0 1 x USB 3.0 |
| Sprachassistenten | Google Assistant |
| AirPlay 2 | Ja |
| Drahtlos | WLAN, Bluetooth |
| Smart TV | Google TV |
| Maße mit Sockel | 1658 x 1024 x 380 mm |
| Maße ohne Sockel | 1658 x 979 x 24 mm |
| Gewicht ohne Standfuß / mit Standfuß | 39 kg / 40,5 kg |
| Durchschnittliche Leistungsaufnahme (SDR / HDR) | 128 Watt / 276 Watt |
| Energieeffizienzklasse (SDR / HDR) | F / G |
| Preis (UVP/Straßenpreis) | 6.999 Euro / - |
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