CDs wieder im Aufwind – doch kaum jemand hört die Musik darauf
Bild: Eugene via UnsplashDie meisten Menschen hören Musik mittlerweile per Streaming. So sind die Verkaufszahlen von CD-Playern und Plattenspielern längst nicht mehr der Rede wert. Physische Tonträger sind schlichtweg zur Nische geworden. Eigentlich ist da meistens die Rede von Vinyl als Medium für Liebhaber:innen und Sammler:innen. Doch Zahlen aus den USA zeigen jetzt spannenderweise ein ganz anderes Bild. Demnach sind vielmehr zuletzt die CD-Verkäufe deutlich angestiegen.
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So stiegen die Verkaufszahlen in den Vereinigten Staaten innerhalb der ersten sechs Monate des Jahres 2026 im direkten Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 16 Prozent an – auf 16,3 Mio. Einheiten. Vinyl konnte im selben Zeitraum nur um 2,4 Prozent wachsen. Die Marktforscher:innen von Luminate haben auch schon Spekulationen über die Hintergründe aufgestellt. So sehen sie beispielsweise die günstigeren Preise von CDs als Triebfeder. Vinyl-LPs sind im Durchschnitt deutlich teurer. Dazu kommt, dass in den Vereinigten Staaten besonders gerne K-Pop-Alben gesammelt werden. Diese erscheinen oft als unterschiedliche CD-Sammlerversionen.
Doch selbst wenn man das mächtige K-Pop-Genre herausrechnet, bleibt im ersten Halbjahr 2026 noch ein Wachstum der CD-Verkaufszahlen in den USA um 6,7 Prozent. Hier sieht man eine Art Retro-Hype als Ursache. Viele Jugendliche beginnen, Musik aus z. B. den 1990er- oder frühen 2000er-Jahren zu hören. Da kennst du vielleicht selbst das Phänomen des Dad-Rocks. CDs sind für diese Generation oft eher Artefakte aus einer vergangenen Ära und interessante Souvenirs.
Etwa 50 Prozent der CD-Käufer:innen besitzen gar kein Abspielgerät
Das spiegelt sich auch darin wider, dass rund die Hälfte der CD-Käufer:innen aus den Generationen der Millennials und Gen Z gar kein Abspielgerät für die Tonträger besitzt. Sie sehen die Discs also eigentlich gar nicht als Medium für Musik, sondern als reine Sammlungsobjekte. Nun könnte man da auch Kassetten als geeignet bezeichnen. Da sieht es allerdings mit rund 205.000 verkauften Tapes eher überschaubar aus.
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Dennoch ist es spannend: Die Verkaufszahlen physischer Tonträger nahmen in den USA im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich mit dem direkten Vorjahreszeitraum um ca. 7,8 Prozent zu. Dabei ist Rockmusik übrigens am beliebtesten, denn auf dieses Genre entfielen 44,5 Prozent der Albenverkäufe. Danach folgen Pop (16 Prozent) und R&B sowie Hip-Hop mit zusammengenommen 13,2 Prozent.
Parallel hat auch das Musikstreaming Wachstum erlebt – allerdings nicht so stark wie die physischen Medien. Etwas stieg die Anzahl der Audiostreams auf Abruf im ersten Halbjahr in den USA um 4,8 Prozent an – auf 732,7 Milliarden. Abrufe. Weltweit hat sich sogar eine Steigerung um 9,8 Prozent ergeben – auf 2,8 Billionen Abrufe. Die dominierenden Genres drehen sich hier allerdings, denn R&B sowie Hip-Hop liegen hier mit 24,6 Prozent vorne. Danach folgen Rock mit 18,7 Prozent und Pop mit zwölf Prozent.