Cabasse: Loewe schluckt die HiFi-Profis aus Frankreich
Bild: CabasseDas ist eine spannende Wendung: Der deutsche Hersteller Loewe hat bekanntgegeben, dass er die französischen HiFi-Spezialist:innen von Cabasse übernimmt. Letztere blicken auf eine lange Tradition zurück und stehen bereits seit den 1950er-Jahren für hochwertige Audioprodukte. Auch wir haben beispielsweise schon den modernen Wi-Fi-Speaker The Pearl des Anbieters getestet. Eventuell ist dir der Hersteller durch seine prägnanten, kugelförmigen Designs ein Begriff. So ist etwa La Sphère ein geradezu legendärer Referenz-Lautsprecher. Doch wie geht es unter dem neuen Dach für die Marke weiter?
Nun, Cabasse musste im März 2026 ins Insolvenzverfahren gehen. So hatten die französischen HiFi-Expert:innen mit einem erheblichen Umsatzrückgang und Problemen in der Lieferkette zu kämpfen. Zudem scheiterte ein Umstrukturierungsversuch der Schulden, wodurch einige Kredite fällig wurden. Zunächst schien die Zukunft des Traditionsherstellers ungewiss. Doch mit Loewe hat man nun einen neuen Investor gefunden. Letztere haben schon bestätigt, dass Cabasse seinen Firmensitz in Brest behalten wird. Dort sollen weiterhin Forschung, Entwicklung und Produktion laufen.

Cabasse wandert zwar unter das Dach von Loewe, bleibt aber eigenständig und somit als Marke erhalten. Der Hersteller aus Kronach hat seine Ambitionen bereits aufgeschlüsselt. So wolle man selbst durch den Deal Meilensteine im Bereich der Luxus-Unterhaltungselektronik setzen. Ziel ist es, herausragendes Design mit höchster Ingenieurskunst und bestem Klang in einem Premium-Ökosystem zu kombinieren. Das erinnert uns an den dänischen Hersteller Bang & Olufsen, welchen sich Loewe da mutmaßlich zum Vorbild nimmt.
Cabasse bleibt ein unabhängiges Unternehmen
Loewe gibt an, dass Cabasse weiterhin unabhängig agieren wird. Der französische Hersteller erhält von Loewe gezielte Investitionen und Zugang zur internationalen Vertriebsplattform und den Marketing-Ressourcen aus Kronach. Für Loewe ist im Zuge dieses Deals vor allem der Fundus an Patenten der Französ:innen spannend. Zudem hatte man es auf die proprietären Techniken der Audiomarke abgesehen. Darauf will Loewe nämlich auch eigene audiovisuelle Produkte für den High-End-Bereich aufbauen.
Welche Gelder geflossen sind, haben Cabasse und Loewe übrigens unter Verschluss gehalten (via Advanced Television). Cabasse ist etwa für seine spezielle Koaxial-Technologie bekannt. Bei dieser liegen Hoch-, Mittel- und Tieftöner auf einer Achse.
An dem Deal ist abseits der technischen Implikationen interessant, dass Loewe selbst in den vergangenen Jahren ebenfalls einige Male in die Schieflage geraten ist. Deswegen wurde der deutsche Hersteller 2020 nach einer eigenen Insolvenz von der Skytec Group übernommen.
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