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Nothing Ear (3a) im Test: Endlich In-Ears mit Speicherplatz?!

Kopfhörer mit internem Speicherplatz? Nothing hat es mit den Ear (3a) mal wieder geschafft, eine echte Überraschung aus dem Hut zu zaubern. Aber lohnt sich das Gimmick auch?
Nothing Ear (3a) Titelbild | HIFI.DE Test
Bluetooth-Version
6.0
Audio-Codecs
SBC, AAC, LDAC
Akku-Kapazität / Laufzeit
Hörer: 6 Std. / mit Case: 25 Std. (ANC an)
Schnellladefunktion
5 Min. Laden für 1 Std. Wiedergabe
Noise Cancelling
Ja
Wassergeschützt
Hörer: IP54 / Case: IP54
Preis
99 Euro
In Kürze
Ob Speicherplatz und Aufnahmefunktion jetzt eine sinnvolle Innovation im In-Ear-Sektor sind, darüber lässt sich trefflich streiten. Weil die Nothing Ear (3a) aber auch sonst durch die Bank überzeugen, machst du hier für knapp 100 Euro absolut nichts falsch.
Vorteile
  • Ausgeglichener, räumlicher Sound
  • Speicherplatz und Aufnahme-Features
  • Voller App-Support (Pro-EQ)
Nachteile
  • Kein Auracast

Die Zeiten, in denen Nothing einfach nur neue In-Ear-Kopfhörer veröffentlicht, die allein durch Preis und Leistung überzeugen sollen, sind offiziell Geschichte. Nach den Nothing Ear (3) mit Super Mic im Ladecase können nämlich auch die Nothing Ear (3a) mit einem ganz besonderen Highlight aufwarten: internem Speicherplatz und der Möglichkeit, Audio aufzunehmen. Wie genau das funktioniert und ob die In-Ears auch abseits davon den guten Ruf ihrer preiswerten Vorgänger bestätigen können, erfährst du hier.

Ein Nothing-Grundkurs: Das sind die In-Ear-Modelle

Weil es hier in den vergangenen Jahren ein paar Missverständnisse gab, werden wir nicht müde, dem Test eine kurze Einordnung der neuen Kopfhörer ins reichhaltige Portfolio der Marke voranzustellen. Die Nothing Ear (3a) gehören der A-Reihe an, in der prinzipiell günstigere Versionen des Vollpreis-Modells vertreten sind. Sie beerben allerdings die Nothing Ear (a); eine „zweite“ Generation der Kopfhörer gab es nie.

Nothing Ear (3a) – Case in der Hand
Die Nothing Ear (3a) führen die Designsprache von Nothing konsequent weiter – mit ein paar Änderungen im Detail.

Das liegt daran, dass Nothing in der dritten Generation ihrer In-Ears die Ziffer aus dem Modellnamen strich und somit die Nothing Ear eigentlich die dritten Premium-In-Ears der Marke waren. Ergänzend dazu gab es dann die Nothing Ear (a), ehe im Jahr 2025 dann die Nothing Ear (3) folgten, eigentlich die vierte Generation. Also, zum Mitschreiben:

Nachdem wir jegliche Missverständnisse schon mal präventiv aus dem Weg geräumt haben, können wir uns dem eigentlichen Thema dieses Tests widmen, den Nothing Ear (3a). Und auch, wenn das neue Feature Speicherplatz sicherlich unser Hauptaugenmerk verdient hat, starten wir wie gewohnt mit der vielleicht wichtigsten Qualität eines Kopfhörers: dem Sound.

Wenn du dir lieber in einer Bestenliste einen Überblick verschaffen willst, wie die Nothing Ear (a) im Vergleich zur teureren – und günstigeren – Konkurrenz abschneiden, wirst du hier fündig:

Nothing Ear (3a): Ein klarer Schritt nach vorn

Und hier ziehen wir gleich zwei enge Verwandte der Ear (3a) zurate, um uns einen möglichst authentischen Eindruck über das Klangbild der neuen In-Ears zu verschaffen. Wir schnappen uns die direkten Vorgänger Ear (a) sowie das große Geschwisterchen Ear (3) und hören uns durch die Test-Playlist.

Los geht’s mit Blondshells Violins, das sowohl klare Vocals als auch satte Gitarren bietet. Und schon hier zeichnet sich ein großer Sprung im Vergleich zum Vorgängermodell ab, denen wir zwar gern gelauscht, aber eben auch einen Hang zu effekthascherischem Bass-Fokus attestiert haben. Violins klingt hier räumlicher, lässt den Instrumenten mehr Raum, ohne Sabrina Teitelbaums Stimme zu verhängen. So baut sich vor uns eine klare und natürliche Klangbühne auf, in der die Vocals die zentrale Position einnehmen.

Nothing Ear (3a) – Paar nebeneinander
Die Nothing Ear (3a) kommen den Nothing Ear (3) klanglich immer näher.

Klanglich erinnern die Nothing Ear (3a) damit eher an die Nothing Ear (3) als an die Nothing Ear (a). Insgesamt bringen die Ear (3) noch etwas mehr dynamisches Feingefühl mit, was sich besonders bei dichten Pop-Produktionen wie Metronomys Whitsand Bay oder Charli XCX‘ Von Dutch bemerkbar macht. Die Ear (3) gehen etwas selbstbewusster mit gewollter Verzerrung um und verleihen auch einem hintergründigen Klangteppich etwas mehr Tiefe.

App und Touch-Bedienung: Das volle Paket!

Besonders freuen wir uns beim Test von Budget-Versionen beliebter Modelle immer darüber, wenn softwareseitig möglichst wenig künstliche Grenzen gezogen werden. Diese lassen das Pro-Modell oft besser aussehen, als es rein technisch eigentlich ist. So geschehen bei den Nothing Ear (a), die trotz App-Support nicht den vollständigen Acht-Band-Equalizer der Nothing Ear (3) zur Verfügung hatten.

Damit ist bei den Ear (3a) jetzt zum Glück Schluss. Du hast in der App Zugriff auf den rudimentären EQ vom Vorgänger und auf das ausführliche Modell für noch genauere Justierungen im Klangbild. Als nettes Feature ist jetzt auch die Möglichkeit am Start, EQ-Profile über QR-Codes mit anderen Nutzer:innen zu teilen. Du kannst dich also in Internetforen über die bestmöglichen Konfigurationen für jegliche Genres austauschen und dir deine eigene Bibliothek anlegen.

In der Praxis agiert der Equalizer oft etwas zu radikal für unseren Geschmack. Verleihen wir tieferen Frequenzen etwas mehr Nachdruck, leidet darunter das Gesamtvolumen übriger Frequenzen spürbar.

Nothing Ear (3a) – Paar nebeneinander
Zur Bedienung der Nothing Ear (3a) greifst du einfach den Stiel mit Daumen und Zeigefinger und übst leichten Druck aus.

Geblieben ist auch die Touch-Steuerung mit Pinch-Gesten, die nach wie vor angenehmes Feedback und eine verlässliche Bedienung garantiert. Im Gegensatz zu Teilen der Konkurrenz, die teilweise auf reine Touch-Befehle setzt, kommt es hier fast nie zu versehentlichen Falscheingaben. Noch dazu lassen sich die Befehle recht ausführlich in der App personalisieren.

In-Ears mit Speicherplatz – aber wofür?

Neben den vertrauten App-Features und Bedienelementen am Gerät haben die Nothing Ear (3a) auch noch ein weiteres neues Feature zu bieten, das wir so bisher von keinem Konkurrenten kennen. Insgesamt sind nämlich 32 Megabyte interner Speicherplatz in den In-Ear-Kopfhörern verbaut.

Wer jetzt hofft, seine digitale Musiksammlung ab sofort am Ohr herumtragen zu können, wird leider enttäuscht. Die 32 Megabyte würden vielleicht für ein Album reichen, lassen sich aber auch gar nicht frei bespielen. Die Zukunftsvision von In-Ear-Kopfhörern, die gleichzeitig auch ihre eigene Audioquelle sind, bleibt also vorerst noch Fiktion.

Call Recording und Audio Snapshot

Ein wenig wie Science-Fiction fühlen sich die Nothing Ear (3a) trotzdem an. Der interne Speicherplatz kann nämlich über einen simplen Touch-Befehl mit Live-Mitschnitten von Telefonaten oder (Video-)Konferenzen bespielt werden. Das Gegenüber wird dann über die Aufzeichnung informiert und der Mitschnitt – der auch länger als eine Stunde sein darf – wird in den Buds zwischengespeichert. In der App kannst du die Aufzeichnung synchronisieren, um wieder Platz auf den In-Ears zu schaffen.

Im Test funktioniert dieses Feature makellos. Die Aufnahme startet auf Befehl und der Mitschnitt ist im Nu auf dem Smartphone abrufbar. Einzig am Laptop wird unser Gegenüber nicht über die Aufnahme informiert. Das kann aber natürlich auch noch an einer frühen Softwareversion der Kopfhörer liegen.

Neben den Call Recordings können die Kopfhörer auch einfach die aktuelle Wiedergabe deiner In-Ears als Aufnahme abspeichern. Audio Snapshot nennt sich das Feature, welches auf 30 Sekunden am Stück limitiert ist. Nothing wolle wohl nicht, dass man ganze Songs mitschneide und gewissermaßen Piraterie betreibe. Ansonsten sind der Funktion aber keine Grenzen gesetzt. Podcasts, YouTube-Videos, Songs und Sprachnachrichten können auf Knopfdruck als Audiodatei abgespeichert werden.

Nothing Ear (3a) – Zubehör
Anders als bei den Nothing Ear (3) versteckt sich bei den Ear (3a) kein Mikrofon im Ladecase.

Der Clou dabei: Du kannst in der App selbst entscheiden, ob nach Knopfdruck die nächsten 30 Sekunden aufgenommen, oder die vergangenen 30 im Nachhinein abgespeichert werden sollen. Ein lustiges Zitat oder ein cleverer Gedanke in einem Podcast oder Song ist so blitzschnell abgespeichert, ohne dass du erst am Smartphone zurückspulen musst. Aber Achtung: Wenn die Nothing Ear (3a) quasi immer „zuhören“ sollen, sprich die vergangenen 30 Sekunden zwischenspeichern müssen, wirkt sich das negativ auf die Akkuleistung aus.

So funktioniert die Transkription

Damit hätten wir schon mal abgeklärt, was du mit dem Speicherplatz der In-Ears eigentlich anfangen kannst. Aber was kannst du im Nachhinein mit den Aufnahmen anfangen? Ganz ähnlich wie die Soundcore Liberty 5 Pro Max findest du hier in der App die Option, deine Aufnahmen transkribieren zu lassen. Neben einer besonders schnellen und einer besonders präzisen Transkription, die beide auch offline funktionieren, steht dir hier noch  eine KI-gestützte Pro-Transkription mit Sprecher:innen-Erkennung zur Verfügung.

Im Test konnten wir nur die Basis-Modelle ausprobieren, die über mehrere Sprachen solide Leistung lieferten (siehe Screenshots). Die Pro-Version soll zum Start der Nothing Ear (3a) allen neuen Nutzer:innen drei Monate kostenlos zur Verfügung stehen. Auf Nachfrage bezeichnet Nothing dieses Pro-Trial eher als Testlauf, ob und inwiefern ein Pro-Tarif überhaupt auf den Markt kommen soll. Im Gegensatz zu Soundcore, die direkt zum Start der Liberty 5 Pro Max recht kostenintensive Tarife ankündigten, hält man sich bei Nothing also noch bedeckt und versteckt jedenfalls die Grundfunktionen nicht hinter einer PayWall.

Etwas schade: Anders als die Nothing Ear (3) verfügen die Nothing Ear (3a) nicht über ein Mikrofon im Ladecase, das dann auch persönliche Gespräche oder Vorlesungen aufzeichnen könnte. Gleichzeitig fehlt es den Ear (3) natürlich weiterhin an internem Speicherplatz, der die neuen App-Funktionen zugänglich machen könnte.

Praxisnote: Grundsolide – aber ohne Auracast

Wie gewohnt bietet Nothing bei der Bluetooth-Ausstattung etwas mehr als nötig, aber nicht ganz so viel wie möglich. Mit Bluetooth 6.0 ist zwar ein topaktueller Bluetooth-Standard an Bord, Auracast wird aber nach wie vor nicht von App und Buds unterstützt. Wir vermuten, dass Nothing erst einmal eine lupenreine Integration in das Betriebssystem der hauseigenen Smartphones priorisieren wird, ehe das Feature plattformübergreifend ausrollt. An der Codec-Front verstehen die Nothing Ear (3a) neben SBC und AAC auch noch LDAC und bieten Multipoint.

Akkuleistung und Wasserschutz

Bei der Akkulaufzeit hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell kaum etwas getan, wenn nicht gerade der Audio Snapshot im Hintergrund werkelt. Ohne ANC sind zehn Stunden am Stück drin, mit aktiviertem ANC dürfte sich die Laufzeit eher bei sechs Stunden einpendeln.

Nothing Ear (3a) – Case offen
Das Ladecase der Nothing Ear (3a) erinnert stark an das Vorgängermodell. Auf kabelloses Laden musst du weiterhin verzichten.

In puncto Wasserschutz bekommen die Kopfhörer ein kleines Upgrade spendiert und bieten jetzt durch die Bank – also für Case und Buds – IP54. Zuvor hattest du dich beim Case mit einer IPX2 abfinden müssen. Hier konnte schon multidirektionales Spritzwasser Probleme bereiten.

ANC überzeugt: Für unter 100 Euro nichts zu meckern

Die aktive Geräuschunterdrückung der Nothing Ear (a) konnte im direkten Vergleich mit den älteren Nothing Ear (2) durchaus überzeugen, gleichzeitig aber nicht ganz mit den Nothing Ear (3) mithalten. Letztere boten immerhin bei gleichzeitiger Musikwiedergabe eine wirklich kräftige Isolation und federten Umgebungsgeräusche auch sonst effektiv ab.

Nothing Ear (3a) – Einzeln im Detail
Schon die passive Isolierung der Nothing Ear (3a) fällt relativ effizient aus.

Hier machen die Nothing Ear (3a) einiges an Boden gut und arbeiten annähernd so effektiv wie das aktuelle Flaggschiff, die Nothing Ear (3). Die Geräuschunterdrückung fühlt sich dabei nicht unangenehm oder gar desorientierend an, sondern sorgt für einen dumpfen Filter, durch den die Umgebung nur mühsam zu dir durchdringt. Nach wie vor arbeitet der Transparenz-Modus nicht ganz so natürlich, wie wir es vom Branchenprimus Apple kennen. An den AirPods Pro 3 müssen sich die Nothing Ear (3a) aber allein schon preislich nicht messen lassen.

Design: Nothing new

Wenn es einen Aspekt gibt, bei dem sich die In-Ears von Nothing bisher vollständig treu geblieben sind, ist das wohl das Design. Der transparente, futuristische Look hat mittlerweile auch schon bei den Nothing Ear (Open) und dem Nothing Headphone (1) sein Debüt in anderen Produktkategorien gefeiert und wird auch bei den Ear (3a) kompromisslos durchgezogen.

Nothing Ear (3a) – Design Ladekontakte
Wirkliche Neuerungen wirst du nur im Detail finden: Unten links etwa versteckt sich die neue Akku-Anzeige.

Neuerungen gibt es (fast) nur bei den Farbversionen zu vermelden. Die gelbe Variante ist jetzt noch etwas knalliger und ein pinkfarbener Entwurf rundet das Quartett ab. Außerdem sind die Buds trotz des integrierten Speicherplatzes knapp 0,3 Gramm leichter geworden und im Lieferumfang ist eine zusätzliche Größe an Silikonaufsätzen enthalten. Ebenfalls neu: Eine kleine, dreistufige LED am Case klärt über den aktuellen Akkustand auf.

Unser Fazit zu den Nothing Ear (3a)

Die Nothing Ear (3a) gehören ohne Frage zu den besten In-Ear-Kopfhörern unter 100 Euro. Mit deutlich besserem Sound, vollem App-Support und einem kleinen Upgrade im Wasserschutz stellen die Ear (3a) ihre günstigen Vorgänger souverän in den Schatten. Und da haben wir noch gar nicht über das eigentliche Alleinstellungsmerkmal, Speicherplatz samt Aufnahme-Features, geredet. Ob das im Alltag wirklich zum Tragen kommt? Das ist natürlich fraglich. Weil Nothing aber eben auch keinen UVP-Aufschlag dafür verbucht, können wir es auch einfach als spannendes Experiment bewerten, das in Zukunft noch weitergedacht werden könnte.

HIFI.DE Testsiegel In-Ear-Kopfhörer Nothing Ear 3a 8.7

Technische Daten
Bluetooth-Version 6.0
Audio-Codecs SBC, AAC, LDAC
Akku-Kapazität / Laufzeit Hörer: 6 Std. / mit Case: 25 Std. (ANC an)
Anschlüsse des Ladecase USB-C
Schnellladefunktion 5 Min. Laden für 1 Std. Wiedergabe
Noise Cancelling Ja
Steuerungs-App Ja
Wassergeschützt Hörer: IP54 / Case: IP54
Gewicht Hörer: 4,5 g / Case: 40,9 g
Preis 99 Euro

Doch nicht die richtigen Kopfhörer für dich? Alle In-Ears, die wir getestet haben, findest du hier:

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