Mega-Deal kommt: Drastische Wendung im Übernahme-Poker um Warner Bros.
Bild: Symbolbild; KI-generiertDas Übernahmedrama scheint endlich ein Ende zu haben: Paramount Skydance übernimmt Warner Bros. Discovery (WBD). Nachdem das Hollywoodstudio mehrfach seine Offerte nachgebessert hatte, wurde der Zuschlag nach schier endlosem Gepoker jetzt doch erteilt. Pikant: Eigentlich stand bereits ein Deal mit Netflix. Letztere hatten ihre Abonnent:innen sogar schon per E-Mail darüber informiert, dass sie sich auf die entsprechenden Filme und Serien freuen könnten. Daraus wird nun letzten Endes gar nichts mehr.
Leer geht Netflix allerdings auch nicht aus. Weil Warner Bros. Discovery einen Rückzieher macht, muss eine Summe von 2,8 Milliarden US-Dollar gezahlt werden. Der Co-Geschäftsführer des Streaming-Anbieters, Ted Sarandos, gibt sich dabei gelassen. Laut ihm wäre es ein „Nice to have“-Deal gewesen, den man gerne zum richtigen Preis abgeschlossen hätte. Allerdings sei es eben keine „Must-have“-Übernahme, die man um jeden Preis vollziehen müsste. Deswegen habe man auch kein Interesse, Paramount Skydance abermals zu überbieten.

Warner Bros. Discovery musste nach mehreren Angeboten, sogar einem feindlichen Übernahmeversuch, einräumen, dass die letzte Offerte von Paramount Skydance der von Netflix überlegen ist. Wochenlang hatte man zuvor alle Angebote als vernachlässigbar abgetan. Inzwischen schlägt der Chef von WBD, David Zaslav, ganz andere Töne an. Er könne es gar nicht abwarten, mit Paramount Skydance zusammenzuarbeiten.
Paramount Skydance zahlt einen hohen Preis
Freude kommt bei den Investor:innen von Netflix auf, welche die Übernahme eher skeptisch gesehen hatten. So ist die Aktie des Streaming-Anbieters nach dem geplatzten Deal um zehn Prozent gestiegen. Paramount Skydance wiederum zahlt einen hohen Preis, denn zuletzt hatte man 31 US-Dollar pro Aktie des Konkurrenten geboten. Zudem übernimmt das Hollywoodstudio auch noch die „Strafzahlung“ an Netflix.
In der Filmbranche dürften viele Menschen erleichtert sein, dass Netflix sich zurückgezogen hat. So hatten in der Vergangenheit Kreative wie Regisseur James Cameron („Avatar: Aufbruch nach Pandora“, „Terminator“, „Aliens“) Befürchtungen geäußert, Netflix könnte das Kino weiter schwächen und Filme von Warner Bros. Discovery vor allem auf seiner Streaming-Plattform horten. Derartige Pläne hat Paramount Skydance nicht. Allerdings ist natürlich sehr wahrscheinlich, dass langfristig die beiden getrennten Dienste Paramount+ und HBO Max, gerade erst in Deutschland gestartet, miteinander verschmelzen.
Die langfristigen Konsequenzen müssen sich aber natürlich erst zeigen, schließlich stimmen sich Paramount Skydance und Warner Bros Discovery ebenfalls noch zu einigen Feinheiten der Übernahme ab (via Deadline). Dann muss sie zudem noch durch die zuständigen Kartellbehörden abgesegnet werden. Dennoch ist natürlich spannend, wie der ganze Übernahmepoker am Ende noch einmal eine drastische Wendung genommen hat.
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