Samsung Galaxy Buds4 Pro im Test: Der Sprung nach ganz oben
- Bluetooth-Standard
- 6.1
- Akku-Laufzeit
- 6 Std. bei eingeschaltetem ANC / Ladecase zusätzliche 20 Std.
- Schnellladefunktion
- 10 Minuten Laden für 2,5 Std. Wiedegrabezeit
- Noise Cancelling
- Ja
- Audio-Codecs
- AAC, SBC, SSC, SSC-UHQ
- Paarpreis (UVP/Straßenpreis)
- 249 Euro
Die Samsung Galaxy Buds4 Pro machen in puncto Klang und ANC einen deutlichen Sprung und überzeugen als ernsthafte Alternative für die Top-Modelle der Konkurrenz. Design und Markenexklusivität einzelner Features positionieren die Galaxy Buds als AirPods-Alternative im Android/Galaxy-Kosmos.
- Herausragender Sound
- IP57-Zertifizierung
- Gutes ANC
- Sprachsteuerung
- Einzelne Funktionen Samsung-exklusiv
- Keine iOS-App
- Akku nur Mittelmaß
Die Samsung Galaxy Buds der dritten Generation hatten es nicht leicht. Schlechte Presse und einzelne Rückrufaktionen zum Release warfen einen großen Schatten auf zwei In-Ears, die eigentlich durchweg konkurrenzfähig waren. Die Samsung Galaxy Buds4 Pro erscheinen deshalb in ganz neuem Glanz und wollen sich innerlich und äußerlich von ihren Vorgängern abheben. Wir haben den Praxistest gemacht und können hier schon so viel verraten: Das Upgrade ist gelungen.
Die Samsung Galaxy Buds4 Pro findest du hier:
Wie klingen die Samsung Galaxy Buds4 Pro?
Den größten Sprung machen die Galaxy Buds4 Pro, erfreulicherweise, direkt beim Klang. Samsung setzt hier jetzt auf ein Dual-Treiber-Layout, in dem ein Hochtöner nebst 11-Millimeter-Tiefmitteltöner werkelt. Das zeigt Wirkung, wie wir direkt im ersten Test-Track Thoughtless von Liang Lawrence hören. So klare Höhen und Mitten waren wir von Samsungs In-Ears nicht gewohnt.

Das Klangbild wirkt dabei aufgeräumt, die Gitarren angenehm natürlich und organisch und die Klangbühne breit. Lawrences Stimme ordnet sich souverän zentral und im Vordergrund an, ohne dass der Bass im Hintergrund dabei an Punch verliert. Wir machen den direkten Vergleich mit Apples AirPods Pro 3 und tendieren hier sogar eher zu Samsungs neuesten Hörern. Auch wenn die Tiefen mit den AirPods Pro 3 etwas nachdrücklicher klingen, fällt der Gesamteindruck bei den Galaxy Buds harmonischer aus.
Klanglich überragend: So gut wie die Testsieger?
An unseren aktuellen Testsieger, die WF-1000XM6, reichen die Buds4 Pro damit zwar nicht heran, im obersten Regal kommt Samsung aber definitiv an. Das bestätigt auch unser Höreindruck in Geeses Trinidad. Hier geht es etwas chaotischer zu, die Galaxy Buds4 Pro stellen sich der Herausforderung aber und lassen das akustische Durcheinander nicht zu akustischem Einheitsbrei verkommen.

Wer mit der Albumversion des Tracks wenig anfangen kann, dem sei ein Blick in die From The Basement-Session der Band empfohlen. Kult-Produzent Nigel Godrich leistet hier ganze Arbeit, wenn es darum geht, klanglich das Beste aus einer herausfordernden Live-Performance herauszukitzeln.
Bevor wir zu weit abschweifen, wechseln wir lieber die Genres und wechseln zu Doja Cats Jealous Type – und damit zu einer Pop-Produktion mit gehörig Wumms. Dabei treibt uns besonders die Rap-Passage ab etwa 1:20 Minuten ein Lächeln ins Gesicht, weil die Galaxy Buds4 Pro mit der Intensität des Tracks mithalten können und sowohl Vocals als auch dem treibenden Bass genug Platz einräumen.

Ob im Endeffekt das Dual-Treiber-Layout dafür verantwortlich ist, bleibt natürlich ein Geheimnis. Das Resultat ist aber in jedem Fall überdurchschnittlich guter Sound, der musikalisch und analytisch arbeitet und genretechnisch flexibel ist.
Du willst direkt eine Übersicht darüber bekommen, wie die Galaxy Buds4 Pro im Vergleich zur Konkurrenz abschneiden? Dann wirst du in unserer Bestenliste fündig:
App-Support: Das Apple der Android-Welt?
Was den App-Support für die eigenen Kopfhörer angeht, verhält sich Samsung ein wenig so, als wäre es das Apple der Android-Welt. Schaut man sich die Verkaufszahlen der entsprechenden Smartphones an, ergibt das auch Sinn. Was das für die User:innen bedeutet? Im Apple-Kosmos gibt es keine App für die Galaxy Buds4 Pro und entsprechend nicht die Möglichkeit, Klang und Bedienung in irgendeiner Weise zu personalisieren.
Mit einem Android-Smartphone, das nicht von Samsung stammt, sieht das schon anders aus. Hier lässt Samsung die Scheunentore offen, jedenfalls für die meisten Features. Nur einzelne KI-Funktionen und der höherauflösende und hauseigene Codec SSC bleiben dem Galaxy-Kosmos vorbehalten.
Also werfen wir einen Blick in die App mit dem etwas sperrigen Namen Galaxy Wearables. Über ein Plug-in, das man wiederum separat aus dem Google Play Store herunterladen muss, wappnen wir unsere Wearable-App für die Galaxy Buds4 Pro und werden direkt ins Startmenü weitergeleitet.
Hier präsentiert sich ein gewohnt aufgeräumtes Bild, in dem die ANC-Steuerung den ersten Eindruck bestimmt. Du kannst hier zwischen Transparenz-Modus, adaptivem ANC und aktivem ANC wechseln oder die Geräuschunterdrückung komplett ausschalten. Wie effektiv das ANC arbeitet, verraten wir dir weiter unten. Jetzt machen wir erst mal mit den restlichen Features weiter.
Und hier dürften besonders der Equalizer und die Bedienung interessant sein. Ersterer hebt die Galaxy Buds4 Pro klar von Apples AirPods Pro 3 ab, die verfügen nämlich nicht über einen komplett manuellen EQ – auch nicht mit iOS-Gerät. Bei Samsung hingegen kannst du dich im Neun-Band-EQ frei austoben oder voreingestellte Presets verwenden. Einziges Manko: Der Equalizer versteckt sich hinter dem Menüpunkt „Tonqualität und Effekte“ und lässt sich nicht direkt auf der Startseite befestigen. Das ist aber natürlich verschmerzbar.
Berührung, Sprache, Gesten: So läuft die Bedienung
Bei der Bedienung setzt Samsung erneut auf Touch-, und Pinch-Gesten, wobei die Steuerung deutlich angenehmer von der Hand geht als bei den Galaxy Buds3 Pro. Das liegt am veränderten Design der Buds, die jetzt mit kleinen Einkerbungen ganz genau anzeigen und ertasten lassen, wo sie gekniffen werden wollen.
Die Personalisierung der Touch-Steuerung fällt eher rudimentär aus, eine freie Belegung sämtlicher Befehle ist hier nicht möglich. Warum viele Hersteller, darunter auch Google, bei ihren Top-Modellen immer noch darauf verzichten, Nutzer:innen hier freie Hand zu lassen, leuchtet uns bisweilen nicht wirklich ein, als handfesten Negativpunkt wollen wir den Buds das aber natürlich auch nicht vorhalten.
Ebenfalls an Bord ist eine Sprachsteuerung, die unabhängig vom Sprachassistenten auf dem Smartphone arbeitet. Ist sie aktiviert, kannst du über einfache Sprachbefehle die Wiedergabe steuern und auch Anrufe annehmen. Das funktioniert im Test gut, dürfte aber in lauteren Umgebungen an seine Grenzen stoßen. Gut, wir wollen in der Bahn auch ungern „Lautstärke erhöhen“ brüllen – wer weiß, was dann passieren würde.
Auf Wunsch lesen dir die Buds auch Benachrichtigungen vor. Hier kannst du die Wiedergabe sogar nur für einzelne Apps aktivieren, sodass du etwa vorgelesen bekommst, wer anruft, aber nicht, wenn du eine Spam-Mail zugeschickt bekommst. Automatische Trageerkennung und ein Test der Passform sind ebenfalls möglich, egal, ob mit Samsung-Smartphone oder einem anderen Android-Gerät.

Was ohne Samsung-Endgerät leider wegfällt, ist die Kopfgesten-Steuerung für Anrufe und KI-Assistenten und die Unterstützung des Simultan-Dolmetschers. Dieser arbeitet nicht nur auf dem Smartphone für dich und einen Gesprächspartner, der dir persönlich gegenübersteht, sondern kann sogar für Telefonate aktiviert werden. Das funktioniert im Test überraschend gut und ermöglicht auch längere Gespräche mit einem fremdsprachigen Gegenüber.
Endlich ANC auf Top-Niveau?
Wenn es bei den Buds3 Pro eine Kategorie gab, die wirklich nicht auf Top-Niveau mitspielen konnte, war es wohl die aktive Geräuschunterdrückung. Hier lagen zwischen AirPods Pro 3 und Buds3 Pro Welten, wenn es um die Geräuschunterdrückung und den Transparenz-Modus ging. In der vierten Generation können die Galaxy Buds aber ordentlich Boden gutmachen.

So arbeitet die aktive Geräuschunterdrückung jetzt – besonders bei gleichzeitiger Musikwiedergabe – spürbar effektiver und kann sogar die Google Pixel Buds Pro 2 in die Schranken weisen. Auch der Transparenz-Modus kann sich hören lassen und macht Gespräche auch mit Buds im Ohr möglich. Bevor die Erwartungen hier allerdings zu sehr in die Höhe schnellen: AirPods Pro 3 und Bose QuietComfort Ultra Earbuds (2. Gen.) machen mit Umgebungslärm noch deutlich rigoroser kurzen Prozess, ein großer Schritt nach vorn ist es dennoch.
Akkutechnisch nicht erste Sahne – aber durchaus solide
Beim Akku hat Samsung den Galaxy Buds4 Pro bedauerlicherweise kein Upgrade spendiert. Mit sechs beziehungsweise 26 Stunden Akkulaufzeit bei aktiviertem ANC müssen sich die Samsung-Hörer so eher im unteren Mittelfeld einordnen. Apple, Sony und natürlich auch Technics bieten hier zwei bis vier Stunden mehr Laufzeit am Stück. Mit den Samsung Galaxy Buds3 FE hat Samsung auch schon gezeigt, dass es besser geht – hier standen acht Stunden auf dem Papier. Vielleicht erwartet uns also demnächst noch eine Buds4-FE-Version mit aufgestacheltem Akku und reduzierten Features? Wer weiß.

Besser sieht es hingegen bei der Bluetooth-Ausstattung aus. Hier lässt sich Samsung mit dem aktuellen Bluetooth-Standard 6.1 nichts vormachen und bietet sogar Auracast-Support. Allerdings ist dafür ein aktuelles Galaxy-Smartphone Voraussetzung. Bei der Wahl des Auracast-Broadcasts stehen dir dafür dann alle Türen offen, auch etwa der Stream eines JBL Flip 7 kann mit den Galaxy Buds4 Pro empfangen werden. Multipoint wird leider nicht unterstützt.
Die Bluetooth-Codecs erzählen eine ähnliche Geschichte. Neben SBC und AAC sind zwar die skalierbaren und höherauflösenden Codecs SSC und SSC UHQ dabei, diese lassen sich aber ebenfalls nur mit dem kompatiblen Endgerät der eigenen Marke nutzen. Bist du ohnehin in das Samsung-Ökosystem investiert, solltest du hier also definitiv den präferierten Codec checken, um noch etwas mehr Brillanz aus dem Klang zu holen. Der Unterschied ist aber minimal.
Auf Apple-Niveau rangiert bei den Buds4 Pro der Wasserschutz. Die Kopfhörer sind nach IP57 sogar gegen zeitweises Untertauchen geschützt, überleben also auch den Sturz in die Pfütze, wenn es beim Joggen mal wieder regnet.
Design: weniger bunt, mehr Metall
Schon bei den Samsung Galaxy Buds3 Pro hatten wir das Gefühl, dass Samsung sich zusehends am Konkurrenten Apple orientiert, wenn es um das Design der In-Ears geht. Ja, die poppigen, bunten Details und die Haube, die entfernt an das Papa-Mobil erinnerte, hoben die Samsung Galaxy Buds vom US-amerikanischen Kontrahenten ab. Ein entferntes Verwandtschaftsverhältnis konnten die Buds3 Pro im Vergleich zu Apples damals aktuellen AirPods Pro 2 aber trotzdem definitiv nicht abstreiten.

Wo Sony, Bose und Technics mittlerweile auf ein Buds-Design setzen, fechten Apple und Samsung den Design-Wettstreit weiterhin mit dem langen Stiel aus. Und der bleibt den Galaxy Buds Pro aus in der vierten Generation erhalten. Eine Metallfläche außen sorgt für einen etwas höherwertigen Ersteindruck, der Blick von innen weckt aber doch wieder Assoziationen an die AirPods Pro 3. Das Ladecase übernimmt die getönt-transparente Optik der Buds3 FE und lässt sich dank der veränderten Positionierung der Buds im Inneren intuitiver handhaben als beim Vorgänger.
Insgesamt überwiegen die positiven Veränderungen, sodass wir die Buds4 Pro als erwachsenere, durchdachtere Version ihrer Vorgänger wahrnehmen. Apple-Fans ohne Apple-Smartphone kommen hier designtechnisch definitiv auf ihre Kosten.
Unser Fazit zu den Samsung Galaxy Buds4 Pro
Mit den Samsung Galaxy Buds4 Pro gelingt Samsung erstmals der Sprung in die vorderste Riege von uns getesteter In-Ear-Kopfhörer. Das liegt vor allem am Sound, der in dieser Generation deutlich an Kontrolle und Balance dazugewonnen hat und der Konkurrenz in nichts nachsteht. Weil auch ANC, Feature-Vielfalt und Design sich sehen lassen können, können wir die Galaxy Buds4 Pro wirklich jedem ans Herz legen, der gern AirPods sein Eigen nennen würde, aber eben kein iPhone benutzt. In vielen Punkten (vom Aussehen über den Preis bis hin zur Markenexklusität einzelner Features) sind sich die beiden Kontrahenten nämlich ziemlich ähnlich.
Die Samsung Galaxy Buds4 Pro findest du bei MediaMarkt:
| Technische Daten | |
| Bluetooth-Standard | 6.1 |
| Akku-Laufzeit | 6 Std. bei eingeschaltetem ANC / Ladecase zusätzliche 20 Std. |
| Schnellladefunktion | 10 Minuten Laden für 2,5 Std. Wiedegrabezeit |
| Anschlüsse des Ladecase | USB-C / Wireless |
| Noise Cancelling | Ja |
| Audio-Codecs | AAC, SBC, SSC, SSC-UHQ |
| Wasser- und Staubschutz | IP57 |
| Gewicht | Hörer: 5,1g | Ladecase: 44,3g |
| Paarpreis (UVP/Straßenpreis) | 249 Euro |
Doch nicht die richtigen Kopfhörer für dich? Alle In-Ears, die wir getestet haben, findest du hier:





