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Millionen für Spotify: Streaming-Gigant gewinnt Rechtsstreit

Spotify und mehrere Plattenfirmen haben Millionen US-Dollar an Entschädigung zugesprochen bekommen. Das Geld sehen sie dennoch wohl niemals.
Spotify und diverse Plattenfirmen erhalten vor Gericht eine massive Entschädigung zugesprochen. Bild: Symbolbild; KI-generiert

Die Website Anna’s Archive hatte sich lange Zeit eigentlich auf die Archivierung von Büchern konzentriert. Gängiges Urheberrecht spielte bereits da eher eine nachrangige Rolle. Ins Rampenlicht geriet die Plattform dann jedoch, als sie zahlreiche Daten von Spotify frei veröffentlichte. Handelte es sich zunächst nur um Metadaten, so reichte die Plattform später auch umfangreiche Auszüge aus dem Musikkatalog des Streaming-Dienstes zu Filesharing-Plattformen. Man hatte Lücken ausgenutzt, um massenhaft Daten abzugreifen. Das schockierte nicht nur die Schwed:innen selbst, sondern auch die Plattenfirmen. Inzwischen gibt es auch ein Gerichtsurteil.

So haben Spotify und mächtige Plattenfirmen wie Sony Music Entertainment, die Universal Music Group und die Warner Music Group im Zuge eines US-Gerichtsurteils satte 322 Mio. US-Dollar Schadensersatz zugesprochen bekommen. Die Freude dürfte sich bei den Beteiligten jedoch dennoch in Grenzen halten. Warum? Anna’s Archive ignorierte den Gerichtsprozess und nahm in keinster Weise daran teil. Es ist nicht einmal ganz klar, wer hinter der Plattform steckt. Deswegen ist dann auch unwahrscheinlich, dass Spotify und Co. jemals einen Cent sehen werden.

Anna’s Archive griff nach eigenen Angaben bereits im Dezember 2025 rund 86 Mio. Musikdateien von Spotify ab. Dabei handelt es sich laut der Plattform um die meistgespielten Songs des Streaming-Dienstes. Später knallte man diese geballte Datensammlung nach und nach bei Filesharing-Diensten wie BitTorrent rein. Pikant: Der bereits zugesprochene Anspruch auf Entschädigung umfasst im Übrigen „nur“ 120.000 der bereits veröffentlichten Dateien. Weitere Gerichtsverfahren können also später zu Entschädigungssummen in zweistelliger Milliardenhöhe führen.

Spotify hat rechtlich aktuell nicht viele Möglichkeiten

Spotify selbst hat dabei 300 Mio. US-Dollar zugesprochen bekommen. Warner Music stehen laut dem Urteil 7,2 Mio. US-Dollar zu. An Sony und Universal Music sollen jeweils 7,5 Mio. US-Dollar gehen. Anna’s Archive hat im Netz dabei unter anderem Musik von Bruno Mars, Beyoncé, Lady Gaga und mehr abgeladen. Gegen die Plattform liegt auch schon eine einstweilige Verfügung vor, die ihr verbietet, weiteres Material zu veröffentlichen. Das hat allerdings keinerlei Wirkung gezeigt, denn Anna’s Archive hat anschließend noch mehr Musikdateien hochgeladen (via MBW).

Anna’s Archive wurde natürlich nach dem Debakel auch von Ermittlungsbehörden und Telekommunikationsanbietern ins Visier genommen. So hat es mehrere Versuche gegeben, die Plattform offline zu nehmen. Allerdings konnte jene sich immer wieder herauswinden und mit neuen Domains oder Servern erreichbar bleiben. Aus rechtlichen Gründen veröffentlichen wir an dieser Stelle natürlich keine Links.

Klingt alles nach einem Krimi? In der Tat, denn Spotify wünscht sich freilich, dass die Ermittlungsbehörden am Ende die Betreiber:innen von Anna’s Archive aufspüren und bremsen können. Ob bei jenen allerdings wirklich dreistellige Millionenbeträge oder gar Milliarden zu holen sein werden, darf man sehr bezweifeln.

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