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LG OLED: Der aktuelle Stand zu den Problemen mit VRR

Die OLED-TVs von LG leiden aktuell bei Aktivierung von VRR (Variable Refresh Rate) unter Problemen. Doch ist das für Gamer wirklich ein K.O.-Kriterium? Hier ist für dich der aktuelle Zwischenstand zu diesem komplexen Thema.
LG bewirbt seine OLEDs auch als Gaming-Displays. Bild: LG

VRR ist ein Feature von HDMI 2.1, das die flexible Synchronisierung der Bildraten von GPU (Grafikkarte) und Display erlaubt. Dadurch können selbst bei unkonstanten Framerates Probleme mit Stottern des Bildes oder Störungen wie Tearing vermieden werden. VRR kann dazu beispielsweise in einem Spiel, das sich bei fest eingestellten 60 Bildern pro Sekunde (fps) hakelig verhält, die Bildrate auch auf 40 oder 30 fps senken. So sind AMD FreeSync oder Nvidia G-Sync beispielsweise VRR-Techniken. Allerdings ist diese Funktion mittlerweile mit HDMI 2.1 auch in  einer HDMI-Spezifikation verankert worden. So können etwa die Next-Generation-Konsolen Sony PlayStation 5 und Xbox Series X|S auf VRR zugreifen.

VRR in Gaming Fernsehern

Durch den komplizierten Werdegang von HDMI 2.1 binden aktuell jedoch nur wenige Fernsehgeräte tatsächlich VRR ein. Unter anderem beherrschen die aktuellen QLED-Modelle von Samsung und die OLED-TVs von LG diese Funktion. Für Multimedia-Fans, für Fernsehen und für Filme spielt VRR keine Rolle.

Wichtig ist die Funktion aber für Spieler, die nach dem besten Gaming-TV suchen. Leider kommt es beim Gaming mit VRR an den OLED-TVs von LG, die HDMI 2.1 und damit VRR unterstützen, zu Problemen. Konkret sind davon die C9 und Co. aus dem Jahr 2019 sowie die CX und die weiteren Modellreihen aus dem Jahr 2020 betroffen.

LG will seine OLED-TVs gezielt Spielern schmackhaft machen.
LG will seine OLED-TVs gezielt Spielern schmackhaft machen. | Bild: LG

Das VRR-Problem zeigt sich in Form von Artefakten und Flackern der Pixel in dunklen Bildbereichen. Außerdem kommt es zu einer Gammaverschiebung, wodurch Schwarz eher ins Graue tendiert und das Bild etwas verwaschen wirken kann. Zur Einschätzung: Wir reden hier über die Darstellung von tiefen Grautönen bis nahezu Schwarz – also zum Beispiel Schattenbereiche. Die allermeisten Bildinhalte sind also nicht betroffen.

LG hat den VRR-Nebeneffekt bereits eingestanden. Er entsteht, weil die OLED-Panels auf eine fixe Frequenz von 120 Hz ausgelegt sind. Bei VRR wird aber gerade mit dynamischen Werten gearbeitet. Vereinfacht gesagt, werden die Pixel dann bei niedrigen Framerates laut LG quasi „überladen“, was das Flimmern und die Gammaverschiebung verursacht. LG Display arbeitet bereits an einer Lösung durch die Implementierung mehrerer Gammakurven.

Nicht nur LG OLEDs sind von den Problemen rund um VRR betroffen

Zu erwähnen ist, dass es sich um ein Problem mit den OLED-Panels an sich handelt. Da LG Display die gleichen Panels nicht nur an die Elektronik-Schwesterfirma LGE, sondern auch an Partner wie Panasonic, Philips und Sony liefert, wären auch jene Hersteller betroffen. Allerdings setzen die genannten Marken aktuell noch nicht auf VRR mit HDMI 2.1. Vielleicht ist genau die beschriebene Bild-Problematik ein Grund für das Zögern gewesen? Das ist jedoch nur Spekulation. Auch die Samsung QLED leiden allerdings grundsätzlich unter diesem Problem. An den LCD-TVs fällt das Problem aufgrund der höheren Schwarzwerte allerdings deutlich weniger auf.

120Hz-Technik mit VRR: derzeit das Beste für Gaming

Der VRR-Nebeneffekt, dass die dunkelsten Grauwerte „kurz vor Schwarz“ nicht perfekt oder mit Flecken wiedergegeben werden, ändert jedoch nichts an unserer Empfehlung für die besten Gaming-TVs für den OLED CX und QLED Q90T / Q95T. Die Vorteile von 120Hz-Technik mit VRR-Fähigkeit überwiegt nach unseren bisherigen Tests deutlich gegenüber den VRR-Nebeneffekten. Denkt man etwa daran, dass man ohne VRR bei einigen Spielen zeitweise Tearing und Stottern bei 60 fps hätte, dann sind die Nachteile in den dunklen Bildpartien gut zu verkraften. Auch die Bestwerte bei Input-Lag und Reaktionszeit bleiben nach wie vor unangefochten.

Erwähnt sei allerdings auch, dass es derzeit noch ein Problem mit Stottern bei 4K / 120 Hz gibt, das z. B. bei Verwendung der neuen Premium-Grafikkarten von Nvdia auftritt, wenn sie mit VRR / G-Sync verwendet werden. Das Stottern trat bei Framerates zwischen 90 bis 120 fps an OLED-TVs des Modelljahres 2020 auf. Hier hat LG jedoch bereits eine Firmware entwickelt, welche das Problem behebt. Der OLED-TV-Hersteller hat derzeit mit dem Rollout der neuen offiziellen Firmware 03.11.30 begonnen, die exakt dieses Problem für OLED CX und OLED GX löst. In Kürze soll das Update flächendeckend verfügbar sein. Für OLED ZX und NANO99 bis NANO95 ist ebenfalls eine entsprechende Firmware in Vorbereitung.

Hingegen geht man aktuell davon aus, dass das Flackern und die verschobenen Gammakurve bei aktivem VRR nur hardwareseitig zu beheben wäre. Es könnten möglicherweise erst die kommenden TV-Modelle des Jahres 2021 von einem Fix profitieren.

Unsere Einschätzung: Vorteile überwiegen klar

Zur Beruhigung aller Gamer: Wir konnten das Problem mit einer Xbox Series X bei aktiviertem VRR und 4K / 120 Hz replizieren. Allerdings sind wir der Meinung, dass die Problematik bei regulären Sitzabständen kaum wahrnehmbar ist. Je nach persönlichen Bildeinstellungen und individueller Wahrnehmung kann der Effekt dem einen aber natürlich mehr oder weniger auffallen, als dem anderen. Da VRR alias Variable Refresh Rate allerdings andere Bildstörungen kompensiert, sind die unserer Meinung nach kleinen visuellen Makel eher hinzunehmen als Tearing und unstetes Framepacing. Die flüssigere Spielerfahrung bleibt gewährleistet. Dennoch hoffen wir natürlich auf eine Behebung.

Wie sieht es bei dir aus: Nutzt du AMD FreeSync, Nvidia G-Sync oder HDMI VRR bereits? Hast du Probleme mit dem Feature oder läuft bei dir alles rund?

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