HDMI-ARC und eARC: So holst du alles aus Soundbar und AV-Receiver
Wenn du deinen TV-Sound aufbessern möchtest, dann brauchst du eine Soundbar oder ein Lautsprecher-Set samt AV-Receiver. Aber: Damit ist es nicht getan. Am Ende musst du alles auch richtig verkabeln. Und warum dafür ein HDMI-Kabel und HDMI-ARC oder HDMI-eARC die erste Wahl sind und was dahinter steckt, verraten wir dir.
Was genau ist HDMI-ARC?
Der sogenannte Audio Return Channel oder kurz ARC wurde bereits 2009 eingeführt und vereinfacht die Verkabelung von TV- und Audiogeräten. 2017 folgte mit den Möglichkeiten von HDMI 2.1 die Einführung des eARC-Standards, wobei das e an der Stelle für enhanced steht.
Üblicherweise sind die HDMI-Schnittstellen am Fernseher als Eingang gedacht, an den du Spielkonsolen oder Blu-ray-Player anschließen kannst. HDMI-ARC stellt aber einen Kanal zur Verfügung, über den der Fernseher Tonsignale an Audiogeräte wie Soundbars oder AV-Receiver senden kann.

Viele Jahre land war ARC ausreichend, um auch Mehrkanal-Sound vom Fernseher an externe Lautsprecher weiterzureichen. Sofern sie denn komprimiert wurden und nicht mehr Bandbreite als ein Megabit pro Sekunde (Mbps) benötigten.
Wenn es aber um Surround-Sound oder die mittlerweile weit verbreiteten 3D-Tonformate geht, kommt HDMI-ARC schnell einige Grenzen – und das hängt mit der Bandbreite zusammen.

Dolby Atmos über ARC – geht das?
Trotzdem ist HDMI-ARC herkömmlichen Lösungen wie einer Verbindung per Toslink oder S/PDIF mit optischem Kabel oder Koaxial-Kupferkabel technisch überlegen. Statt 384 Kilobit pro Sekunde, sind im ARC-Kanal bis zu 1 Megabit pro Sekunde drin. Und so können ARC-Verbindungen auch Dolby Atmos übertragen. Wenn auch in einer abgespeckten Variante, mittels Dolby-Digital+-Codierung.
Streamst du gerne, ist das tatsächlich gar kein Problem, denn Video-Streaming-Dienste wie Netflix oder Disney+ nutzen auch nur das Dolby Digital+-Format, wenn du die Atmos-Tonspur wählst. Allerdings ist die Tonspur dann eben komprimiert und so am Ende nicht so detailreich, wie sie etwa auf eine 4K-Disc zu finden ist.
Das brauchst du für HDMI-ARC
Um jetzt HDMI-ARC nutzen zu können, muss dein Fernseher natürlich einen passenden Anschluss mitbringen. Aber nicht nur der, sondern eben auch Soundbar oder AV-Receiver, je nachdem, was du anschließen möchtest.

Ob nun Soundbar oder Speaker, nahezu jedes aktuelle Gerät bringt den passenden Anschluss mit – genau so sieht es auch bei den TVs aus. Die HDMI-ARC-Verbindung klappt in der Regel automatisch. Falls nicht, findest du die passende Option aber in den Einstellungen.
Netter Nebeneffekt der Verbindung per HDMI: Eine eingeschaltete CEC-Funktion ist für ARC. Auch wenn das in seltenen Fällen zu Problemen führen kann, erlaubt CEC, an den TV angeschlossene Geräte mit der TV-Fernbedienung zu steuern. Für die Anpassung der Lautstärke braucht es dann nur eine Remote.
Was ist eARC und welche Vorteile bietet es?
Enhanced Audio Return Channel, oder kurz eARC, ist die nächste Generation von ARC und in der HDMI-2.1-Spezifikation implementiert.
Der Hauptvorteil von eARC gegenüber ARC ist eine massive Steigerung der Bandbreite und Geschwindigkeit. Deutlich anspruchsvollere Tonsignale können so vom Fernseher an eine Soundbar oder einen AV-Receiver gesendet werden, im Grunde ist keine oder nur kaum Komprimierung nötig.

Die eARC-Spezifikation sieht bis zu 32 Audiokanäle vor, einschließlich unkomprimierter 24-Bit/192kHz-Datenströme mit bis zu 38 Mbps. Dadurch lassen sich objektbasierte 3D-Tonformate verlustfrei übertragen, sei es nun Dolby Atmos oder DTS:X. Die verlustfreien Tonspuren findest du aber, wie oben bereits erwähnt, in der Regel nicht bei Streaming-Anbietern, sondern auf Blu-ray-Discs.
HDMI-eARC erfordert auch nicht mehr, HDMI-CEC einschalten zu müssen. Im eARC-Standard ist dazu ein separater Datenkanal spezifiziert, der den Austausch von Daten- sowie Steuerungsinformationen zwischen den verbundenen Geräten erlaubt. So kommt es zu weniger Problemen, trotzdem kannst du Soundbar und Co. zumindest in Teilen mit der TV-Fernbedienung steuern.
Welche Voraussetzungen hat eARC?
Wie bei ARC benötigst du zwei Geräte mit kompatiblen HDMI-eARC-Buchsen, damit das Protokoll funktioniert. 4K-Fernseher und Soundbars mit HDMI 2.1 haben meist eARC an Bord.
Im Idealfall können auch Soundbars und Fernseher, die lediglich über einen HDMI-2.0-Anschluss verfügen, die Vorteile von eARC nutzen – in einzelnen Fällen sogar über ein nachträgliches Firmware-Update.

ARC und eARC sind miteinander kompatibel – Kompromiss auf kleinstem Nenner
Grundsätzlich ist es natürlich auch möglich, beispielsweise einen eARC-kompatiblen Fernseher via HDMI-Kabel an einen AV-Receiver oder eine Soundbar anzuschließen, die lediglich den alten ARC-Standard unterstützen. Die Kompatibilität ist gegeben. Du musst dann nur mit Abstrichen leben.

In dem Fall wird Mehrkanal-Ton oder Surround-Sound nämlich dann komprimiert übertragen – weil dann die ARC-Verbindung der gemeinsame Nenner ist. Die Abwärtskompatibilität von eARC zu ARC garantiert dir aber, dass deine Lautsprecher nicht stumm bleiben, wenn eARC- und ARC-Geräte zusammenarbeiten müssen. Ein Upgrade könnte sich dennoch lohnen, wenn du alles aus deinem Heimkino-Setup herausholen möchtest.
Welche Kabel brauche ich?
Die Kabelsituation von eARC ist entspannt. Die meisten aktuellen HDMI-Kabel sollten bereits fit für die Übertragung von eARC-Signalen sein. Auf jeden Fall gilt dies für die neuen Ultra-High-Speed-HDMI-Kabel mit Ethernet-Unterstützung. Auch die verbreiteten High-Speed-HDMI-Kabel dürften in der Regel für eARC genügen. Nur sehr alte Kabel und sehr lange HDMI-Kabel könnten gegebenenfalls Probleme durch die höhere Bandbreite bekommen.
Jetzt weißt du alles über HDMI-ARC und HDMI-eARC
Du siehst: Das Thema mag kompliziert wirken, ist es am Ende aber gar nicht. Du solltest für dich nur mitnehmen: Für möglichst guten Klang und die Möglichkeit, deine Geräte mit einer Fernbedienung zu steuern, solltest du immer Audio- und TV-Geräte per HDMI verbinden.
Möchtest du dann noch Dolby Atmos oder DTS:X unkomprimiert genießen, solltest du darauf achten, dass TV, Soundbar oder AV-Receiver auch allesamt eARC-Support mitbringen. Dann steht dem Kino-Abend nichts mehr im Wege.
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