Sennheiser-Verkauf läuft an: Doch einige Kopfhörer wirst du nicht mehr sehen
Bild: Chris Panas via UnsplashSeit 2022 gehört der Kopfhörerhersteller Sennheiser offiziell zu Sonova. Die Übernahme sorgte damals auch für Schlagzeilen, weil der Anbieter aus der Schweiz eigentlich auf medizinische Audiolösungen, etwa Hörgeräte, spezialisiert ist. Mit der traditionsreichen deutschen Audiomarke wollte man neue Wege gehen und Synergieeffekte anstreben. Doch der Plan ging schief und mittlerweile will man seine Kopfhörersparte wieder abtreten.
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Wichtig zu wissen: Sennheiser gibt es streng genommen zweimal. Sonova hat den Bereich für Privatkund:innen gekauft und will ihn nun wieder loswerden. Der professionelle Bereich läuft über die unabhängige Sennheiser electronic GmbH & Co. KG. Letztere ist dann auch von den aktuellen Geschehnissen nicht betroffen. Denn inzwischen gibt es dazu ein paar durchaus spannende Neuigkeiten. So hat das Management ein wenig über die Zukunft geplaudert (via Heise), während man noch auf der Suche nach einem neuen Mutterkonzern ist.

Die Geschäftsführerin von Sennheiser Consumer Audio, Lilika Beck, sowie der Vizepräsident für internationale Forschung und Entwicklung beim Unternehmen, Stephan Lietz, erklären dabei die Herausforderungen und woran es unter dem Dach von Sonova gehapert hat. Etwa entwickle sich das Business mit Premium-Kopfhörern positiv, doch in den Einstiegsbereich, und da hätte Sonova die deutsche Marke wohl gerne ebenfalls verstärkt gesehen, passte Sennheiser nicht wirklich.
Sennheiser spricht von „großem Interesse“ durch potenzielle Mutterkonzerne
Auch habe man feststellen müssen, dass es nicht wirklich möglich gewesen sei, Synergien herzustellen. Die Chips für Hörgeräte und Kopfhörer seien am Ende doch sehr unterschiedlich. Allerdings gebe es laut den beiden Manager:innen bereits ein erhebliches Interesse durch potenzielle Käufer:innen. Offenbar ist man da also guter Dinge, dass Sennheiser bald unter einem neuen Dach florieren kann. Dabei betont man abermals, dass man als Hi-Fi- und Audiomarke wachsen wolle.
Fest steht: Sennheiser will wieder Abstand vom Einstiegssegment nehmen. Zwar sei die entsprechende Accentum-Reihe kein Fehler gewesen, dennoch sei man in diesem Bereich nicht stark genug und wolle keine Produkte in dem Preissegment mehr produzieren. Das ergibt auch vor dem Hintergrund Sinn, dass es für Sennheiser wohl ohnehin schwer werden dürfte, da mit beispielsweise chinesischen Anbietern preislich zu konkurrieren. Im Premium-Bereich wird man sich besser absetzen können – das konnte zuletzt ja auch der Momentum 5 Wireless zeigen, den wir im Test viel gelobt haben. Der aktuelle Plan sieht dabei vor, den Verkauf des Unternehmens innerhalb eines Jahres abzuschließen.
Sennheiser betont, dass man primär einen sicheren Platz im audiophilen bzw. oberen Preissegment für sich sehe. Zudem möchte man gerne neue Lösungen wie etwa den Bluetooth-Codec LC3 Plus vorantreiben. Sollte sich der Codec weiter verbreiten, dürfte nahezu verlustfreier Klang über kabellose Kopfhörer und mobile Endgeräte eine immer größere Rolle spielen. Aktuell sei da noch das Problem, dass z. B. Lösungen wie Qualcomm aptX nicht von allen Geräten unterstützt werden. LC3 Plus hätte in der Breite mehr Chancen als offene und günstige Lösung.
Gleichzeitig zeigt sich Sennheiser z. B. von der schleppenden Adoption von Auracast enttäuscht. Man habe die Technik als Pionier früh eingebunden, doch am Markt sei sie immer noch eine Nische und das Potenzial liege brach. Skeptisch zeigt man sich im Übrigen auch gegenüber den neuen EU-Vorschriften zu Wechselakkus bei Kopfhörern. Die Regularien würden zwar potenziell längere Lebensdauern durch Reparaturen ermöglichen, aber letzten Endes die Herstellung verteuern und Firmen zur langen Vorhaltung von Ersatzteilen zwingen. All das müsse man einpreisen – am Ende erhalte man geringere Margen oder müsse die Kund:innen mit Aufpreisen belasten.
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