Startseite Video-Streaming Netflix Netflix stellt sich breiter auf: Panik-Move oder logischer nächster Schritt?

Netflix stellt sich breiter auf: Panik-Move oder logischer nächster Schritt?

Netflix experimentiert mit neuen Videoinhalten. So holt man sich von Partnern aus dem Web auch Kurzvideos in seinen Katalog.
Netflix will auf neuen Content setzen - auch von Partnern aus dem Web. Bild: Lorenzi via Unsplash

Netflix ist vor allem für seine Filme und Serien bekannt. Allerdings hat man schon seit einiger Zeit auch Live-Sport im Programm. Obendrein bietet die Plattform auch Games als Teil des Abos an. Doch nun will man in neue Bereiche vorstoßen. So nimmt man ab August 2026 nämlich auch Web-Videos von diversen Verlagen und Internetseiten mit in sein Programm auf. Doch ist das wirklich das, was sich die Zuschauer:innen wünschen?

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In Deutschland wirst du davon im ersten Schritt aber ohnehin noch nicht direkt etwas mitbekommen. Denn die Partnerschaften mit digitalen Medienhäusern greifen erst einmal nur in den Vereinigten Staaten, Kanada, Großbritannien, Irland, Australien und Neuseeland. Im Klartext deckt man zunächst englischsprachige Regionen ab. Als Beispiele für neue Content-Partner nennt man z. B. BuzzFeed, Condé Nast und Musik- und Entertainment-Magazine wie Rolling Stone, The Hollywood Reporter oder Variety.

Insgesamt will Netflix nach eigenen Angaben durch die Partnerschaft diverse Videos zu Themen wie Essen, Mode oder auch Reisen abdecken. Anders als die hauseigenen Dokumentationen werden die Webvideos eher kurze Laufzeiten von drei bis 20 Minuten erreichen. Weitere Bereiche, die man thematisch abdecken will, sind z. B. auch Gärtnerei, Kochen oder Prominente mit Klatsch und Tratsch.

Greift Netflix nach Strohhalmen?

Am Ende muss sich wie gesagt zeigen, ob Netflix mit solchen Inhalten seine Abonnent:innen wirklich begeistern kann. Denkbar ist auch, dass man damit eher seine Kernkompetenzen vernachlässigt und sich zu breit aufstellt. Aber das entscheiden am Ende die Zuschauer:innen – wie du. Sollte man mit den genannten Partnerschaften in den ersten Regionen erfolgreich sein, dürfte der Streaming-Dienst das Modell sicherlich rasch mit lokalen Partner:innen in Deutschland ausbauen. Hierzulande wären dann Kooperationen mit anderen Verlagen, wie z. B. Axel Springer und Co., vorstellbar.

Warum greift Netflix aber überhaupt nach solchen Strohhalmen? Nun, zuletzt haben interne Statistiken etwa gezeigt (via Bloomberg), dass bei den Serien-Eigenproduktionen im Schnitt mehr als 50 Prozent der Zuschauer:innen schon nach der ersten Staffel wieder abspringen. Das ist für den Streaming-Dienst ein erhebliches Problem, schließlich will man seine Abos dauerhaft halten. Folgerichtig sucht man nach neuen Inhaltsformen.

Serien von Netflix verlieren nach Staffel 1 regelmäßig die Hälfte ihres Publikums.
Serien von Netflix verlieren nach Staffel 1 regelmäßig die Hälfte ihres Publikums. | Bild: Bloomberg/Netflix

Man gewinnt ein wenig den Eindruck, als würde Netflix sich neu aufstellen wollen, da man inzwischen nicht nur direkt mit anderen Streaming-Diensten wie Amazon Prime Video, Disney+ oder HBO Max konkurrieren muss, sondern z. B. auch mit Plattformen wie Instagram, YouTube oder auch TikTok. Ob es aber für Netflix tatsächlich Sinn ergibt, sich mit Kurzvideos und Co. den Rivalen anzunähern, das muss uns die Zeit zeigen.

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