Geld-Wahnsinn bei Samsung: 20-mal mehr Gewinn – aber Aktienkurs stürzt trotzdem ab
Bild: BoliviaInteligente via UnsplashSamsung konnte seinen Betriebsgewinn um fast das 20-fache steigern. Falls du dich fragst, woran das liegt: Nein, es sind weder Smart-TVs wie der S99H noch Kopfhörer wie die Galaxy Buds, welche die Kassen klingeln lassen. Vielmehr ist es vor allem die Speicherkrise, welche dem südkoreanischen Hersteller einen Geldsegen beschert hat. Denn das Unternehmen gehört mit anderen Anbietern wie Micron und SK Hynix zu den größten Speicherherstellern der Welt. Man profitiert also massiv vom aktuellen KI-Boom.
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Klingt unglaublich: Trotz des Betriebsgewinns von umgerechnet rund 51 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2026 ist der Aktienkurs des Unternehmens erst einmal abgestürzt, um etwa zehn Prozent. Die Börse hatte sich also offenbar noch mehr erhofft. Auch der Umsatz kletterte im Übrigen – auf sagenhafte 98 Milliarden Euro. Damit konnte Samsung seinen Gewinn gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr um 1800 Prozent nach oben schrauben. Dennoch sinkt der Aktienwert? Befinden wir uns im falschen Film?
Nein, denn du solltest verstehen, dass Rekordgewinne im Grunde schon vorher von den Investor:innen erwartet und in den Aktienkurs eingepreist worden waren. Es handelt sich jedoch noch um vorläufige Finanzergebnisse, die auf Schätzungen basieren. Die finalen Zahlen rückt Samsung erst am 30. Juli 2026 heraus. Große Abweichungen sind aber nicht mehr zu erwarten. Um die Rekordergebnisse im Maßstab zu verdeutlichen: Im kompletten Jahr 2025 konnte das Unternehmen weniger als 50 Prozent des Gewinns einstecken, den man jetzt in nur drei Monaten erwirtschaftet hat. Doch der Blick in die Zukunft hält viele Ungewissheiten bereit.
Samsung muss das Platzen der KI-Blase fürchten
Wie schon erwähnt, rühren Samsungs Rekordeinnahmen eben nicht von Hardware-Verkäufen, den Umsätzen mit Werbung oder anderen Kniffen her, sondern vor allem aus dem Verkauf von Speicher. Und jener Markt ist extrem davon abhängig, dass der aktuelle KI-Hype munter weiterläuft. Inzwischen sind sich viele Marktforscher:innen aber uneins, wie lange das noch so bleiben wird (via Heise). Denn die Branche verlässt so langsam die reine Phase schieren Wachstums und muss endlich den immensen Investitionen auch Gewinne gegenüberstellen. Lange Zeit haben OpenAI, Anthropic, Google und Co. mit KI aber nur Geld verbrannt.
Die Speicherkrise und die Rekordeinnahmen mit dem Verkauf von RAM und Co. hatten bei Samsung auch interne Zerwürfnisse ausgelöst. Denn Mitarbeiter:innen der Halbleitersparte wollten durch Prämien am enormen Unternehmenserfolg beteiligt werden. Erst auf den letzten Drücker erzielte man einen Kompromiss und konnte Streiks und stillstehende Fabriken verhindern.
Letzten Endes bleibt abzuwarten, ob Samsung auf Rekordkurs bleiben kann oder sich irgendwann eine große Korrektur am Markt abzeichnen wird. Zumindest kann sich der südkoreanische Hersteller auch abseits des KI-Hypes freuen: Im weltweiten TV-Markt ist man trotz des Drucks durch Hisense und TCL immer noch Marktführer.
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