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Disney+: 4K Ultra HD steht schon wieder auf wackligen Beinen

Disney+ muss derzeit auf HDR und Dolby Vision verzichten. Immerhin gibt es 4K-Auflösung, doch auch die könnte bald (wieder) verschwinden.
Disney+ könnte bald wieder auf 4K verzichen müssen. Bild: The Walt Disney Company

Disney+ muss derzeit ohne HDR bzw. Dolby Vision auskommen. Das dynamische HDR-Format ist beim Streaming-Dienst bereits Ende des letzten Jahres entfallen. Hintergrund ist ein Rechtsstreit mit dem Unternehmen InterDigital, das verschiedene Patente an zugrundeliegenden Technologien fürs Streaming hält. Aus dem gleichen Grund musste Disney+ vor wenigen Wochen die 4K-Auflösung und HDR entfernen. 4K Ultra HD konnte man zwar zurückbringen, doch jetzt droht auch die Auflösung wieder zu schrumpfen.

Denn Disney+ nutzt dafür im Grunde einen Workaround: Damit 4K-Streaming zumindest auf einigen Geräten wieder funktioniert, hat man den HEVC-Codec gegen VP9 getauscht. Das ist InterDigital ein Dorn im Auge, denn dadurch sieht man die Angelegenheit keineswegs als erledigt an. Deswegen hat man in Europa weitere rechtliche Schritte eingeleitet. Entsprechend könnte 4K Ultra HD beim Streaming-Dienst schon bald wieder wegfallen.

Denn was Disney+ als Ausweg sieht, verletzt laut einer Stellungnahme von InterDigital (via Caschys Blog) weiterhin die Patente des Unternehmens. Dabei erhebt man schwere Vorwürfe gegen das Haus mit der Maus. Letzten Endes wolle der Milliardenkonzern lieber die technische Qualität für seine zahlenden Kund:innen einschränken, als selbst korrekt Lizenzgebühren abzuführen. Zumal der Konzern seine Abonnent:innen auch nicht automatisch entschädige. Das spreche Bände über die Prioritäten.

Disney+ gerät unter Druck

Fakt ist, dass The Walt Disney Company schon in mehreren Ländern rechtliche Niederlagen erlitten hat, die allesamt InterDigital in die Hände spielen. Dabei werfen letztere dem Konzern vor, mit zweierlei Maß zu messen. Einerseits schütze das US-Unternehmen seine Marken rigoros, andererseits sei man nicht bereit, für eindeutig für Disney+ genutzte Technologien anderer Anbieter die fälligen Lizenzgebühren zu zahlen.

InterDigital wird noch deutlicher: Disney+ trage das Ganze bewusst auf dem Rücken der eigenen Kund:innen aus. Anstatt für jene die Qualität sicherzustellen, verschlechtere man den Streaming-Dienst lieber zusehends – ohne die Betroffenen aufzuklären oder zu entschädigen. Freilich dürfte man das aber bei The Walt Disney Company anders sehen. Eine Stellungnahme des US-Konzerns liegt jedoch nicht vor. Bisher hatte sich das Unternehmen zu dieser Misere eher bedeckt gehalten.

Sollte bei Disney+ erneut die 4K-Auflösung komplett wegbrechen und InterDigital abermals Recht bekommen, dann dürfte die Luft dünner werden. Denn dann gäbe es kaum noch Argumente für den Premium-Tarif. Bleibt zu hoffen, dass im Sinne der Abonnent:innen vielleicht doch noch eine gütliche Einigung erzielt werden kann.

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