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Apple wird 50: Das sind die 10 größten Flops der Unternehmensgeschichte

Apple ist eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Und dennoch musste der erfolgsverwöhnte Hersteller bereits einige Flops verknusen.
Apple ist erfolgsverwöhnt, blieb in seiner Unternehmensgeschichte aber nicht vor Flops verschont. Bild: KI-Symbolbild

Apple feiert aktuell sein 50-jähriges Jubiläum – am 1. April 1976 wurde der Hersteller aus Cupertino, den du heutzutage als eines der erfolgreichsten und wertvollsten Unternehmen der Welt kennst, gegründet. Aber wusstest du, dass der Konzern sich über die Jahrzehnte auch viele waschechte Flops geleistet hat? Einige davon konnte man so gut unter den Teppich kehren, dass sie mittlerweile fast komplett vergessen sind. Andere sorgen schon durch ihre bloße Erwähnung bei Techies für ein Glucksen.

Wir haben zehn der größten Flops aus Apples bewegter Unternehmensgeschichte hier für dich in loser Reihenfolge zusammengetragen.

Doch Apple wäre nicht da, wo es ist, wenn in den 50 Jahren nicht auch viel richtig gelaufen wäre. Deshalb findest du hier die 10 größten Erfolgsgeschichten in der Apple-Historie.

Die Entlassung von Steve Jobs

Streng genommen wurde Steve Jobs 1985 wohl nicht von Apple „gefeuert“, verlor aber nach einem Machtkampf mit dem damaligen CEO John Sculley so sehr an Einfluss, dass er das Unternehmen verließ, welches er mitbegründet hatte. Die getrennten Wege ließen Apples Aktienkurs über die Jahre abstürzen, weil die nächsten Produkte nicht den Nerv der Kundschaft trafen. Tatsächlich drohte dem Hersteller aus Cupertino 1996 sogar die Insolvenz.

Steve Jobs hingegen gründete die erfolgreiche IT-Firma NeXT und kaufte Lucasfilm Pixar ab. Durch einen neuen Fokus und Erfolg mit Animationsfilmen machte ihn dies später zum Milliardär. Schließlich kaufte Apple 1996 Jobs’ Firma NeXT für 429 Mio. US-Dollar, primär, um den ehemaligen Chef wieder ins Boot zu holen. Bereits ab 1997 lenkte der frühere Mitbegründer den Hersteller dann wieder. Schnell führte er Apple mit einem neuen Online-Store und revolutionären Produkten wie dem iMac (1998), dem iPod (2001) oder dem iPhone (2007) zurück auf Erfolgskurs.

Die Trennung von Steve Jobs wurde für Apple zum Desaster.
Die Trennung von Steve Jobs wurde für Apple zum Desaster. | Bild: By Matthew Yohe, CC BY-SA 3.0

Bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2011 leitete Steve Jobs Apple und landete einen Hit nach dem anderen. Was wäre aus dem Hersteller geworden, ohne die Rückkehr des geradezu genialen Managers? Das ist schwer zu sagen, doch die Trennung von ihm war zwar zweifellos eine der größten Fehlentscheidungen in der Unternehmensgeschichte.

Apple verschenkt ein Album – und bringt so seine Community gegen sich auf

2014 hat die irische Band U2 das Album „Songs of Innocence“ veröffentlicht. So weit, so harmlos. Apple dachte sich damals: Die Band mag irgendwie doch jeder, also schenken wir das neue Album allen iTunes-Nutzer:innen und sichern uns so massiven Hype. Doch diese Aktion entwickelte sich nicht zum PR-Coup, sondern zum Desaster. Später musste sich der Hersteller sogar öffentlich entschuldigen. Denn es entbrannte eine hitzige Debatte rund um Datenschutz und die Grenzen des Marketings.

So fühlten sich viele Haushalte gegängelt, insbesondere, wenn sie mit U2 nichts anfangen konnten. Und letzten Endes ist Musik nun einmal Geschmackssache. Einige Nutzer:innen waren hingegen verwirrt und vermuteten, gehackt worden zu sein. Manche wollten das Album aus ihrer Sammlung entfernen, hatten aber anfangs keine Möglichkeit dazu. Der Sänger der Band, Bono, zog später ein ironisches Fazit zur gefloppten Aktion. Seine Band habe quasi jedem Menschen eine Gratis-Milchflasche spendieren wollen und sei dabei in die jeweiligen Häuser eingebrochen, um den Kühlschrank zu erreichen.

Apple soll 100 Mio. US-Dollar für die gemeinsame Aktion mit U2 ausgegeben haben. Die Investition dürfte eine Nullnummer gewesen sein, denn die Reaktionen waren fast durchweg negativ.

Apples erste und einzige Spielekonsole: die Pippin

Keine Liste mit Flops des Herstellers aus Cupertino wäre komplett ohne die Pippin. Diese Spielekonsole erschien 1996, um mit der damaligen Sony PlayStation, dem Sega Saturn und dem Nintendo 64 zu konkurrieren. Doch die Gaming-Plattform verkaufte sich läppische 42.000 Mal und wurde bereits nach rund zwei Jahren wieder eingestellt. Zum einen fehlte es der Konsole im Vergleich zur Konkurrenz massiv an Leistung, so dass sie von Community und Presse belächelt wurde. Zum anderen mangelte es am Interesse von Entwickler:innen, sodass die Spielebibliothek entsprechend dünn blieb. Als ob das nicht schlimm genug gewesen wäre: Dazu kam ein hoher Verkaufspreis, welcher die Konsole eher im Bereich von Gaming-PCs positionierte.

Die Pippin ist der wohl größte Hardware-Flop von Apple.
Die Pippin ist der wohl größte Hardware-Flop von Apple.

Zusammengearbeitet hatte Apple für die Pippin mit dem japanischen Publisher Bandai. Heute würden beide Firmen diese Kooperation wohl lieber aus der Unternehmensgeschichte streichen. Für den Hersteller aus Cupertino hat der Flop gewissermaßen bis heute Nachwirkungen. Denn weiterhin haftet dem Unternehmen das Image an, nicht wirklich fürs Gaming zu brennen.

Das Bendgate des iPhone 6

Als Apple seine neuen Smartphones iPhone 6 und iPhone 6 Plus 2014 veröffentlichte, wähnte man, den nächsten Hit am Markt zu landen. Tatsächlich verkauften sich die mobilen Endgeräte auch gut. Doch eine Schwäche im Design führte damals zum sogenannten „Bendgate“. So hatte Apple erstmals deutlich größere Displays als bei den Vorgängermodellen verwendet. Zudem wollte man mit dünneren, aber breiteren Gehäusen punkten, deren Rahmen aus weichem Aluminium bestand. Im Ergebnis konnten sich die iPhone 6 und iPhone 6 Plus schon bei relativ leichtem Druck in der Hosentasche verbiegen.

Weil sich das iPhone 6 wegen des Bendgates zu leicht verbog, verstärkte Apple das Gehäuse des iPhone 6s.
Weil sich das iPhone 6 wegen des Bendgates zu leicht verbog, verstärkte Apple das Gehäuse des iPhone 6s. | Bild: Apple

Später im Zuge von Gerichtsverfahren veröffentlichte Dokumente bewiesen, dass Apple offenbar vorab von der „krummen Tour“ wusste, das Problem aber nicht ernst genug nahm. Während der Hersteller aus Cupertino die Querelen öffentlich herunterspielte, setzte man anschließend für das iPhone 6s stärkeres Aluminium und ein robusteres Design ein. Betroffenen ist das Bendgate bis heute im Gedächtnis geblieben.

Der Apple Macintosh TV

An den Flop der Pippin erinnern sich Techies bis heute, doch der Macintosh TV ist weniger im Gedächtnis geblieben. Dabei zählt diese Mischung aus Fernseher und Computer ebenfalls zu den Mega-Flops des Unternehmens. Erschienen Mitte der 1990er-Jahre, wollte Apple mit dem Macintosh das Beste aus TV und Computer vereinen. Am Ende war man gleichzeitig einerseits mit diesem „Smart-TV“ seiner Zeit voraus und andererseits weit hinter dem Stand der damaligen Technik. Das muss man auch erst einmal schaffen.

Wie der Name schon sagt, war der Macintosh TV 1993 ein Hybrid aus Mac und Fernseher. Er kombinierte im Grunde einen Macintosh LC 520 mit einem 14-Zoll-Röhrenfernseher von Sony, einem integrierten TV-Tuner und einem CD-ROM-Laufwerk sowie einer Fernbedienung. Für Aufsehen sorgte vor allem der Preis von 2099 US-Dollar, was inflationsbereinigt heute satten 4740 US‑Dollar entspräche.

Doch das Problem lag nicht nur im wahnsinnigen Verkaufspreis. Als Computer litt der Macintosh TV unter Leistungsbeschränkungen wie dem schon damals mit fünf MByte kleinen RAM. Zudem fehlten trotz des Luxuspreises Kernfunktionen anderer Modelle, wie eine Bild-in-Bild-Darstellung. Auch war keine Videoaufnahme möglich. Das Fernsehprogramm konnte zudem nicht parallel mit Computersoftware laufen. Letztendlich bot dieses Hybrid-Gerät keinerlei Mehrwerte und war teurer, als einfach einen überlegenen Mac und einen höherwertigen TV separat zu kaufen.

Im Ergebnis konnte Apple gerade einmal 10.000 Einheiten des Macintosh TVs absetzen. Das Gerät wollte sowohl Computer als auch Fernseher sein, versagte aber im Grunde in beiden Bereichen. Was blieb, war eine visionäre Idee, die technisch damals noch nicht umsetzbar war.

Apples Butterfly-Tastaturen: Ein Schmetterling, der zur Raupe wurde

Der Flop rund um Apples Butterfly-Tastaturen hat mit einer guten Idee angefangen. Der Hersteller verfolgte das Ziel, die schlanksten Notebooks der Welt herzustellen. Dafür tauschte man die bisherigen Scissor-Switches seiner Tastaturen gegen die heute berüchtigte Butterfly-Mechanik. Diese erlaubt bis zu 40 Prozent dünnere Tasten. Das entscheidende „Aber“: Die Tastaturen wurden viel empfindlicher. Beispielsweise können schon winzige Verunreinigungen wie Krümel oder einfach nur Staub die Tasten blockieren. Und du ahnst es: Genau das passierte regelmäßig.

Dazu waren Reparaturen der Butterfly-Tastaturen sehr kostspielig, denn die Tastatur wurde mit den Notebook-Gehäusen, -Akkus und -Lautsprechern verklebt. Im Schadensfall musste also alles gebündelt getauscht werden. 2015 führte Apple diese Tastaturen ein und ignorierte zunächst jahrelang die Beschwerden. 2018 nahm der Druck aber derartige Formen an, dass ein kostenloses Reparaturprogramm ins Leben gerufen wurde. Nach dem Versuch einer letzten Neuauflage kapitulierte Apple dann 2019. Seitdem setzt der Hersteller wieder Scissor-Mechaniken ein.

Aktuelle Laptops von Apple, wie das MacBook Neo, setzen wieder auf Scissor-Switches.
Aktuelle Laptops von Apple, wie das MacBook Neo, setzen wieder auf Scissor-Switches. | Bild: Apple

Sein Reparaturprogramm ließ Apple bis 2024 weiterlaufen und begann in diesem Jahr auch, Beteiligten einer Sammelklage Geld zu erstatten. Die ganze Angelegenheit führte auch zu einem erheblichen Imageschaden, sodass der Schmetterling in diesem Fall zu einer hässlichen Raupe wurde – und nicht umgekehrt.

AirPower: Eine echte Luftnummer

Mit AirPower wollte Apple eine Ladematte für Wireless Charging veröffentlichen, auf welcher du Geräte wie dein iPhone frei platzieren könntest. 2017 wurde AirPower pompös angekündigt und sollte eigentlich 2018 erscheinen. Nach mehreren Verschiebungen musste der Hersteller aus Cupertino das ganze Projekt 2019 sang- und klanglos noch vor der Veröffentlichung einstampfen. So erzeugten die verbauten Ladespulen eine zu hohe Abwärme und man konnte die Sicherheit nicht garantieren.

AirPower wurde damit zu einer echten Luftnummer. Das freie Platzieren und gleichzeitige Aufladen mehrerer Apple-Gadgets klang traumhaft. Doch bei internen Tests sollen z. B. AirPods beim Wireless Charging wegen der Hitzeentwicklung sogar geschmolzen sein. Anspruch und Realität klafften massiv auseinander.

Für Apple wurde die Angelegenheit so peinlich, weil man AirPower erst selbstbewusst öffentlich präsentierte, aber offensichtlich die Entwicklung noch gar nicht abgeschlossen hatte. Die Folge: Mit MagSafe wandte man sich später einer weniger ambitionierten, aber voll funktionsfähigen Lösung zu.

Antennagate oder „You’re holding it wrong“

Bereits vor dem schon erwähnten Bendgate stieß Apple seine Nutzer:innen einmal mit einem Smartphone vor den Kopf. So startete das iPhone 4 2010 mit dem berüchtigten Antennagate. Wer das Smartphone beim Telefonieren in einer durchaus üblichen Position in seine Pranken nahm, musste massive Verschlechterungen des Empfangs bemerken. Ursache: Ein neues Design der Empfangsantennen erwies sich als Fehlentscheidung. Steve Jobs selbst schien von den Querelen damals genervt zu sein und empfahl tatsächlich schlichtweg, das iPhone 4 anders zu halten. Daraus entstand das legendäre Meme „You’re holding it wrong“.

Um den „Todesgriff“ für den Empfang wenigstens zu entschärfen, verschenkte Apple schließlich wenigstens kostenlose Bumper-Cases. Letzten Endes ging man danach ganz ähnlich vor wie beim Bendgate. So überarbeitete man das Antennendesign für das iPhone 4s, um derartige Probleme zukünftig zu vermeiden.

Der Launch von Apple Maps: Bitte wenden

Apple Maps ist heute ein respektabler Kartendienst. Der Dienst ist also eines der seltenen Beispiele, in denen aus einem Flop doch noch ein anständiges Produkt werden konnte. Doch zum Launch im Jahr 2012 war Maps ein Desaster. Beispielsweise wurde der Kartendienst zur Lachnummer des Internets, weil Nutzer:innen teilweise statt zu ihrem Ziel ins Nichts geleitet wurden. Ganze Straßen, Bahnhöfe oder sogar Städte fehlten in der App. Viral ging etwa, dass Melbourne in ein Naturreservat verlegt wurde oder einige Flughäfen plötzlich als Parkanlagen zu sehen gewesen sind.

Heute ist Apple Maps ein guter Kartendienst. Zum Launch sah das leider noch ganz anders aus.
Heute ist Apple Maps ein guter Kartendienst. Zum Launch sah das leider noch ganz anders aus. | Bild: Apple

Eigentlich wollte sich Apple mit seiner eigenen Karten-App unabhängiger von Google bzw. Google Maps machen. Doch der Launch erfolgte eindeutig zu früh. Die 3D-Ansicht etwa, mit der man eigentlich auftrumpfen wollte, zeigte Brücken und Straßen teilweise wie geschmolzene Konstrukte an. Dazu fehlten gewohnte Funktionen wie Offline-Karten oder eine Navigationsfunktion für öffentliche Verkehrsmittel. Die Mischung aus Beschwerden und Veralberung nahm derartige Züge an, dass sich sogar der Apple-CEO Tim Cook öffentlich entschuldigte und temporär das Ausweichen auf Konkurrenzangebote empfahl.

Die Hockey-Puck-Maus: Wie man seinen Mac lieber nicht bedient

1998 wollte Apple mit einem frischen Eingabegerät, passend zum iMac G3, die Welt begeistern. Die frische USB-Maus (M4848) sicherte sich jedoch schnell den inoffiziellen Namen „Hockey-Puck-Maus“. Denn sie erinnerte optisch an einen Eishockey-Puck. Das runde Design war zwar visuell geradezu perfektionistisch auf den iMac G3 abgestimmt, doch eins hatte der Hersteller dabei vergessen: wie eine menschliche Hand aussieht. Direkt nach der Veröffentlichung verrissen Community und Presse die Maus. Sie galt als extrem unergonomisch.

Die Hockey-Puck-Maus ist ein legendärer Reinfall im Hinblick auf Ergonomie.
Die Hockey-Puck-Maus ist ein legendärer Reinfall im Hinblick auf Ergonomie. | Bild: P. L. via Unsplash

Wo die erste USB-Maus von Apple also optisch perfekt zum neuen iMac passte, war sie funktional ein Totalausfall. Aufgrund der runden Form verdrehte sich die Maus regelmäßig und dazu führte die geringe Größe oft zu Fehleingaben. Letzten Endes hatte sich der Hersteller für „Form over Function“ entschieden. Doch auch Kritik an der „billig“ wirkenden Haptik folgte schnell. Kein Wunder also, dass sich jede iMac‑Nutzer:in rasch nach Alternativen umsah. Selbiges tat auch Apple und veröffentlichte bereits 2000 mit der Pro Mouse einen konventionelleren Ersatz.

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