Was bedeutet Full HD? Das solltest du über TV-Auflösung wissen!
Bild: Taras Shypka @ Unsplash4K, Full HD, HDR, UHD. Da kann schon mal der Kopf schwirren, wenn man durch die Angebotsseiten von Elektronikmärkten scrollt. Die Hersteller überbieten sich mit Abkürzungen, um einen möglichst großen Funktionsumfang anzudeuten. Eine davon ist „Full HD“. Woher das Kürzel kommt, und was du über Full-HD wissen solltest, erfährst du hier.
Was ist Full HD?
Der Name „Full HD“ bezieht sich auf ein hoch auflösendes Bild, das 1920 x 1080 Pixel hat. Die 1920 Pixel werden von links nach rechts, die 1080 Pixel von oben nach unten gezählt. Eine höhere Anzahl von Pixeln führt in der Praxis zu einem schärferen und detailreichen Bild, da es schwerer ist, einzelne Pixel mit dem bloßen Auge zu erkennen.

Auflösung unter der Lupe: Bildschirm vs. Medien
Je mehr Pixel, umso mehr Feinheiten und Details im Bild. Bei TV-Geräten mit mehr als 1 m oder 40 Zoll Diagonale ist Ultra-HD mit der Auflösung 3840 x 2160 – besser bekannt als „4K“ – längst die Regel. Full-HD-Bildschirme findest du noch in 32-Zoll-TVs und Laptop-PC. Damit haben die 4K-Fernseher die Auflösung der digitalen TV-Sender überholt. Denn TV-Sendungen werden in den HD-Auflösungen 720p, 1080i oder 1080p per Satellit, Kabelanschluss oder DVB-T2 HD übertragen. Ab der Auflösung 720p mit 1280 x 720 Pixeln spricht man von „HDTV“.
Was ist besser: 1080i oder 720p?
Kurz zu den TV-Auflösungen: Manche HDTV-Sender senden in 1080i (1920 x 1080 Pixel), andere in 720p (1280 x 720 Pixel). Ist 1080i besser, weil es mehr als doppelt so viele Pixel hat? Leider nein. Die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender, die 720p ausstrahlen, senden 50 Vollbilder pro Sekunde. Die hohe Zahl vollständiger TV-Bilder ist besser für die Wiedergabe von Bewegungen. Die Sender mit 1080i übertragen dagegen abwechselnd „Halbbilder“ mit je 540 Zeilen. Aus je zwei nacheinander gesendeten Halbbilder müssen dann im TV erst wieder vollständige Bilder mit 1080 Zeilen zusammengesetzt werden.
„Echtes“ Full HD bekommst du über Streaming-Dienste. Und über DVB-T2HD sogar mit 50 Vollbildern pro Sekunde.
Full HD vs. HD-ready
Full HD ist mittlerweile die Standardauflösung für moderne Medieninhalte. Wenn du etwa Netflix im günstigsten Tarif nutzt, bekommst du deine Inhalte in Full-HD-Auflösung angezeigt. Auch Blu-Ray und die meisten Mediaplayer nutzen diese Auflösung. Wichtig ist aber, dass du HD nicht mit Full HD verwechselst, denn hier wird noch einmal unterschieden.
Tatsächlich gibt es verschiedene HD-Auflösungen. Die TV-Auflösung in HDTV mit 1280 x 720 Pixeln wird oft als „HD ready“ bezeichnet, um sie gegen „Full HD“ abzugrenzen. HD ready ist jedoch ursprünglich keine Auflösung, sondern war eigentlich das Qualitätssiegel für Fernseher, die hochauflösende Inhalte mit mindestens 720 Zeilen wiedergeben konnten. Viele HD-ready-Fernseher haben beispielsweise LCD-Screens mit 768 x 1366 Pixeln.
Brauche ich eine hohe Auflösung?
Ein Bild sieht mit steigender Pixelzahl deutlich feiner und schärfer aus. Je mehr Pixel ein Bildschirm hat, desto größer kann das Format sein, ohne dass das Bild unscharf wird. Es kommt also eher auf die Größe deines Bildschirms an, ob Full HD wirklich sinnvoll ist. Als Beispiel wird dazu gern die Nintendo Switch genommen. Der integrierte Bildschirm der Konsole bietet zum Beispiel nur eine 720p-Auflösung.

Das ist aber kein Problem, da der Bildschirm nur 6,2 Zoll groß ist und man die Pixel somit trotzdem kaum erkennen kann. Im Gegenteil: Die niedrigere HD-Auflösung hilft dabei, Hardwareressourcen der handlichen Konsole zu schonen und den Akku weniger zu beanspruchen. Betreibt man die Konsole hingegen im Dock am Fernseher, wird die Auflösung oft auf Full HD hochgeschraubt. Das sorgt dafür, dass die Performance im Dock-Betrieb bisweilen schlechter ist, da die Hardware mehr ausgereizt wird.
Das ist aber nur ein spezifisches Beispiel. Bei Fernsehern bis 43 Zoll kannst du mit Full-HD noch zufrieden sein, ab 50 Zoll sollte die Auflösung besser UHD-4K sein. Hochwertige Filme mit High Dynamic Range schaust du am besten auf einem 4K-OLED-TV oder einem guten Mini-LED-TV. Die Auflösung der Bildquelle ist mindestens so wichtig wie die Auflösung deines Fernsehers. Daher lieber in Full-HD oder 4K streamen als eine alte DVD schauen, wenn du die Wahl hast!
Übrigens, auf einen 8K-TV umzusteigen, bringt bis auf weiteres keinen nennenswerten Vorteil.