Übernahme ver(sc)hoben: Paramount schluckt Warner nicht mehr in diesem Jahr
Bild: Hannah Wernecke via UnsplashWarner Bros. Discovery sollte eigentlich von Netflix geschluckt werden. Der Streaming-Anbieter wähnte den Milliarden-Deal bereits besiegelt und informierte sogar schon seine Abonnent:innen über die vermeintlich kommende Flut von neuen Filmen und Serien. Doch am Ende fuhr Paramount Skydance Netflix in die Parade und erhielt den Zuschlag. Es folgten Protestwellen von Hollywoods Kreativen, die Entlassungswellen und weniger Film- und Serienproduktionen befürchten. Nachdem sogar schon ein Gericht eingeschritten war, muss Paramount Skydance jetzt in den sauren Apfel beißen.
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Zuletzt hatten sich neben zahlreichen Stars und Kreativen aus Hollywood auch zwölf US-Bundesstaaten gegen die Übernahme von Warner Bros. Discovery gestemmt. Sie prangern an, dass der Deal zu Wettbewerbsverzerrungen führen könnte. Unter dem massiven Druck hat Paramount Skydance nun nachgegeben. So wird man die Verschmelzung der traditionsreichen Studios auf Juni 2027 verschieben. Dadurch soll ein geregeltes, rechtliches Verfahren möglich werden.
Neben Paramount Skydance selbst und weiteren Verfechter:innen der Übernahme sollen so auch Kritiker:innen wie die US-Autor:innengewerkschaft Writers Guild of America (WGA) und die Repräsentant:innen der zwölf US-Bundesstaaten zu Wort kommen (via Courtlistener). Das zuständige Gericht in Kalifornien muss diese Strategie aber noch abnicken. Letzten Endes verpflichten sich die Hollywoodstudios dazu, keine weiteren direkten oder indirekten Schritte vor dem Juni 2027 zu unternehmen, um enger miteinander zu verschmelzen.
Paramount Skydance setzt auf Entspannungstaktik
Eine Anhörung, die eigentlich am 3. August 2026 zum Mega-Deal stattfinden sollte, wurde nun abgesagt. Auch haben die US-Bundesstaaten sowie die Autor:innengewerkschaft ihre Anträge auf einstweilige Verfügungen zur Blockierung der Übernahme erst einmal zurückgezogen. Vielmehr sollen die Streithähne sich nun auf einen rechtlichen Fahrplan verständigen, während Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery zunächst getrennte Wege beibehalten.
In Europa hatte die EU-Kommission die Milliardenübernahme zuletzt unter Auflagen durchgewunken. Doch in den USA gibt es weiterhin an vielen Stellen Widerstand. Für Paramount Skydance wird das Ganze eine kostspielige Angelegenheit. Denn pro Tag, den der Deal sich ab Ende September 2026 verzögert, muss das Studio ca. sieben Mio. US-Dollar an die Aktionär:innen als „Strafe“ zahlen. Dass man dies zähneknirschend hinnimmt, unterstreicht, dass man die Klagen der Bundesstaaten sowie der Autor:innengewerkschaft sehr ernst nimmt.
Ob der Mega-Deal jetzt noch ins Wanken gerät? Das muss die Zeit zeigen. Das rechtliche Verfahren wird viele Monate andauern und beide Seiten werden ihre Argumente vorbringen. In Stein gemeißelt ist aktuell jedenfalls nichts.
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