Bekommst du bald Geld von Apple TV, Netflix, Sky und Co. zurück?
Bild: Oscar Nord via UnsplashDu kennst das Spielchen: Viele Streaming-Anbieter haben in den vergangenen Monaten ihre Preise deutlich erhöht. Erst Anfang September 2026 hat etwa Netflix die Abonnements in Deutschland deutlich verteuert. Jetzt gibt es allerdings Gegenwind. Der in Wien ansässige Verbraucherschutzverein (VSV) will Verbandsklagen gegen mehrere Streaming-Dienste einreichen. Der Vorwurf: Die Plattformen hätten ihre Preise in den vergangenen Jahren mehrfach unter Berufung auf Preisanpassungsklauseln in ihren AGB erhöht, ohne die aktive Zustimmung der Betroffenen einzuholen.
Kommt dir das eventuell bekannt vor? Auch die deutsche Verbraucherzentrale hat Amazon wegen ähnlicher Vorwürfe rund um die Einführung von Werbung und Aufpreisen für die werbefreie Nutzung vor Gericht gezogen. Tatsächlich ist Prime Video auch ein Streaming-Dienst, den der VSV, genau wie eben Apple TV, Netflix und Sky Deutschland (WOW), mit einer Verbandsklage zum Umdenken bringen will. Aktuell sucht man nach betroffenen Kund:innen, die kostenlos daran teilnehmen wollen. Es steckt aber noch etwas mehr dahinter.
Denn für die Klage arbeitet der VSV nicht nur mit einer Anwaltskanzlei aus Berlin zusammen, sondern auch mit einem Prozessfinanzierer. Letzterer schießt die Kosten für den Rechtsstreit vor, knapst sich aber auch im Erfolgsfall 9,9 Prozent der Entschädigungssummen ab. Und da könnte durchaus einiges zusammenkommen. Wer an den Verbandsklagen teilnimmt, kann laut der offiziellen Website je nach Abo und Laufzeit zwischen 60 und 700 Euro pro Plattform zurückerhalten. Die oben verlinkte Site erlaubt es dir dann auch, Interesse an der Teilnahme zu bekunden.
Apple TV, Netflix, Prime Video und Sky: Noch herrscht Gelassenheit
Gegenüber DWDL.de haben Sprecher:innen von Sky bestätigt, dass sie die Verbandsklage vom VSV erhalten haben. Allerdings will man die Angaben und Vorwürfe zunächst prüfen. Derzeit könne man sich daher auch nicht dazu äußern. Netflix wiederum erscheint gelassener, aber auch überrascht. Man habe bisher zwar keine Verbandsklage vorliegen, sei mit sich aber völlig im Reinen.
Denn Netflix bestreitet, sich bei Preiserhöhungen in Deutschland nur auf die Preisanpassungsklauseln gestützt zu haben. Die Annahme des VSV sei somit falsch. Tatsächlich habe man bei allen Preiserhöhungen jeweils die ausdrückliche Zustimmung der Kund:innen eingeholt. Insofern dürfte der Streaming-Dienst da also weder Angst vor einer rechtlichen Auseinandersetzung noch vor etwaigen Entschädigungszahlungen haben.
Du selbst kannst für dich abwägen, ob du an den Verbandsklagen teilnehmen magst. Schaden kann das Ganze nicht, besonders dann nicht, wenn du mehrere der Streaming-Dienste abonniert hattest. Rechne allerdings damit, dass es Jahre dauern könnte, bis wirklich ein Ergebnis vorliegt.
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