Feuer frei: RTL schließt die Übernahme von Sky Deutschland erfolgreich ab
Bild: Symbolbild; KI-generiertEs hatte sich ja Ende April 2026 bereits abgezeichnet, nachdem die EU-Kommission grünes Licht gegeben hatte: Die RTL Gruppe hat die Übernahme von Sky Deutschland zum 1. Juni 2026 erfolgreich abgeschlossen. Die Transaktion ist in trockenen Tüchern. Zunächst fließt dabei fast schon ein Schnäppchenpreis von „nur“ 68 Mio. Euro an den ehemaligen Sky-Besitzer Comcast. Allerdings könnte sich die Summe später noch erhöhen.
Die RTL Gruppe verleibt sich damit die Sky-Bereiche in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein. Eigentlich sollten 150 Mio. Euro an Comcast gehen. Warum sind es jetzt nur 68 Mio. Euro? Das begründet man in einer Pressemeldung mit einer sogenannten „marktüblichen Anpassung des Nettoumlaufvermögens sowie schuldähnlicher Positionen“. Allerdings könnte am Ende noch mehr Geld fließen – bis zu 377 Mio. Euro. Die endgültige Zahlung hängt davon ab, wie sich jetzt die Aktie der RTL Group innerhalb der nächsten fünf Jahre entwickelt.
In jedem Fall handelt es sich hier um ein ziemliches Beben im Markt für Fernsehen und Streaming. RTL will sich mit der Übernahme des zuvor strauchelnden Pay-TV-Anbieters Sky Deutschland besser für den Kampf gegen die US-Streaming-Dienste wie Disney+, Netflix und Prime Video aufstellen. Auch der Streaming-Dienst WOW gehört nun zur RTL Gruppe. Vorerst sollen Sky Deutschland und WOW eigenständig weiterlaufen. Langfristig ist aber natürlich vorstellbar, dass die einzelnen Plattformen unter der Dachmarke RTL+ zusammengeführt werden.
RTL hofft auf Synergieeffekte
Jedenfalls steigt die RTL Gruppe durch die Übernahme im Markt deutlich auf. Rechnet man die Kund:innen von Sky und WOW zu RTL+ hinzu, dann kommt man nunmehr auf 12,3 Mio. bezahlte Abonnements. Jetzt lautet der Plan, innerhalb der nächsten drei Jahre Synergieeffekte von 250 Mio. Euro zu erreichen. Es wird also darum gehen, Ressourcen zu bündeln, Technologien zu vereinheitlichen und sich wirtschaftlicher für die Zukunft zu positionieren. Bedauerlicherweise sind wohl auch Entlassungswellen denkbar.
RTL nennt als Ziel, sich als europäisches Medienunternehmen für den Wettbewerb mit internationalen Streaming-Dienst zu wappnen. Genau da hatte Sky Deutschland zuletzt zu kämpfen. Denn mit dem Start von HBO Max in Deutschland zog Warner Bros. Discovery das Gros seiner Inhalte vom Pay-TV-Anbieter ab. Kommende Serien-Neustarts, wie etwa „Harry Potter“, werden deswegen exklusiv bei HBO Max laufen – und nicht mehr bei Sky.
So oder so bleibt es spannend im Markt für Streaming und Fernsehen. Der Markt verändert sich rasant, insbesondere, seitdem Streaming-Anbieter verstärkt auch Werbung in ihre Abos integrieren und so dem Privatfernsehen das Leben noch schwerer machen.