Startseite News Rolle rückwärts: Dolby erlaubt das Surround-Upmixing von Dolby-Tonspuren wieder

Rolle rückwärts: Dolby erlaubt das Surround-Upmixing von Dolby-Tonspuren wieder

Seit 2018 sperrt Dolby das Upmixing von Dolby-Content durch Mitbewerber wie beispielsweise DTS. Nun revidiert das Unternehmen die kontroverse Entscheidung.
Quelle: Dolby

Wer zuhause auf Kinosound Wert legt, hat sicher eine Surround-Anlage im Einsatz. Je nach Hersteller verstehen diese sich mit unterschiedlich codierten Surround-Inhalten, etwa von Dolby oder DTS. Praktisch alle modernen Anlagen verstehen sich zudem auf das Upmixing, also die Erweiterung von beispielsweise Stereo-Spuren auf ein 5.1-Boxensystem.

Seit geraumer Zeit machte aber Dolby diesen Lösungen einen Strich durch die Rechnung und untersagte eben dieses Upmixing der eigenen Soundcodecs. Doch es gibt gute Nachrichten, denn bei dem Unternehmen findet offenbar ein Umdenken statt.

Dolby erlaubt das Upmixing wieder

Recherchen des Online-Magazins Audioholics zufolge hatte Dolby seinen Lizenznehmern seit 2018 untersagt, mit Dolby-Formaten codierte Tonspuren über Konkurrenz-Lösungen wie DTS oder Auro-3D zu decodieren. Im Klartext bedeutete dies, dass Formate wie Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD und Dolby Atmos nicht auf den Systemen der Mitbewerber auf ein Mehrboxensystem hochgemixt werden durften.

Dies galt sowohl für die Umrechnung auf mehrere Boxen als auch für virtuellen Höhenklang über Höhenlautsprecher. Wer also beispielsweise auf einem DTS-fähigen Surroundsystem eine Dolby-Atmos-Tonspur abspielen wollte, musste auf den entsprechenden Mehrkanalton verzichten – auch dann, wenn ein Upmixing technisch möglich gewesen wäre. Vor allem bei den Dolby-Mitbewerbern sorgte diese Sperre natürlich für Unbill.

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Erfreulicherweise scheint Dolby die Restriktionen nun zu lockern. In einer Pressemitteilung verkündete das Unternehmen, dass sämtliche Beschränkungen zum Hochrechnen von Dolby-Formaten durch Drittanbieter mit sofortiger Wirkung aufgehoben werden. Das bedeutet, dass beispielsweise DTS:X-fähige Soundsysteme in Zukunft wieder Surround-Informationen anhand von Dolby-Atmos-Material decodieren können.

Dolby-Kurskorrektur gut für die Kunden

Für die Käufer von Surroundsystemen und Raumklang-fähigen Soundbars ist das Umdenken seitens Dolby natürlich eine gute Nachricht. Die große Verbreitung von Dolby-Tonspuren zwingt Konsumenten nun nicht mehr dazu, zwangsläufig auf Dolby-zertifizierte Hardware zurückzugreifen. Auch bei den Mitbewerbern kommt das Umdenken gut an.

Das für DTS verantwortliche Unternehmen Xperi hatte unter anderem bei der Europäischen Union Beschwerde gegen das Gebaren von Dolby eingelegt. Es ist durchaus möglich, dass diese zum Kurswechsel bei Dolby beigetragen hat. Die neuen Dolby-Richtlinien gelten bis mindestens 2021 und umfassen sämtliche Geräteklassen.

Was sagst du zur Kehrtwende von Dolby in Sachen Surround-Upmixing? Verrate uns deine Meinung in den Kommentaren!

Weiterführende Links:
» Universal will Songs ins Dolby Atmos-Format bringen
» KLH veröffentlicht ersten Kopfhörer Ultimate One
» Zur Webseite von Dolby

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