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Netflix-Filme: Die 5 besten und schlechtesten Eigenproduktionen

Seit mittlerweile fünf Jahren produziert Netflix eigene Filme – und mit dem Breaking Bad-Streifen El Camino kommt heute ein besonders heißerwarteter Film ins Angebot. Zeit, Bilanz zu ziehen: HIFI.DE präsentiert die fünf besten und schlechtesten Netflix-Produktionen.
Quelle: Netflix

Mit El Camino: A Breaking Bad Movie startet heute eine heiß erwartete Eigenproduktion des Streaming-Dienstes Netflix. Nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Betreiber der Plattform dürften sich da die Hände reiben, werden eigene und originelle Inhalte zu Zeiten wachsenden Konkurrenzangebots und sich häufender Lizenzproblematiken doch immer wertvoller. Grund genug für HIFI.DE, einmal auf die besten und schlechtesten Netflix-Filme zurückzublicken!

Die fünf besten Netflix-Filme

Die besten Netflix-Filme handeln von genmanipulierten Schweinen, Mexiko in den 70ern und Adam Sandler in Top-Form. Den Anfang macht ein hervorragend gespieltes Drama.

Beasts of No Nation (2015)

In dem allerersten Netflix-Film Beasts of No Nation spielt Idris Elba einen afrikanischen Kommandanten. | Bild: Netflix

Der erste Netflix-Film überhaupt startete im Jahr 2015 auf der Plattform und konnte direkt überzeugen. Das bedrückende Drama Beasts of No Nation über den Kindersoldaten Agu, gespielt von dem mittlerweile 18-jährigen Abraham Attah, ist beeindruckend düster und realistisch.

Der Kommandant der Soldaten wird eindrucksvoll von Idris Elba verkörpert und sorgt für einige der intensivsten Kino- – Pardon! – Streaming-Momente der letzten Jahre. Ein waschechtes Must-See!

Mudbound (2017)

Mudbound behandelt das Thema Rassismus – und hat damit ein wahrhaft weites Feld zu bestellen. | Bild: Netflix

Filme über die Zeit der Sklaverei gibt es viele. Mudbound ist dabei jedoch ein ganz besonderer Vertreter, denn anstatt eine Geschichte von Sklaven und Gutsherren zu erzählen, behandelt der Film den Alltag zweier Familien: einer Weißen und einer Schwarzen.

Beide Familien pachten vom selben Land und sind theoretisch gleichgestellt. Doch in den Köpfen beider Familien herrschen die festgefahrenen Gedanken der Ungleichheit. Regisseur Dee Reed beleuchtet das Thema Rassismus auf einer neuen Ebene – und dies gelingt ihm meisterhaft.

The Meyerowitz Stories (New and Selected) (2017)

Ben Stiller (l.) und Adam Sandler (r.) in The Meyerowitz Stories (New and Selected). | Bild: Netflix

Regisseur Noah Baumbach ist mittlerweile bekannt für seine eigenwillig inszenierten, cleveren und humorvollen Werke. Für Netflix drehte er 2017 den Film The Meyerowitz Stories (New and Selected). Vorweg sei gesagt, dass Adam Sandler in diesem Film eine Darbietung ablegt, die eine wohltuende Abwechslung zu seinen Auftritten in platten (Netflix-)Komödien darstellt.

The Meyerowitz Stories ist ein ehrlicher Film, der mit subtilem und sehr lustigem Humor die Familie Meyerowitz beleuchtet. Gleichzeitig sorgen Adam Sandler, Ben Stiller, Dustin Hoffman und Emma Thompson für eine emotional tiefgründige Geschichte, die Regisseur Baumbach mit spannenden Beobachtungen zu familiärer und gesellschaftlicher Dysfunktion spickt. Ein Film für jeden, der unkonventionelle Streifen zu schätzen weiß.

Okja (2017)

Mijas (Ahn Seo-hyeon) bester Freund ist ein genmanipuliertes Riesenschwein. | Bild: Netflix

Ebenfalls unkonventionell ist die Netflix-Produktion Okja von Bong Joon-ho. Der koreanische Regisseur sorgt aktuell mit dem Kinofilm Parasite für einen gehörigen Kritiker-Hype und der eine oder andere könnte bereits seine US-Produktion Snowpiercer kennen. 2017 prämierte sein Film über ein Mädchen und ein genmanipuliertes Riesenschwein bei Netflix.

Ein mächtiges, multinationales Unternehmen will der kleinen Mija ihren besten Freund wegnehmen, doch das will sie nicht zulassen. Eine Reise entwickelt sich, die uns jede Menge skurrile Figuren nahebringt und dabei eine emotionale Geschichte über Freundschaft und Verlust erzählt. Vor allem ist Okja aber eine Abrechnung mit skrupellosen Großkonzernen, denen die Umwelt ebensowenig bedeutet wie das Glück eines kleinen Mädchens.

Roma (2018)

In Roma geht es um die Haushälterin Cleo (Yalitza Aparicio), die für eine wohlhabende Familie in Mexiko arbeitet. | Bild: Netflix

Der letzte großartige Film aus dem Hause Netflix war zugleich der erste große Oscar-Erfolg des Streaming-Dienstes: Roma von Alfonso Cuarón konnte zehn Oscarnominierungen und drei Auszeichnungen für sich verbuchen. Roma ist ein fellinieskes Werk, das weitestgehend auf eine Handlung im klassischen Sinne verzichtet. Die Kamera folgt der Haushälterin Cleo, die in einem wohlhabenden Haushalt aushilft, und präsentiert uns auf diese Weise den Zustand Mexikos in den 70er Jahren.

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Das teilweise autobiographische Werk fängt Cuarón, der neben der Regie auch die Kameraarbeit übernahm, in wunderschönen Schwarzweißbildern ein. Ruhig, gefühlvoll, intensiv und teilweise beeindruckend schön ist der wohl bis dato beste Netflix-Film. Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten!

Die fünf schlechtesten Netflix-Filme

Bei den schlechtesten Netflix-Filmen dreht sich alles um durchgedrehte Nannies, Orks im Police Departement und Adam Sandler-Komödien. Den Anfang macht hier ein gescheiterter Trash-Filmversuch!

The Babysitter (2017)

Samara Weaving spielt Bee die Babysitterin im gleichnamigen Film. | Bild: Netflix

Ein ominöser Regisseur mit dem vielversprechenden Künstlernamen McG brachte 2017 seinen Film The Babysitter zu Netflix. Die Grundidee: Die Babysitterin des zwölfjährigen Cole gehört einem Satanistenkult an – und tritt ein Splatter-Fest in Coles Haus los. Das Ergebnis: Völliger Trash, dem jedoch jeglicher Charme fehlt, den schlechte Filme oftmals mit sich bringen.

The Babysitter steht für unterhaltungsarme Action, schlechte Dialoge und eine Ästhetik auf Grundschul-Niveau – da scheint es rätselhaft, warum Netflix 2019 für den Film Rim of the World erneut mit dem Regisseur zusammenarbeitete.

Bright (2017)

Will Smith (l.) und Joel Edgerton (r.) sind Partner in Bright. | Bild: Netflix

Einer der größten Rückschläge für jeden Filmfan dürfte die Veröffentlichung von Bright gewesen sein. Der Film über Will Smith als Polizisten und seinen Ork-Partner kostete 90 Millionen Dollar und zerstörte jegliche Hoffnung darauf, dass sich Netflix vom gleichgeschalteten Kino-Blockbuster abzuheben versucht.

David Ayer, der zuvor bereits Suicide Squad verbrochen hatte, setzt mit Bright nochmal einen drauf. Verschenkte Chancen, belanglose, langweilige Action und Standarddialoge machen Bright vielleicht nicht zum schlechtesten Netflix-Film aber mit Sicherheit zum Enttäuschendsten.

Game Over, Man (2018)

Adam DeVine (l.), Anders Holm (m.) und Blake Anderson (r.) arbeiten an ihrem eigenen Computerspiel. | Bild: Netflix

Game Over, Man gehört zu den dümmsten Komödien, die es jemals gab – und damit auch zweifellos zu den schlechtesten Netflix-Filmen überhaupt. Adam DeVine (links im Bild), bekannt aus der Serie Modern Family, scheint sich jedenfalls das persönliche Abo auf die schlimmsten Figuren in den schlimmsten Komödien gesichert zu haben.

Ein unerträglicher Film über drei Hotelmitarbeiter, die unbedingt die Finanzierung für ihr eigenes Computerspiel erhalten wollen. Das große Problem: Es gibt keine einzige lustige Szene. Der Film könnte der Grund sein, weshalb Apple mit ihrem Streaming-Dienst ganz klar auf Qualität statt Quantität setzen will. Game Over, Man kann wirklich niemandem empfohlen werden.

Cloverfield Paradox (2018)

Die NASA ist in Cloverfield Paradox auf dem Weg ins All. | Bild: Netflix

Cloverfield ist zu einem seltsamen Franchise geworden. Nachdem der erste Cloverfield-Film von J.J. Abrams im Jahr 2008 in die deutschen Kinos kam, folgte mit 10 Cloverfield Lane erst 2016 eine Quasi-Fortsetzung. Doch dieser Nachfolger war ursprünglich gar nicht als Teil des Franchises gedacht: Man drückte ihm einfach im Nachhinein den Cloverfield-Stempel auf und hoffte auf den Wiedererkennungswert.

The Cloverfield Paradox ist der dritte Film des Franchises und mit Abstand der Schlechteste. Uninspiriert wurden hier alle möglichen Sci-Fi-Klischees in einen Topf geworfen und dieser am Ende erneut dick und fett mit Cloverfield beschriftet. In der Prä-Streaming-Ära landeten Filme wie dieser in der Ein-Euro-Wühlkiste einschlägiger DVD-Großhändler. Jetzt landen sie offenbar bei Netflix.

Murder Mystery (2019)

Jennifer Aniston (l.) und Adam Sandler (r.) werden in Murder Mystery zu unrecht des Mordes beschuldigt. | Bild: Netflix

Nachdem Adam Sandler in The Meyerowitz Stories bereits für Netflix eine beeindruckende Leistung ablieferte, kann man dies über Murder Mystery nicht gerade sagen. An der Seite von seiner Frau, gespielt von Jennifer Aniston, verfällt er hier in Adam Sandler-Klischees der schlimmsten Art.

Die beiden werden im Europa-Urlaub eines Mordes verdächtigt. Daraus entspinnt sich ein Film, der weder lustig noch spannend noch irgendetwas Anderes ist und die Frage bleibt: Macht es Adam Sandler wirklich spaß, andauernd unter seinem Potenzial zu spielen?

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Schafft es El Camino: A Breaking Bad Movie unter die Top 5 der besten Netflix-Filme oder wird das Machwerk floppen? Welche Filme kannst du persönlich besonders empfehlen? Teile es uns in den Kommentaren mit!

Weiterführende Links:
» Netflix: Neue Filme und Serien im Oktober 2019
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