Spotify im Test: Der Musik-Streaming-Dienst, den es zu schlagen gilt?
Mittlerweile mag es eine Vielzahl Streaming-Dienste geben. Aber dass alles auf Spotify fußt, lässt sich nicht verleugnen. Die schwedische Plattform trat 2008 als Alternative zu Tauschbörsen wie Napster auf den Plan. Aber Geschichte hin oder her: Seitdem sind viele Jahre ins Land gezogen und der Markt, den Spotify einst begründet hat, wimmelt nur so vor Wettbewerbern. Kann Spotify noch mithalten oder haben die Konkurrenten die Vorlage mittlerweile überholt? Dieser Frage widmen wir uns im Test.
Du möchtest Spotify selbst ausprobieren? Falls du noch kein Konto hast, kannst du den Individual-Tarif zwei Monate lang kostenlos testen:
Immer noch auf dem Thron: Spotify verzeichnet Nutzungsrekorde
Spotify ist der beliebteste Musik-Streaming-Dienst weltweit mit 751 Millionen monatlich aktiven Nutzer:innen (Stand: 2025). Statt den Fokus auf eine bestimmte Nische zu lenken – wie etwa Qobuz auf Highres-Musik –, möchte Spotify sie alle ansprechen: Musik- ebenso wie Podcast-Hörer:innen und Hörbuch-Fans. Das Angebot ist heutzutage kaum zu überblicken. Was die einen als „One-Stop-Shop“-Lösung schätzen, löst andererorts Kritik aus. Denn klar ist: Spotify ist über die Jahre zu einem kaum überblickbaren Kraken mutiert.

Der möglichst weitgreifende Ansatz lässt sich auch an den Abomodellen ablesen. Denn Spotify ist tatsächlich einer der wenigen Dienste, die du komplett kostenfrei – dann allerdings mit Werbeunterbrechungen – nutzen kannst. Ein Free-Abo bieten unter den großen Streaming-Diensten sonst nur Deezer und Youtube Music an.
Im Test gehen wir sowohl auf die Vor- als auch auf die Nachteile des Spotify-Ansatzes ein. Falls du dir vorher einen Überblick darüber machen möchtest, wie wir die Konkurrenz bewerten, findest du hier unsere Bestenliste:
Musik, Podcasts, Hörbücher: Tolle Auswahl oder zu viel des Guten?
Wer Spotify nutzt, braucht keine Sorge zu haben, dass ihm oder ihr Musik entgeht. Denn die allermeisten Künstler:innen verbreiten ihre Musik über den Streaming-Dienst. Wie viele Songs Spotify wirklich listet, gibt der Musik-Streaming-Dienst nicht im Detail bekannt. Spotify selbst spricht seit einigen Jahren von über 100 Millionen Songs, die reale Zahl dürfte aber deutlich höher liegen, da laut dem Luminate-Jahresbericht 2025 (zitiert von Music Business Worldwide) jeden Tag über 100.000 Songs bei Musik-Streaming-Diensten hochgeladen werden. Spotify dürfte also mittlerweile sogar über 110 Millionen Songs anbieten. Eine unglaublich große Zahl, die so oder ähnlich aber auch jeder andere Musik-Streaming-Dienst ausgibt.
Im individuellen Test fanden wir bei Spotify immer das, wonach wir suchten. Gerade bei internationaler Musik oder Video- und Film-Soundtracks hatten wir bei Tidal und Co. oft Probleme, das Richtige zu finden. Bei Spotify hingegen gibt es (gefühlt) alles. Noch umfassender wird das Angebot auf inoffiziellem Weg. Denn du kannst auch lokal gespeicherte Musik über die App wiedergeben. So kannst du z. B. auch MP3s, die du selbst von deinen CDs gezogen oder aus dem Internet heruntergeladen hast, in deine Spotify-Playlists integrieren und mit Spotifys eigenem Track-Angebot vermischen.

Eine Besonderheit von Spotify: Hier erhältst du Musik, Podcasts und Hörbücher an einem Ort. Dieser Ansatz spaltet seit jeher die Geister. Einerseits kannst du so von der neuesten Podcast-Folge zur Musikwiedergabe übergehen, ohne die App zu wechseln. Sogar nahtlos, indem du die nächsten Tracks direkt in die Warteschlange packst. Andererseits ist die Spotify-App so auch ziemlich voll. Spotify versucht das auszugleichen, indem es die App-Startseite in mehrere Bereiche unterteilt: einen nur für Musik, einen nur für Podcasts, einen für beides, und einen letzten für deine Hörbücher. Auch in deiner persönlichen Bibliothek kannst du gesprochenes und gesungenes Wort fein säuberlich voneinander trennen.

Allerdings gibt es keine Möglichkeit, Podcasts und Hörbücher ganz zu verbannen. Irgendwo tauchen sie immer auf. Falls du wirklich nur an der Musik (oder nur an den Podcasts, oder nur an den Hörbüchern) interessiert bist, dürfte dir Apples Ansatz besser gefallen. Apple Music konzentriert sich ausschließlich auf Musik, für Podcasts und Hörbücher gibt es jeweils eine eigene App.
Hörbücher kosten (manchmal) extra
Die Hörbücher nehmen bei Spotify eine Sonderstellung ein. Denn während Musik und Podcasts reguläre Teile der Spotify-Abos sind, fallen für Hörbücher zusätzliche Kosten an. Zumindest, falls du Vielhörer:in bist. Hörst du nur gelegentlich, kommst du vielleicht auch mit dem regulären Abo aus. Denn Teil des Premium-Abos sind jeden Monat zwölf Stunden Hörbuch-Hörzeit. Überschreitest du diese Zeit, musst du Stunden hinzubuchen. Alternativ kannst du auch einzelne Hörbücher kaufen. Die Hörzeit gekaufter Hörbücher wird nicht von deinem monatlichen Kontingent abgezogen.

Bist du Nutzerin des Free-Abos, steht dir kein monatliches Stundenkontingent zu. Aber auch du kannst einzelne Hörbücher kaufen und über die Spotify-App anhören.
Audioqualität: Konkurrenz hängt Spotify ab
Als HiFi-Fan hast du es vielleicht mitbekommen: Spotify haderte lange Zeit mit der Audioqualität. Obwohl das Unternehmen bereits 2021 das erste Mal einen HiFi-Tarif einführen wollte, hörten Nutzer:innen noch bis Ende 2025 MP3-Qualität mit maximal 320 kbps. Zugegeben: Das dürfte die meisten nicht gestört haben. Wer ohnehin nur unterwegs über günstige Bluetooth-Kopfhörer hört, ist auch mit gehobener MP3-Qualität gut bedient. Trotzdem: Im Vergleich zur Konkurrenz war die Audioqualität ein Manko. Denn bei allen Wettbewerbern hörtest du mit Auflösungen in CD- oder sogar Highres-Qualität – und das zum selben monatlichen Preis.

Seit 2025 ist das allerdings passé. Denn im September kam dann auch für Spotify endlich der HiFi-Tarif, vom Streaming-Dienst als „Lossless Audio“ bezeichnet. Ganz zu Tidal und Co. schließt Spotify zwar auch damit nicht auf: Während Lossless bei Spotify maximal 24 Bit/44,1 kHz bedeutet, hörst du bei Tidal oder Qobuz mit bis zu 24 Bit/192 kHz. Highres-Musik musst du dir also weiterhin woanders suchen. Spotifys CD-Qualität sollte aber den meisten mehr als genügen.
Spotify hinkt aber noch in einem anderen Punkt hinterher: 3D-Audio. So gut wie jeder andere Streaming-Dienst bietet dir entsprechende Audioformate an – in den meisten Fällen Dolby Atmos. Bei Spotify gibt es keine entsprechende Option, und, soweit wir wissen, gibt es dafür auch keine Pläne.

Auch wenn Spotify 2025 mit der Lossless-Option nachgeholfen hat, gilt also weiterhin: In puncto Audioqualität gibt es bessere Alternativen. Ob die verschiedenen anderen Vorteile eines Spotify-Abos diesen Nachteil ausgleichen können, liegt ganz bei dir. Du bist dir unsicher, wie wichtig dir die Audioqualität ist? Unsere Empfehlung ist: Falls du primär unterwegs über Bluetooth-Kopfhörer Musik hörst, sind Auflösungen ab 320 kbps völlig ausreichend und eventuell sogar bevorzugt. Denn Lossless-Musik zehrt deutlich stärker an mobilen Daten und Speicherplatz. Audio-Equipment, das die Vorteile der gesteigerten Audioqualität wirklich ausspielen kann, ist außerdem in der Regel teuer. Dazu kommt, dass die Vorteile von Highres-Musik ohnehin umstritten sind. Näher gehen wir darauf in unserem Ratgeber rund um Highres-Audio, seine Mythen und Fakten ein.
So entdeckst du Musik auf Spotify
Streaming-Dienste machen es besonders einfach, Musik zu entdecken. Schließlich legen sie dir im Austausch für deinen Monatsbeitrag (fast) die gesamte Welt der Musik in die Hände. Bei der großen Auswahl ist es wichtig, Ordnung zu schaffen. Was tut Spotify also, um dich zu der Musik zu leiten, die du wirklich hören möchtest?
Die Suche
Falls du schon eine generelle Richtung im Kopf hast, ist dein erster Stopp die klassische Suche. Hier kannst du Spotify nach Song- oder Albentiteln, nach bestimmten Künstler:innen oder Podcast-Reihen durchsuchen. Du kannst sogar einfach den Textschnipsel eintippen, der dir seit Tagen durch den Kopf geistert. In vielen Fällen findet Spotify dann das Lied, in dem die Lyrics vorkommen.

In der mobilen App findest du unter dem Suchfeld eine Reihe bunter Kacheln. Sie stellen Spotifys eigenes Sortiersystem dar. Darüber gelangst du z. B. direkt zu Charts-Playlists, Playlists aus bestimmten Genres oder zu bestimmten Anlässen.
Per Algorithmus
Was aber, wenn du ganz neue Musik entdecken möchtest, ohne selbst auf die Suche zu gehen? Dann steht der Algorithmus zur Stelle.
Erste Anlaufstelle für algorithmusbasierte Empfehlungen: die personalisierten Playlists. Jede Woche erstellt Spotify auf Basis deiner Hörgewohnheiten die Playlists „Dein Mix der Woche“ und „Release Radar“. Es gibt aber noch viel mehr, deutlich stärker personalisierte Playlists. Die „Daylist“ wechselt ihre Songs z. B. mehrmals am Tag und will so jederzeit den passenden Soundtrack liefern. Je nachdem, was du hörst, stellt Spotify dir außerdem in Eigeninitiative Playlists zu ausgewählten Genres und Stimmungen zusammen. In unserem Test hat Spotify uns z. B. einen „Running Indie Mix“ zusammengestellt. Auf der Startseite findest du neben diesen Playlists auch viele Vorschläge für Künstler:innen, Alben und Neuerscheinungen, die dir laut Spotify gefallen könnten.

Eine weitere Methode, neue Musik zu entdecken, sind Spotifys Künstler- und Songradios. Dabei nutzt du eine Band oder einen bestimmten Song als Ausgangspunkt und lässt Spotify auf dieser Basis weitere Vorschläge machen. Läuft gerade ein Song, kannst du einfach ins Menü klicken und das Songradio auswählen, schon hörst du ähnliche Musik.
Der Algorithmus lässt sich natürlich nur schwer kontrollieren. Allein schon, weil Spotify nicht preisgibt, worauf die Empfehlungen basieren. Dadurch kannst du dir den Algorithmus schnell „zerschießen“: Wenn z. B. deine Freundin zu Besuch ist, die nur Metal hören möchte. Danach erhältst du wahrscheinlich eine Zeit lang schlechtere Empfehlungen. Du kannst bewusst entgegensteuern, indem du wieder andere Musik hörst, das kann aber nervig sein. Gerade bei den Playlists „Dein Mix der Woche“ und „Release Radar“ würde uns sehr interessieren, wie Spotify bestimmte Empfehlungen argumentiert. Hier sind öfter Songs dabei, die so gar nicht zu unserem Musikgeschmack passen. Alles in allem macht Spotify uns im Test aber passende Empfehlungen.
Die Community
Spotify erstellt zwar Hunderte Playlists in den verschiedensten Genres, deren Qualität variiert aber stark. Um wirklich einzigartige Empfehlungen zu erhalten, gibt’s aber noch eine weitere Anlaufstelle: deine Mitmenschen. Denn jeder Nutzer und jede Nutzerin kann öffentliche Playlists erstellen. Suchst du speziell nach japanischem Acid Jazz? Irgendjemand wird schon einmal eine solche Playlist erstellt haben. Playlists von Usern werden dir über die ganz normale Suche angezeigt.
Extra-Features: Lyrics, Live-Event-Feed und mehr
Als wäre die große Song- und Playlistauswahl nicht genug, bietet Spotify dir auch noch eine ganze Palette an Extra-Features. Neben der reinen Musik zeigt Spotify z. B. zu vielen Liedern auch das Musikvideo. Ein Großteil der Songs ist außerdem mit Lyrics versehen, die teilweise sogar zur Musik synchronisiert sind. Besonders spannend ist zudem Spotifys Live-Events-Feed. Hier schlägt Spotify dir Konzerte in deiner Nähe vor, die dich interessieren könnten. Darüber haben wir viele Touren von kleineren Künstler:innen mitbekommen, die uns sonst wahrscheinlich entgangen wären.

Exklusive Inhalte hat Spotify dafür – bis auf einige Spotify-Original-Podcasts – eher wenige. Ein Äquivalent zur Konzertreihe „Apple Music Live“ oder dem moderierten Radiosender „Apple Music 1“ hat Spotify z. B. nicht. Dafür hat Spotify einige Social-Features. So kannst du innerhalb der App Songs an Freund:innen weiterleiten oder Podcasts kommentieren. Außerdem verkaufen manche Künstler:innen Merchandise direkt über die Spotify-App.
App: Bunt, vollgepackt – und unübersichtlich
Die meisten Menschen nutzen Spotify wahrscheinlich über die mobilen Apps für iOS und Android, die PC- und Mac-Apps, oder über den Webplayer. Die Programme sind allesamt ähnlich aufgebaut: Die Startseite begrüßt dich mit Empfehlungen, ein weiterer Reiter sammelt alle Musik, die du in deiner Bibliothek gespeichert oder zu Playlists hinzugefügt hast.

Die App an sich ist schlicht gestaltet und ausschließlich im Dark Mode verfügbar. Trotzdem ist sie optisch sehr aufgeregt: durch die vielen bunten Kacheln, die deine Aufmerksamkeit auf neue Alben, Playlists oder Podcasts lenken wollen. Wie so viele Apps konfrontiert auch Spotify dich zunehmend mit großen, automatisch abspielenden Videos.
Immerhin gibt Spotify dir viele Möglichkeiten, deine Musik zu sortieren. So kannst du z. B. Podcasts vollständig von der Startseite verbannen, indem du den Reiter wechselst. Genauso kannst du die Startseite ausschließlich für Podcasts verwenden. Das bringt bereits etwas Ordnung ins Gewusel. Deine persönliche Bibliothek kannst du ebenfalls filtern: etwa nach Playlists, Podcasts oder gespeicherten Alben.

Dein ständiger Begleiter: Spotify ist (fast) überall verfügbar
Ein großer Vorteil von Spotify: Die App ist auf einer riesigen Anzahl von Plattformen installierbar. Du kannst den Webplayer über die meisten Browser nutzen und natürlich Apps für Android sowie iOS installieren. Zudem haben die meisten Smart-TV- und Streaming-Stick-Betriebssysteme eigene Versionen der App, ebenso wie Xbox und Playstation. Mit Apple CarPlay und Android Auto kannst du Spotify sogar im Auto genießen. Und Spotify lässt dich Musik auch mithilfe der drei großen Sprachassistenten Alexa, Google Assistant und Siri abspielen.

Spotify unterstützt außerdem verschiedene Cast-Protokolle: Apple AirPlay, Google Cast und das hauseigene Spotify Connect. So kannst du Spotify ganz einfach auf die allermeisten Abspielgeräte tragen. Bis auf wenige Ausnahmen unterstützen z. B. alle von uns getesteten WLAN-Lautsprecher mindestens ein Cast-Protokoll.
Welche Tarife gibt es?
Falls du dich bisher nur mit Spotify auseinandergesetzt hast, wird dich das vielleicht überraschen, aber: Ein kostenfreies Abo, wie Spotify es anbietet, ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Musik-Streaming-Dienste kannst du nur nutzen, wenn du monatlich für ein Abo bezahlst. Spotify lässt dich auch mit einem kostenfreien Mitgliedskonto auf seine Musikbibliothek zugreifen, in dem Fall musst du aber mit Einschränkungen rechnen. So wird deine Musik häufig von Werbung unterbrochen. Du kannst außerdem keine Musik herunterladen, um sie offline zu hören, oder Lossless-Qualität auswählen.

Bist du bereit, zu zahlen, hast du die Wahl zwischen Spotifys verschiedenen Premium-Plänen. Der Basis-Plan für eine Person nennt sich „Premium Individual“ und kostet 12,99 Euro im Monat. Damit ist Spotify vergleichsweise teuer: Bei Apple Music und Tidal zahlst du z. B. nur 10,99 Euro. Etwas teurer als Spotify ist hingegen Qobuz mit seiner Monatsgebühr von 13,99 Euro im Monat. Auch als Student bist du mit Spotifys ermäßigtem Preis von 6,99 Euro monatlich teurer unterwegs als bei vielen Konkurrenten.

Möchtest du deinen Account teilen, musst du ein entsprechendes Abo abschließen. Das Duo-Abo für zwei Nutzer:innen kostet monatlich 17,99 Euro (also knapp neun Euro pro Person), das Familien-Abo für bis zu sechs Nutzer:innen 21,99 Euro. In beiden Fällen können alle Nutzer:innen eigene Profile anlegen, ihr teilt euch also keinen Algorithmus. Aber Achtung: Nur die Kontoinhaberin darf zwölf Stunden im Monat kostenfrei Hörbücher anhören. Alle weiteren Nutzer:innen müssen Add-ons dazubuchen.
Das Problem der Vergütung: Unterstützt dein Monatsbeitrag auch deine Lieblingskünstler:innen?
Du nutzt einen Musik-Streaming-Dienst? Dann musst du damit leben, dass deine Lieblingskünstlerinnen und -künstler nicht fair bezahlt werden. Das gilt nicht nur, aber insbesondere für Spotify. Laut diesem Report von Duetti zahlte Spotify seinen Artists 2024 die niedrigsten Raten: drei US-Dollar pro 1000 Streams. YouTube zahlte 4,80 US-Dollar pro 1000 Streams, Apple Music 6,20 US-Dollar. Amazon Music bezahlte am besten, mit 8,80 US-Dollar pro 1000 Streams.
Alle großen Musik-Streaming-Dienste bedienen sich eines ähnlichen Vergütungsmodells. Dabei sammelt der Dienst den Umsatz (abzüglich eines beträchtlichen Eigenanteils) aus Abozahlungen und Werbeeinnahmen in einem großen Topf. Dieses Geld wird dann unter den Rechteinhaber:innen verteilt, die Musik über die Plattform anbieten. Dabei gehen die größten Beträge an die, deren Musik am häufigsten gestreamt wurde.

Die Nachteile liegen auf der Hand. Zunächst behält Spotify einen großen Anteil des Umsatzes ein. Dann werden die Beträge in den meisten Fällen nicht an Künstlerinnen und Künstler, sondern an ihre Labels ausgeschüttet, die ebenfalls Geld einbehalten. Bei den eigentlichen Artists kommt also am Ende nur ein Bruchteil des Gesamtumsatzes an. Kleinere Artists werden benachteiligt, in jüngster Vergangenheit zunehmend zugunsten von „AI Slop“: mit geringem Aufwand, inflationär und oft unter falschen Vorgaben gepostete, KI-generierte Musik. Da die Auszahlungen außerdem aus einem begrenzten Geldtopf kommen, sinken die Verdienste, je mehr gestreamt wird. Der Geldtopf kann nur vergrößert werden, indem Spotify seinen Anteil verringert, mehr Abos verkauft oder die Preise für bestehende Abos anhebt.
Ist es dir wichtig, Musiker:innen direkt zu unterstützen? Dann ist Spotify wahrscheinlich nicht die richtige Wahl für dich. Bei anderen Streaming-Diensten sind die Auszahlungen zwar auch niedrig, aber immerhin höher als bei Spotify. Die bekannteste Alternative zum Streamingmodell (abseits vom klassischen Plattenladen) ist wahrscheinlich Bandcamp. Hier gibt es keinen Topf: Du bezahlst Künstlerinnen und Künstler direkt. Auf diese Weise ähnelt Bandcamp eher einem Onlineshop mit Musikplayer. Unter den großen Musik-Streaming-Diensten hat außerdem Deezer ein Vergütungsmodell eingeführt, das der Benachteiligung von neuen oder lokalen Künstler:innen entgegenwirken soll. Deezer erklärt es dir hier.
Unser Fazit zu Spotify
Keine Frage: Spotify ist nicht nur die Vorlage, sondern auch heute noch einer der Vorreiter im Bereich Musik-Streaming. Die App ist auf so gut wie jeder Plattform verfügbar und lässt sich über Apple AirPlay 2, Google Cast und die eigene Lösung Spotify Connect auf eine unfassbare Anzahl Geräte streamen. Falls du nicht ausschließlich Nachbarschaftsbands hörst, wirst du hier kaum Songs vermissen (und selbst die Band aus der Garage nebenan ist vielleicht vertreten). Brauchst du einmal eine andere Art der Unterhaltung, stellt Spotify auch noch Podcasts und Hörbücher parat. Das riesige Angebot macht die App etwas unübersichtlich, dem wirkt Spotify aber mit einer Reihe von Filtern entgegen.
Und doch wirkt Spotify gerade mit Blick auf die Audioqualität rückständig. So hörst du auch nach der Einführung der Lossless-Option immer noch bei den meisten Konkurrenten in höherer Auflösung. Auch 3D-Audio via z. B. Dolby Atmos entzieht sich Spotify weiterhin. Und die Konkurrenz schläft nicht: Was Spotify kann, können in den allermeisten Fällen auch Apple Music, Tidal und Co. Und das auch noch, zumindest zum Testzeitpunkt im Februar 2026, günstiger.
Du möchtest Spotify selbst ausprobieren? Falls du noch kein Konto hast, kannst du den Individual-Tarif zwei Monate lang kostenlos testen:
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