Marshall Stanmore IV im Test: Ohne Akku, mit Power
- Gewicht
- 3,99 kg
- Akku-Kapazität / Laufzeit
- –
- Anschlüsse / Schnittstellen
- Bluetooth 5.3, 3,5-mm-Klinke, RCA
- Steuerungs-App
- Marshall Bluetooth-App
- Abmessungen (BxHxT)
- 412 mm x 276 mm x 249 mm
- Preis
- 399 Euro
Mit sinnvollen Updates in der Bedienung, der Bluetooth-Ausstattung und dem Sound wappnet Marshall den Stanmore IV für die Gegenwart. Als großformatiger BT-Speaker ohne Akku geht er sowohl als schicke Partybox-Alternative als auch als flexible Soundlösung fürs Wohnzimmer durch.
- Kraftvoller, bassstarkerKlang
- Klinkeneingang und RCA-Anschluss
- Schickes Design
- Charmante Bedienung am Gerät
- Kein Akku
- Kein WLAN, Home-Einbindung nur mit Marshall Heddon
Der Marshall Stanmore IV ist ein echter Brummer. Kein Wunder also, dass Marshall bei diesem Format auf einen Akku verzichtet hat. Wo er damit zwar nicht für den Gebrauch im Park geeignet ist, spielt er im Wohnzimmer umso größer auf. App und haptische Bedienelemente machen den Stanmore trotz des fehlenden Akkus zur smarten Soundstation zu Hause. Im Praxistest finden wir heraus, wie flexibel der Bluetooth-Lautsprecher trotzdem sein kann.
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Stanmore IV: So klingt die Marshall-Box
Wir starten wie gewohnt mit einem Klangtest in unserem Hörraum. Ein Bluetooth-Lautsprecher soll schließlich, auch wenn er sich nicht aus den eigenen vier Wänden hinausbewegt, erst mal gut klingen. Und hier fällt beim Stanmore IV direkt eine Änderung im direkten Vergleich mit dem Vorgänger ins Auge: Die Bassreflexöffnung ist gewandert.

Während diese beim Stanmore III noch auf der Rückseite zu finden war, befindet sie sich beim Nachfolger jetzt auf der Unterseite. Das ist besonders dann von Vorteil, wenn du den Stanmore IV an der Wand platzieren möchtest. Wo das beim Stanmore III noch zu ungewollten Klangreflexionen geführt hat, spielt der Stanmore IV jetzt auch in der Raumecke voll auf. Und das leuchtet gleich doppelt ein.

Einerseits werden kabelgebundene Bluetooth-Lautsprecher ohnehin nur selten Platz in der Mitte des Raumes finden, sonst mutiert ja das Stromkabel quer durch den Raum zur potenziellen Stolperfalle. Andererseits lässt sich die Homeline von Marshall so noch mehr als Alternative zur akkubetriebenen Konkurrenz aus dem eigenen Haus verkaufen. Kilburn III und Stockwell III etwa bestechen in der aktuellen Produktgeneration nämlich gerade mit 360-Grad-Sound und einem nach hinten geöffneten Chassis.
Von Shoegaze bis Pop: Das kann der Stanmore
Aber genug zur Ausstattung, starten wir mit dem eigentlichen Hörtest. Dafür legen wir zuallererst Rides I Came to see the Wreck auf, feinsten, britischen Shoegaze, in dem atmosphärische Wände aus Gitarren und Bass zum guten Ruf dazugehören. Dabei dröhnt der Stanmore IV mit ordentlich Power durch den Raum, verliert in den Mitten aber teilweise das Auge fürs Detail. Die Klangbühne ist breiter als noch beim Stanmore III, wird jedenfalls hier aber vom kräftigen Bass etwas überschwemmt.

Grund genug für uns, als nächstes eher in poppigere Produktionen vorzudringen. Wir lassen Caroline Polachek mit Bunny is a Rider und Charli XCX mit 360 ans Pult und können direkt schon deutlich lauter aufdrehen, ehe uns die dominanten Tiefen einen Ast in die Speichen werfen. Der Stanmore IV liefert hier relativ klare Vocals, einen punchy Beat und das im raumfüllenden Format.
Damit spielt er insgesamt spürbar kräftiger auf als etwa der kleinere Acton IV oder Kilburn III und Co., wirkt aber auch etwas grobschlächtiger. Aber natürlich kann hier auch der ausführliche Equalizer Abhilfe schaffen – in der App und am Gerät.
Für einen Überblick, wie sich der Stanmore IV im Vergleich zur Konkurrenz schlägt, kannst du dir unsere Bestenliste aller getesteten Bluetooth-Lautsprecher anschauen:
Bedienung: Marshall liefert wieder ab
Bei der Klangpersonalisierung hängt Marshall die Konkurrenz wie gewohnt ab. Neben einem vollwertigen Fünf-Band-Equalizer in der App kannst du den Marshall Stanmore IV auch direkt am Gerät personalisieren. Gleich drei Drehregler lassen dich Volumen, Höhen und Tiefen einstellen und ein „M“-Knopf führt als Shortcut direkt in die App. Hier kannst du ihn entweder mit Spotify Tap – also dem direkten Anspielen von Spotify – oder bis zu drei EQ-Profilen belegen.

Diese EQ-Profile kannst du in der App vollkommen frei im Fünf-Band-Equalizer einstellen und dir so praktisch Shortcuts für einzelne Genres anlegen. Wir vergleichen den „M“-Knopf bei Marshall gern mit Sonys „Ult“-Button, nur dass letzterer bloß die Tiefen auf unterschiedliche Arten und Weisen verstärkt, dir aber letztlich nicht annähernd so viel Freiheit lässt wie der „M“-Knopf.
Wichtig: Der Stanmore IV ist nicht mit der „Marshall Bluetooth“-App kompatibel, sondern verlangt, wie auch der Rest der Homeline-Reihe, nach der „Marshall“-App mit goldenem Logo. Ansonsten sind die Apps aber weitestgehend deckungsgleich aufgebaut. Am Stanmore IV kannst du etwa noch die Position im Raum angeben, an der sich die Box befindet, was für feingliedrige Anpassungen im Klangbild sorgt.
Werfen wir noch einen längeren Blick auf die oberseitige Bedienfläche, finden wir noch einen Kippschalter zur Wiedergaberegelung und einen richtigen Hebel als An/Aus-Schalter. Der ist zwar mehr Spielerei als wirklich notwendig, strahlt aber jedenfalls etwas analogen Charme aus.
Marshall-Design: Verstärker-Look mit Sound-Upgrade
Das ikonische Verstärker-Design findet natürlich auch sonst beim Stanmore IV seinen Platz und schindet dank seines ausladenden Formats hier besonders Eindruck. Während der Design-Kniff bei den mobilen Boxen von Marshall eher als ästhetisches Gimmick zu verstehen ist, könnte das ungeschulte Auge im Stanmore IV tatsächlich einen kleinen Verstärker vermuten.

So oder so: Die Verarbeitung des Stanmore IV lässt – abgesehen vom fehlenden Wasserschutz – keinerlei Wünsche offen. Als Alternative zum klassischen Schwarz bietet Marshall den Stanmore auch noch in hellbeigem Kunstleder an. Den Stanmore III gab es auch in kräftigem Braun. Ob das noch nachgeliefert wird, wissen wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht.
Zu guter Letzt sind nämlich auch die Anschlüsse des Stanmore IV zusammen mit der Bassreflexöffnung auf die Unterseite des Lautsprechers gewandert. Das lässt den Bluetooth-Speaker insgesamt noch klarer aussehen, muss bei der Verkabelung aber natürlich auch berücksichtigt werden.
Bluetooth, AUX und mehr: Ausstattung des Stanmore IV
Wo wir auch schon bei der Ausstattung des Stanmore IV wären. Obwohl der Stanmore IV als Teil der Homeline für den stationären Gebrauch gedacht ist, verzichtet Marshall hier weiterhin auf WLAN-Support oder gar ein Mikrofon zur Steuerung von Sprachassistenten. Hier hat im ähnlichen Retro-Look etwa der JBL Authentics 500 die Nase vorn. Die Musik gelangt zum Lautsprecher entweder via Bluetooth, 3,5-Millimeter-Klinke oder RCA‑Eingang. Die Quelle kann am Gerät und in der App umgestellt werden.

Wer über Bluetooth Musik hören möchte, dabei aber trotzdem bevorzugt höherauflösende Codecs verwendet, kann beim Stanmore IV auf LDAC setzen. Sonys Bluetooth-Codec erfordert natürlich auch vom restlichen Setup volle Kompatibilität, kann dann aber SBC und AAC outperformen. Laut Spezifikationen unterstützt der Stanmore IV auch Auracast, allerdings finden wir in der zugehörigen App (auch nach einem Update auf die aktuelle Software-Version) keinen entsprechenden Reiter, um einem Auracast-Stream beizutreten.
Marshall Heddon: Was kann Marshalls Streaming-Hub?
Das mag daran liegen, dass im Zusammenhang mit dem Stanmore und der gesamten Homeline IV auch der neue Marshall Heddon beworben wird. Der Marshall Heddon ist ein Musik-Streaming-Hub, der Marshall-Lautsprecher in Bluetooth-Reichweite via Auracast mit Musik versorgt. Dabei verfügt er selbst sowohl über haptische Eingänge für Plattenspieler und Co., versteht aber auch WLAN.
Du kannst mit dem Heddon, der allein knapp 200 Euro kostet, auch deinen Stanmore IV via AirPlay oder Google Cast bespielen, allerdings kommt die Musik dann trotzdem via Bluetooth beim Stanmore an. Das eliminiert natürlich die potenziell höhere Wiedergabequalität bei direkter Wiedergabe über WLAN und die erhöhte Reichweite, die ein Setup an WLAN-Lautsprechern auch im ganzen Haus möglich macht. Im Endeffekt ist der Heddon also eine nette Ergänzung, macht aus dem Marshall-System aber nicht direkt einen Sonos-Konkurrenten. Viel mehr würden wir uns wünschen, dass auch Stanmore IV und Co. selbst als Auracast-Transmitter gemeinsam mit anderen Marshall-Boxen aufspielen könnten.
Welchen Speaker kaufen – Kilburn III, Acton IV oder Stanmore IV?
Mit Acton IV, Kilburn III und Stanmore IV hat Marshall gleich drei Bluetooth-Lautsprecher in einem Preiskorridor von knapp 100 Euro im Portfolio. Wann lohnt sich also der Griff zum teuren Stanmore IV, was spricht für die günstigeren Alternativen? Für entspanntes Musikhören im heimischen Wohnzimmer würden wir tatsächlich eher zum Kilburn III oder Acton IV raten. Einerseits ist der Sound hier tendenziell noch klarer, andererseits wirst du die unterstützte Maximallautstärke ohnehin nur im seltensten Fall ausreizen. Wenn dann noch ein Akku gewünscht ist, bist du mit dem Kilburn III am besten aufgestellt.

Der Stanmore IV hingegen lohnt sich, wenn ein größerer Raum beschallt werden und der BT-Speaker als optisch ansprechender Partybox-Ersatz herhalten soll. Kräftiger Bass, ordentliches Volumen und wirklich praktische Bedienelemente machen den Stanmore IV damit zum idealen Party-Lautsprecher für all diejenigen, die den Speaker eben auch im Alltag im Regal stehen haben wollen. Auf dem Papier sorgt der durchgängige Auracast-Support aller Modelle außerdem dafür, dass du das Marshall-System auch im Nachhinein noch beliebig ergänzen oder um den Streamer Heddon erweitern kannst.
Unser Testfazit zum Marshall Stanmore IV
Der Stanmore IV wird richtig laut, sieht wirklich schick aus und lässt sich in puncto Bedienung von kaum einem Konkurrenten etwas vormachen. Wie auch die übrige Homeline IV profitiert der Stanmore von neuen Funktionen (Auracast, „M“-Button), geht jetzt unkritischer mit der Platzierung direkt an der Wand um und tritt als kraftvolle und stationäre Alternative zu Marshalls mobilen Boxen auf.
Im Endeffekt platziert sich der Stanmore IV auch klangtechnisch selbstbewusst zwischen eben jenen mobilen Speakern und den Partyboxen der Marke. Dass aber ein zusätzlicher Heddon notwendig ist, um dem klar formulierten Anspruch des Home-Audio-Speakers gerecht zu werden, finden wir etwas ungelenk. Ein einfaches Software-Upgrade der App könnte dieses Problem mit einem übersichtlichen Auracast-Menü aber blitzschnell beheben – auch wenn der WLAN-Support dann natürlich immer noch fehlt.
Den Marshall Stanmore IV bekommst du gerade günstig bei MediaMarkt:
| Technische Daten | |
| Gewicht | 3,99 kg |
| Akku-Kapazität / Laufzeit | – |
| Wasser- und Staubschutz | Nein |
| Verfügbare Farben | Schwarz, Cream |
| Leistung | 110 W |
| Anschlüsse / Schnittstellen | Bluetooth 5.3, 3,5-mm-Klinke, RCA |
| Steuerungs-App | Marshall Bluetooth-App |
| Stereo-Modus verfügbar (Mit weiteren Speakern) | Nein |
| Mikrofon | Nein |
| Trage-Vorrichtung | Nein |
| Abmessungen (BxHxT) | 412 mm x 276 mm x 249 mm |
| Preis | 399 Euro |
Passt vielleicht ein WLAN-Lautsprecher besser in dein Zuhause? Alle Modelle, die wir getestet haben, findest du hier:



