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Apple beendet Siri-Auswertung, Google & Amazon lenken ebenfalls ein

Nach zunehmender Kritik hat Apple die Auswertung privater Siri-Aufnahmen vorerst eingestellt. Und auch Google und Amazon reagieren auf Datenschutzbedenken.
Apple Digital Masters Quelle: Bild: Hussam Abd

Erst wenige Tage ist es her, dass ein Whistleblower von dem äußerst fragwürdigen Umgang Apples mit den Daten der Siri-Nutzer berichtet hat. Nun hat das Großunternehmen reagiert – und die Speicherung und Auswertung der Audioaufnahmen eingestellt.

Apple will Siri-Auswertungsprozess überarbeiten

Ganz offiziell erklärt der Apfelkonzern das Auswertungsprogramm, das zur Verbesserung des Siri-Dienstes führen soll, weltweit für beendet – zumindest vorläufig. Gegenüber TechCrunch hat ein Sprecher bestätigt, man wolle den sogenannten Grading-Prozess überarbeiten und darüber hinaus ein Software-Update veröffentlichen, nach dem sich Siri-Nutzer für oder gegen eine Teilnahme an dem Bewertungsverfahren entscheiden dürfen.

Damit sollen die Home Pod- und Apple Watch-Nutzer dieser Welt vorerst nicht mehr fürchten müssen, dass ihre Aufnahmen bei externen Apple-Dienstleistern landen. Auch dann etwa, wenn sie durch eine falsche Armbewegung oder Lautgabe den digitalen Sprachassistenten versehentlich zum Lauschen animieren.

Doch ist Siri bekanntlich nur einer von mehreren gängigen Sprachassistenten. Und auch die Konkurrenz gerät aktuell gehörig in Erklärungs- und Handlungsnot.

Auch Google und Amazon reagieren auf Kritik

Google hat die Transkription etwaiger Aufnahmen seiner Nutzer inzwischen ebenfalls eingestellt – zwar offenbar nur vorläufig, mindestens aber für die kommenden drei Monate. Der Auslöser: Der belgischen Sendeanstalt VRT waren im Juli über 1.000 Privatkonversationen zugespielt worden, die über den Google Assistant entstanden.

Mit der Auswertungspause reagiert Google auf ein Datenschutzverfahren, das der hamburgische Datenschutzbeauftrage Johannes Caspar gegen den Suchmaschinenriesen eingeleitet hat. Im folgenden Schritt wollen Aufsichtsbehörden nun die genaue Funktionsweise des Sprachanalysesystems ergründen und entsprechende Datenschutzmaßnahmen ausarbeiten.

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Auch Amazon hat bereits eingelenkt: In den Einstellungen des Sprachassistenten Alexa finden Nutzer mittlerweile ein Datenschutzmenü und die Möglichkeit, etwaige Sprachaufnahmen wieder zu löschen beziehungsweise festzulegen, ob Amazon sie zur Verbesserung des Alexa-Dienstes benutzen darf.

Schritte, die offenbar einigermaßen überfällig waren: Wie aus einem Welt-Bericht hervorgeht, findet die Auswertung privater Aufnahmen wohl nicht nur in Amazon-Büros statt, sondern mitunter sogar in den Privaträumen polnischer Zeitarbeiter.

Wie stehst du zu dem Thema? Nutzt du selbst einen Sprachassistenten? Teile deine Meinung mit uns in den Kommentaren!

Weiterführende Links:
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