Noch vier Monate: TV-Hersteller Loewe sucht nach rettendem Investor

Dem insolventen Traditionsunternehmen Loewe bleiben laut dem eingesetzten Insolvenzverwalter noch vier Monate, um einen Investor zu finden. Sollte dies nicht gelingen, könnten die rund 400 Mitarbeiter höchstens bis zum 31. Oktober gehalten werden.

Wie erst kürzlich berichtet, hat das deutsche Traditionsunternehmen Loewe den Betrieb eingestellt und Insolvenz angemeldet. So bleiben laut dem Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß nun noch vier Monate, um durch eine Investitionsspritze den Betrieb wieder aufnehmen und die Mitarbeiter bezahlen zu können.

Der Großteil der rund 400 Beschäftigten ist derzeit freigestellt. Am heutigen Montag stellt das Unternehmen den Betrieb ein. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zeigt sich Weiß kämpferisch: „Wir werden alles tun, um jemanden zu finden. Es gab auch bereits erste Investorengespräche“.

Geschäftsbetrieb schon seit Jahren im Missstand

Wenn Unternehmen nicht länger fähig sind, ihre Mitarbeiter zu entlohnen, ist laut dem Insolvenzrecht vorgegeben, dass sich Insolvenzverwalter und Arbeitnehmerverteter auf einen Interessenausgleich und einen Sozialplan verständigen. Eine endgültige Entlassung ist bis dahin unzulässig. Laut Weiß ist bis Mitte Juli mit einem Ergebnis in den Gesprächen zu rechnen. Sollte man keinen Investor finden können, so könne man die Beschäftigten noch maximal bis zum 31. Oktober halten.

Laut Weiß war bei Loewe schon seit langem ein „defizitärer Geschäftsbetrieb“ zu beobachten. „Alleine um die Personalkosten zu decken, wäre ein Jahresumsatz von 150 Millionen Euro erforderlich, für eine schwarze Null bräuchten wir 180 Millionen Euro Umsatz. Tatsächlich waren es zuletzt 120 Millionen“, erklärt der Insolvenzverwalter.

Gewerkschaft wirft Investor Riverrock übles Spiel vor

Der bayrische Bezirksleiter der IG Metall Johann Horn spricht derweil von einem üblen Spiel der britischen Investorgesellschaft Riverrock mit Loewe. Das Unternehmen soll demnach über mehrere Jahre hinweg durch einen zweistelligen Millionenbetrag über Wasser gehalten worden sein. Nun lehnte Riverrock dann aber eine weitere Kreditvergabe ab. Auch soll die frühere Geschäftsleitung den Markennamen Loewe an den Investor Riverrock verpfändet haben.

Bei einem ähnlichen Fall soll Riverrock so schon 2017 bei dem deutschen Küchenhersteller Alno Küchen nach einem Stillstand den Betrieb wieder aufgenommen haben – bei um 15 Prozent gekürzten Löhnen. Bezirksleiter Horn hatte im Fall Loewe bereits den Vorwurf eines ähnlichen Vorgehens in den Raum geworfen, der jedoch zurückgewiesen wurde.

„Der Betriebsrat ist im vorläufigen Gläubigerausschuss vertreten und hat mit am Tisch gesessen“, so Rüdiger Weiß zu dem Vorwurf. „Es sind alle möglichen Modelle für eine Sanierung mit dem Betriebsrat in Anwesenheit der IG Metall abgestimmt worden.“

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Weiterführende Links:
» Insolvenz: TV-Hersteller Loewe stellt Betrieb ein
» Panasonic: OLED-TVs bald mit Netflix-Kalibrierungsmodus
» http://www.hifi-forum.de/themen/hersteller/loewe

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