Fernseher immer günstiger – doch in Wahrheit zahlst du ganz anders
Bild: Symbolbild; KI-generiertAlles wird teurer – ein nerviger Spruch, der aktuell dennoch leider zutrifft. Weltweite Krisen setzen Lieferketten unter Druck, während der KI-Hype parallel für eine Speicherknappheit sorgt. Willst du aktuell etwa einen Gaming-PC zusammenstellen, eine SSD kaufen oder einfach nur eine PlayStation 5 mit nach Hause nehmen, dann sollst du dafür deutlich mehr zahlen als noch vor wenigen Monaten. Aber Moment mal: Wie kann es dann sein, dass ausgerechnet Fernseher der Inflation trotzen? Sie sind nämlich immer günstiger geworden.
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Das haben sich auch die Marktforscher:innen von Omdia Research gefragt und genauer hingeschaut. In einem Bericht stellen sie das Ergebnis vor. Immer mehr Hersteller von Fernsehern nehmen sinkende Gewinnmargen in Kauf, weil sie verstärkt mit Werbung Geld verdienen. Dieses Thema haben wir ja auch schon mehrfach aufgegriffen. Beispielsweise hat Hisense sogar schon damit experimentiert, dir beim Wechsel des HDMI-Eingangs zwischendurch einen Werbespot aufzuzwingen. Doch auch LG und Samsung sind da keine Kinder von Traurigkeit. Erstere zeigen inzwischen teilweise auf den Bildschirmschonern Werbung.
Kein TV-Hersteller verschont dich: Google TV nutzt bereits auf dem Homescreen Werbung in Form von bezahlten „Empfehlungen“, während Amazon und seine Partner ganz ähnlich Werbung für Games, Eiscreme und mehr ins System mogeln. Immerhin: Aufgrund der recht strengen Datenschutzvorgaben kannst du mit Gefrickel in den Menüs die meisten Werbeformen und die Erhebung deiner Nutzungsdaten zumindest einschränken. Doch das Prinzip ist klar: Auch nach dem Kauf eines Fernsehgeräts kassieren die Hersteller zunehmend einen Preis.
Fernseher: Du zahlst mit Aufmerksamkeit und Daten
Lass dich also nicht davon täuschen, dass du für Premium-TVs wie den LG OLED G5 oder seinen Nachfolger G6 inzwischen Preise zahlst, die vor ein paar Jahren in Deals für die Mittelklasse-Serien ausgerufen worden sind. Denn gleichzeitig zahlst du nach dem TV-Kauf noch mit zwei anderen Währungen: Aufmerksamkeit und Daten. Dass die Hersteller der Fernseher diesen Weg beschreiten, hat allerdings auch seinen Grund. So ist der Konkurrenzkampf international so hart geworden, dass es sich im Grunde kein Anbieter leisten kann, die Preise zu erhöhen.
In Europa bauen beispielsweise die beiden chinesischen Hersteller Hisense und TCL massiven Druck auf Marktführer wie LG und Samsung auf. Da hat man sich eben andere Wege gesucht, um die Hardware zu subventionieren – über Werbung und Auswertung von Nutzungsdaten. Dieser Trend dürfte sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen – ganz egal, auf welchen TV-Hersteller du blickst.
Kannst du dem dennoch entkommen? Ja, mindestens teilweise ist das möglich. Beispielsweise kannst du den meisten Datenerhebungen in den vergrabenen Nutzungsbedingungen widersprechen. Zudem kann es sinnvoll sein, deinen Fernseher nur für Updates online zu schicken. Verwendest du dann einen datensparsameren Streaming-Player wie den Apple TV 4K, bleibst du weitgehend von Werbung und Tracking verschont.
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