Apple Music will mit KI erstellte Musik klar kennzeichnen
Bild: Omid Armin via UnsplashAI Slop flutet leider nicht nur soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram oder X, sondern auch Videoplattformen wie TikTok oder YouTube. Und selbst Musikstreaming-Dienste bleiben nicht verschont. Komplett aussperren wollen die Plattform die KI-generierten Inhalte aber irgendwie auch nicht. Stattdessen hat Spotify etwa damit begonnen, mit der Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellte Inhalte klar zu kennzeichnen. Ähnlich wird auch Apple Music vorgehen.
Noch in diesem Jahr will der Musikstreaming-Dienst klare Markierungen für KI-Content einführen. Wer mit der Hilfe von KI erstellte Musik bei Apple Music einstellt, soll diese verpflichtend einsetzen müssen. Plattenfirmen und Künstler:innnen hat das Unternehmen aus Cupertino bereits darüber informiert. Einen konkreteren Termin für den öffentlichen Start der Kennzeichnungen hat Apple jedoch bisher noch verschwiegen.
Schon im März 2026 hatte Apple Music KI-Tags eingeführt, die allerdings zunächst freiwillig geblieben sind. Mit denen sollen Musikschaffende sowie Plattenfirmen den Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Erstellung von Kompositionen, Cover-Artworks und Songtexten ausweisen. Da die Nutzung aber eben freiwillig ist, haben wir den Eindruck, dass sich in der Praxis wenig getan hat.
Apple Music: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Allerdings dürfte auch die neue Transparenzoffensive von Apple Music wohl nur dann Wirkung zeigen, wenn auch wirksame Kontrollmechanismen eingeführt werden. Spotify etwa will im Hintergrund prüfen, ob Musiker:innen und Labels die KI-Kennzeichnungen korrekt verwenden. Der schwedische Musikstreaming-Dienst will zudem „verdächtige“ Profile auch selbst markieren. Ob Apple ähnliche Mechaniken einsetzen will, ist derzeit jedoch noch vollkommen offen.
Bei Apple Music sind mittlerweile wohl rund ein Drittel der im Monat hochgeladenen Songs rein KI-generierte Tracks. Viele davon fängt man aber ab, bevor sie frei auf der Plattform landen. Die Musik, die durchgewunken wird, soll laut Apple nur für rund 1 % der Nutzung stehen (via The Hollywood Reporter). Dass Apple dennoch bei seinem Musikstreaming-Dienst stärker gegen KI-Musik vorgehen wird, geschieht nicht völlig freiwillig.
So hatten die beiden überaus mächtigen Branchenverbände RIAA (Recording Industry Association of America) und IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) von Apple Music und anderen Musikstreaming-Diensten gefordert, KI-Musik klar auszuweisen. Genau das hat zu den aktuellen Reaktionen geführt, die wir derzeit beobachten können.