HiFi-Shopping per KI? Wie Menschen jetzt (und in Zukunft) Elektronik kaufen
Bild: hamedtaha via UnsplashKünstliche Intelligenz (KI) ist zugleich Fluch und Segen. Einerseits verschafft sie uns ganz neue Möglichkeiten. Du kannst Google Gemini, ChatGPT oder auch Alexa+ komplexe Fragen stellen und erhältst in natürlicher Sprache (meistens) passende Antworten. Andererseits flutet z. B. AI Slop die Musikstreaming-Dienste und verstopft Social-Media-Feeds. So oder so: Der Einfluss der Technologie wächst. Das schlägt sich auch auf den Handel nieder – ob mit Fernsehern, Lautsprechern, Kopfhörern und mehr.
Die Managementberatung Oliver Wyman und die Branchenorganisation GFU Consumer & Home Electronics haben sich im Rahmen einer Umfrage angeschaut, wie KI bereits jetzt den Kauf von Elektronikgeräten beeinflusst. Kritisch erwähnen müssen wir aber unbedingt, dass es sich hier nicht um eine belastbare, wissenschaftliche Studie, sondern um eine lose Meinungsumfrage handelt. Die Ergebnisse solcher Untersuchungen sind sehr anfällig für Fehler und Verzerrungen. Du solltest sie daher am besten als kleinen Fingerzeig, nicht als in Stein gemeißelt ansehen.
Laut der Umfrage spielt KI schon jetzt bei 60 Prozent der Befragten beim Kauf von Elektronikgeräten eine Rolle. Vor allem wird die künstliche Intelligenz zurate gezogen, um technische Eigenschaften besser zu verstehen (27 Prozent) oder um z. B. Erfahrungsberichte und Bewertungen zusammenzufassen (21 Prozent). Auch neue Produkte lassen sich so vereinzelt entdecken. Genau so ist es in Deutschland schon rund einem Viertel der Befragten ergangen.
KI als Unterstützung beim Technikkauf: 82 Prozent der Befragten sind offen
82 Prozent der Befragten können sich dabei vorstellen, KI als Quelle für die Produktsuche bzw. -information zu nutzen. Allerdings sagt das nicht viel aus, wie wir verdeutlichen möchten: Viele Menschen können sich auch vorstellen, im Lotto zu gewinnen – ob es wirklich dazu kommt, ist aber eine ganz andere Frage. Zudem wären 35 Prozent bereit, die finale Kaufempfehlung der KI zu überlassen. Ob sie dem nachkommen, wollen sie aber immer noch selbst entscheiden. Daher würden gerade einmal vier Prozent der Befragten die künstliche Intelligenz autonom für sie einkaufen lassen.
Im Klartext: Ja, die KI darf z. B. einen Vorschlag für den nächsten Smart-TV, Lautsprecher oder auch TWS-Kopfhörer abgeben. Welches Modell am Ende jedoch im Warenkorb landet, das soll eine menschliche Entscheidung bleiben. Knapp ein Drittel der Befragten (32 Prozent) erwartet, dass KI-Agenten binnen drei bis fünf Jahren ihre wichtigsten Quellen für Produktberatung sein werden.
Das wirft natürlich die Frage auf, wie z. B. klassische HiFi-Shops oder auch Elektronikfachhändler wie MediaMarkt und Saturn noch mit Online-Stores und KI-Beratern mithalten wollen. Genau hier muss die persönliche Beratung in den Fokus rücken, gekoppelt mit der Chance, Produkte vor Ort auszuprobieren. Beides lässt sich nicht einfach ersetzen. Gerade in Deutschland ist den Kund:innen laut der Umfrage das Erlebnis im Ladengeschäft noch wichtig.
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