Irre Summe: Illegales TV-Streaming richtet Milliarden-Schaden an
Bild: Glenn Carstens-Peters via UnsplashEs gibt mittlerweile viele Wege, das Fernsehprogramm zu empfangen. Neben den traditionellen Empfangswegen über Kabel und Satellit nehmen auch OTT- und IPTV-Angebote Fahrt auf. Zusätzlich kannst du natürlich noch kostenlose FAST-Angebote nutzen. Dennoch gibt es immer schwarze Schafe, welche nach illegalen Wegen suchen, um etwa Pay-TV-Angebote bzw. TV-Streaming zu beanspruchen. Genau das sorgt laut dem Branchenverband Vaunet jährlich für Schäden in Höhe von etwa 2,4 Milliarden Euro.
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Beachten solltest du jedoch, dass es sich dabei eher um eine übertriebene Schätzung handelt. Diese hat der Branchenverband, dem große Fernsehsender und Streaming-Dienste angehören, auf Basis einer Online-Befragung und einer passiven Messung von Online-Aktivitäten erstellt. Die hohe Summe kommt aber auch zustande, weil die Unternehmen jeden illegalen Stream 1:1 als entgangene Einnahmen werten. Das ist natürlich fragwürdig, denn nicht jede:r Zuschauer:in, die sich z. B. einen Livestream illegal ansieht, hätte sonst tatsächlich fürs lineare TV-Streaming gezahlt.
Nicht erfasst hat man illegale Downloads oder Streaming von Video-on-Demand-Content, also z. B. widerrechtlich hochgeladene Inhalte von Disney+, Netflix oder Amazon Prime Video. Vaunet fordert nun, wenig überraschend angesichts der Mitglieder, einen härteren Kampf gegen illegales TV-Streaming. Denn der Schaden entstehe ja nicht nur den TV-Sendern und Streaming-Diensten, sondern auch dem Staat. Schließlich führen illegale Streams auch zu entgangenen Steuereinnahmen.
Illegales TV-Streaming als Massenphänomen?
Der Branchenverband schätzt, dass 2025 in Deutschland ca. 7,7 Mio. Menschen illegales TV-Streaming betrieben haben dürften. Die Kernnutzung stamme von 16- bis 33-Jährigen. Als Begründung nennen die Nutzenden in der Umfrage, dass dies die bequemste Möglichkeit sei. Geifernd spricht Vaunet gar davon, dass TV-Piraterie ein Massenphänomen bleibe. So wünscht man sich von der deutschen Gesetzgebung neue Maßnahmen. Etwa schlägt man vor, dass Plattformen und Hoster rechtswidrige Inhalte schneller entfernen müssen.
So einfach, wie Vaunet es darstellt, ist die Sache aber natürlich nicht. Denn je umfangreicher die Verpflichtungen sind, desto mehr erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass im Zweifelsfall auch fälschlicherweise legaler Content der Schere zum Opfer fällt. Auch will der Branchenverband illegales TV-Streaming selbst schneller unterbinden können, ohne etwa die meist anonymen Täter erst identifizieren zu müssen. Ziel ist es auch, Livestreams schneller aus dem Netz kicken zu können.
Dass gerade die Fernsehsender jetzt ein hartes Durchgreifen fordern, überrascht wenig. So brechen ihnen zunehmend die Werbeeinnahmen weg. On-Demand-Anbieter wie Disney+, Netflix oder Prime Video werden für Werbetreibende immer attraktiver. Wenn es also in jenem Bereich langfristig bergab geht, will man wenigstens an anderen Stellen den Geldfluss absichern.
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