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MediaMarkt und Saturn: Gerät der Mega-Deal jetzt ins Wanken?

Die Übernahme von MediaMarkt und Saturn durch den chinesischen Händler JD.com gerät ins Wanken. Jetzt schaut die EU-Kommission genauer hin.
Scheitert die Übernahme von MediaMarkt und Saturn? Bild: Symbolbild; KI-generiert

Die deutschen Ketten MediaMarkt und Saturn bzw. ihr Mutterkonzern Ceconomy sollen unter ein neues Dach wandern. Der chinesische Händler JD.com will die Elektronikfachmärkte übernehmen. JD.com ist dir vermutlich kein Begriff, denn in Europa kennt man diesen Anbieter (noch) nicht. In China handelt es sich jedoch um den zweitgrößten Online-Shop überhaupt. Letzterer will durch den Mega-Deal sein Netzwerk in Europa ausbauen und bei uns Fuß fassen. Doch ob es dazu kommen wird, darf man jetzt mit einem großen Fragezeichen versehen. Denn die EU-Kommission hat eine Untersuchung eingeleitet.

Das eigentliche Ziel der Übernahme von MediaMarkt und Saturn bzw. Ceconomy: JD.com will das Filialnetzwerk und die Logistik wohl für sich nutzen. Gleichzeitig will man das Unternehmen mit seinem Know-how aus dem Bereich E-Commerce voranbringen. Genau da liegt nämlich die Achillesferse der Elektronikfachmärkte. Diese stiegen erst spät in den Online-Handel ein. Ihre Präsenzen könnten benutzer:innenfreundlicher und technisch modernisiert werden. Nun ja, wenn die Übernahme denn noch durchgewunken wird.

Woran könnte es scheitern? Die Europäische Kommission hat den Deal einer Vorprüfung unterzogen. Dabei hat man Hinweise darauf entdeckt, dass JD.com möglicherweise von Drittstaaten Subventionen erhalten hat, welche den EU-Binnenmarkt verzerren könnten. Übersetzt heißt das: Man mutmaßt, dass JD.com nur so erfolgreich und zur Übernahme in der Lage ist, weil der chinesische Staat Geld in den Konzern pumpt bzw. ihn begünstigt. Eine Übernahme von MediaMarkt und Saturn dürfte kippen, sollten sich diese Vermutungen erhärten.

MediaMarkt und Saturn: Das Zittern beginnt

So steht der Verdacht im Raum, dass JD.com für Ceconomy dank Unterstützung von der chinesischen Regierung ein überhöhtes Gebot abgegeben haben könnte. Auf diese Weise wären dann andere interessierte Käufer ausgebootet worden. Ob dies aber zutrifft oder nicht, will die EU-Kommission jetzt im Detail prüfen. Dafür hat sie 90 Tage Zeit. So lange muss die Chefetage bei MediaMarkt und Saturn also erst einmal zittern.

Rechtlich agiert die EU-Kommission auf der Grundlage einer Verordnung von 2023. So darf man gegen potenzielle Wettbewerbsverzerrungen vorgehen, die sich durch Subventionen ergeben könnten. Möglich sind nun mehrere Szenarien. Etwa könnten die Wettbewerbshüter:innen je nach Ergebnis der Untersuchungen die Übernahme untersagen, sie nur unter Auflagen genehmigen oder am Ende doch reibungslos durchwinken.

Bei JD.com gibt man sich spannenderweise gelassen. Der Online-Händler spricht von einem „üblichen Verfahrensschritt für eine Transaktion dieser Größe“. Man ist sich zudem keiner Schuld bewusst und geht davon aus, Ceconomy bzw. MediaMarkt und Saturn reibungslos übernehmen zu können (via Heise).

Bislang sah es in der Tat eigentlich gut für den Deal aus: Die Länder Frankreich und Italien gaben bereits grünes Licht. Allerdings müssen Deutschland, Österreich und Spanien noch Farbe bekennen. Ernst nehmen wird man die Prüfung der EU-Kommission jedoch hinter den Kulissen mit Sicherheit. Sie könnte die Übernahme schließlich zu Fall bringen.

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