Insolvenz: TV-Hersteller Loewe stellt Betrieb ein

Der Fernsehhersteller Loewe stellt nach 96 Jahren Bestehen den Betrieb ein. Nach überstandener Insolvenz im Jahr 2013 wird die Produktion zum 1. Juli nun endgültig beendet.

Der deutsche Fernsehhersteller Loewe steht vor dem Aus. Der Betrieb soll bereits zum Wochenende aufgrund eines erneuten Insolvenzverfahrens eingestellt werden. Offenbar ist es nicht gelungen, ein weiteres Darlehen für das Aufrechterhalten des Betriebs zu erhalten. Den über 400 beschäftigten Mitarbeitern droht bis auf weiteres die Kündigung, sollte sich kein Investor finden, der frisches Geld in die Firma einbringt und die Insolvenz ableitet.

„Wir sind aus insolvenzrechtlichen Gründen zum Schutz unserer Gläubiger verpflichtet, den Geschäftsbetrieb voraussichtlich zum 01. Juli 2019 vorläufig bei geringster Kostenlast ruhend zu stellen“, äußerte sich Geschäftsführer Ralf Voigt in einer Stellungnahme. Ungefähr 200 Mitarbeiter demonstrierten vor den Toren von Loewe für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.

Loewe: Bereits zweite Insolvenz in sechs Jahren

Schon anfang Mai hatte das deutsche Unternehmen ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Nachdem sich kein Investor finden ließ, wechselte das Unternehmen dann in ein Regel-Insolvenzverfahren. Dabei kamen Vorwürfe auf, dass der als Sachverwalter eingesetzte Rechtsanwalt Rüdiger Weiß Investoren blockiert haben soll, so Jürgen Apfel von der IG Metall. So habe es zehn vorliegende Anfragen gegeben. Bisher gab es zu den Vorwürfen keine Stellungnahme von Weiß.

8 Bilder: 8K-Fernseher im Jahr 2019

Bei dem 1923 unter dem Namen Radiofrequenz GmbH gegründeten Unternehmen hatte es bereits 2013 ein Insolvenzverfahren gegeben. Durch eine Übernahme durch den Münchner Investor Stargate Capital war das Unternehmen damals noch über Wasser zu halten gewesen. Heute scheint das nicht mehr realisierbar, man versuche aber dennoch weiter einen Investor zu finden, so Voigt.

Zukunft der Loewe-Mitarbeiter ungewiss

Bisher ist offenbar unklar, ob die über 400 Mitarbeiter zum 1. Juli noch ein Gehalt erwarten können. Die Zahlung von Löhnen soll im Rahmen des Insolvenzgeldes nämlich nur bis Montag gesichert sein. Die Belegschaft soll bis zum Wochenende auf eine „Kernmannschaft“ abgebaut werden, die zehn bis 15 Mitarbeiter umfassen und den Investorenprozess vorantreiben soll.

Die IG Metall fordert ganz deutlich, die Beschäftigten in eine Transfergesellschaft zu überführen. Dabei soll es zu einer Auszahlung von Kurzarbeitergeld kommen. Im Falle einer erneuten Betriebsaufnahme bei Loewe fordert die Gewerkschaft die Mitarbeiter wie gewohnt weiterzubeschäftigen.

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