Erfahrungsbericht zur HW-MS750 und dem SWA-W700 von Jurgen2002

Einleitung
Ich möchte mich zunächst bei Samsung und HIFI.DE bedanken, die mir die Soundbar zum Testen geliehen haben. Vielleicht erst einmal ein paar Worte zur Testumgebung. Die Soundbar wurde zunächst im Wohnzimmer getestet, wo sonst zwei Regallautsprecher werkeln. Anschließend wurde die Soundbar mal in meinem Heimkinozimmer angeschlossen, in dem normalerweise eine 4.1-Anlage, bestehend aus vier Studiomonitoren (JBL LSR 6325p1) und vier Subwoofern, steht.

 

Lieferumfang

• Soundbar HW-MS750
• Fernbedienung inklusive Batterien
• Wandhalterung inklusive Schrauben
• 1 m Stromkabel
• 1 m optisches Kabel
• Bedienungsanleitung in Deutsch und anderen Sprachen
• Garantiekarte

Der Inhalt ist sicher mit Styropor verpackt. Ansonsten besteht auch hier das übliche Problem, dass das Stromkabel sehr kurz ist.

 

Technische Details

Anschlüsse:

• 2 HDMI-Eingänge und 1 HDMI-Ausgang (mit ARC)
• 1 optischer Audioeingang
• 3,5-mm AUX-Eingang
• "One Cable" (1 x Stromeingang / 1 x Stromausgang für den Fernseher)
• WLAN
• Bluetooth

Je nachdem, wie man seine Geräte anschließen möchte, ist die Anschlussvielfalt ein wenig mau. Möchte man wie bei einem AV-Receiver alle seine Geräte an die Soundbar anschließen und dann über den HDMI-Ausgang das Bild zum Fernseher übertragen, sind die zwei HDMI-Eingänge für die meisten Haushalte zu wenig. Umgehen kann man das Problem, indem man alle Quellgeräte direkt mit dem Fernseher verbindet und über dessen Audioausgang den Ton zur Soundbar überträgt.

 

Abmessungen

• 1.150 x 80 x 130 mm
• 6,8 kg Gewicht

Schon bei der Paketübergabe war ich über die Größe des Kartons überrascht. Besonders die Länge der Soundbar sollte bei der Aufstellung nicht unterschätzt werden.

 

Wiedergabe

• MP3, WMA, AAC, OGG, FLAC, WAV, ALAC und AIFF
• Dolby Digital sowie DTS
• 3D-Video, 4K und HDR können über HDMI durchgeschleift werden (HDCP 2.2 wird unterstützt)

Die Soundbar kann alle alltäglichen Formate ohne Probleme wiedergeben. Allerdings sollte beachtet werden, dass die HD-Tonformate nicht verarbeitet werden können und deshalb der Ton stumm bleibt. Das Quellgerät muss die Dekodierung in PCM übernehmen, damit man auch bei HD-Tonformaten Ton hat.

 

Verarbeitung
Nicht nur die Größe hat mich beim Karton überrascht, sondern auch das Gewicht. Ja, sie besteht zum größten Teil aus Plastik, trotzdem macht sie nicht nur optisch einen guten Eindruck, sondern ist auch allgemein gut verarbeitet. Alle Kanten sind abgerundet, das Lautsprechergitter ist stabil und die restliche sichtbare Oberfläche ist im gebürsteten Alu-Look.

Bedienung
Nachdem man die Soundbar angeschlossen hat, muss man sie nur anschalten, um die ersten Töne zu hören. Die Bedienung ist einfach gehalten und selbsterklärend. Zur Not gibt es eine gedruckte Bedienungsanleitung auf Deutsch, wo alles Schritt für Schritt erklärt wird. An der Soundbar selbst sind Tasten für das Ein- und Ausschalten, das Wechseln der Quelle und zur Lautstärkeregelung, aber natürlich nutzt man in der Regel die mitgelieferte Fernbedienung. Die Fernbedienung selber folgt dem aktuellen Trend und hat nur wenige Tasten und ist entsprechend klein. Sie liegt gut in der Hand, hat aber in Verbindung mit dem kleinen Display einige Nachteile. Zum Wechseln der Quelle gibt es nur eine Taste, die man mehrmals drücken muss, damit die Quelle gewechselt wird. Das dauert erstens länger als wenn es für jede Quelle (es gibt ja nicht viele) eine eigene Taste geben würde und zweitens kommt es öfter vor, dass man einmal zu viel drückt und alle Quellen von vorne durchgehen muss. Ansonsten lässt sich die Soundbar kinderleicht bedienen, egal ob man sein Handy mit Bluetooth oder WLAN verbinden möchte, alles ist in kürzester Zeit erledigt und einsatzbereit. Besonders in Verbindung mit HDMI-CEC ist die Bedienung noch einfacher. Die Lautstärke wird einfach mit der TV-Fernbedienung geregelt und die Fernbedienung der Soundbar wird gar nicht mehr gebraucht.

Funktionen
Die Bedienung ist andererseits auch so einfach, weil sich die Funktionen und Einstellungen an einer Hand abzählen lassen.

• Bass und Höhen von –6 bis +6 einstellbar
• 6 Soundmodi (dazu später mehr)
• "Smart Mode" (es wird automatisch der für die aktuelle Quelle beste Soundmodus eingestellt)
• Lautstärke der nach oben abstrahlenden Lautsprecher von -6 bis +6 einstellbar
• Lippensynchronisation

Das kommt einem im ersten Moment wenig vor, ist aber für den vorgesehenen Einsatzzweck (normales Wohnzimmer) ausreichend.

 

Aufstellung
Die Aufstellung gestaltete sich schwerer als anfangs gedacht. Optimal für die Akustik und am einfachsten ist die Befestigung an der Wand, aber ich wollte jetzt nicht für den Test meine Wand anbohren. Also die Soundbar ab auf das Lowboard und dort an die Hinterkante. Das ist akustisch gesehen ein No-Go, aber alles andere wäre wiederum optisch eine Katastrophe. Man muss beachten, dass keine Gegenstände vor oder auf der Soundbar stehen dürfen. Letztendlich hatte ich auf meinem Lowboard also nur die Soundbar stehen. Das ist natürlich Geschmacksache und entgegen des eigentlichen Daseinszwecks einer Soundbar, aber für mich ist die Aufstellung und die Form einer Soundbar ihr größter Nachteil. Optisch finde ich es viel leichter, zwei Regallautsprecher und einen (Slim)-AV-Receiver unterzubringen als diesen Kasten, der das ganze Lowboard für sich beansprucht. Am Boden des Geräts befinden sich übrigens Gummifüße, damit die Soundbar nicht rutscht.

 

Klang
Kommen wir nun zu dem wichtigsten Punkt, dem Klang. Allerdings möchte ich mich hier eher kurzhalten, weil ich kein Freund von blumigen Klangbeschreibungen bin und diese eh niemandem wirklich weiterhelfen. Nur so viel: Was aus dieser Soundbar herauskommt, ist beeindruckend. Beim Testen im Wohnzimmer ist mir das erst gar nicht so aufgefallen, aber gerade im Heimkinozimmer, wo ich per Knopfdruck den Ton zwischen der Soundbar und meinen Studiomonitoren umschalten konnte, war ich überrascht. Obwohl der linke und rechte Lautsprecher maximal einen Meter auseinanderliegen, leidet der Stereo-Eindruck kaum. Für diejenigen, die es interessiert, habe ich einmal alle verschiedenen Soundmodi durchgemessen, um zu sehen, wie diese sich auf den Klang auswirken. Gemessen wurde immer ein Kanal mit REW und einem UMIK-1-Messmikrofon. Als Referenz dient immer der Standardmodus (rot). Die Messungen sind natürlich mit Vorsicht zu genießen, weil diese in meinem Raum und nicht in einem Messlabor entstanden sind.

Der Standardmodus ohne Bass- oder Höhenanhebung ist erschreckend linear. Die Bassanhebung ist nützlich, wenn Filme zu wenig Wumms haben, aber auch ohne ist der Bass gerade für diese Größe beachtlich.

"Clear Voice" senkt den Grundton und die Höhen ab. Die Stimmen klingen eher leblos als klar.

"Musik" macht genau das Gegenteil und erhöht diese Bereiche. Dieser Modus klingt zu höhenbetont und wird schnell nervig.

"Movie" erhöht den Präsenzbereich, wodurch der Ton lauter und "spektakulärer" klingt.

Bei "Sport" sehe ich kein klares Muster, aber es ist dem Standardmodus sehr ähnlich.

Im Surroundmodus sind die nach oben gerichteten Lautsprecher lauter, wodurch per Reflexionen an der Decke ein virtueller Surround-Sound entstehen soll. Ein wenig hat man schon das Gefühl, dass von hinten leise Geräusche kommen, aber im Endeffekt hängt das auch stark vom Raum und der Sitzposition ab.

Die Soundmodi sind eine nette Spielerei, aber nicht wirklich zu gebrauchen. Mit dem Standardmodus und einer Anpassung der Höhen und des Basses fährt man meiner Meinung nach besser.

 

Sonstiges
Zweimal hatte ich das Problem, dass der Ton einfach weg war und erst durch Aus- und Anschalten der Soundbar wieder da war.

 

Fazit
Die Soundbar ist ideal für diejenigen, denen die Optik eines normalen Setups mit AV-Receiver und Lautsprecher nicht gefällt. Sie müssen hier in Sachen Klang, entgegen meiner Erwartungen, nur wenige Abstriche im Stereo-Klang machen. Der virtuelle Surround-Sound lässt zumindest bei mir zu wünschen übrig und sollte gegebenenfalls durch die zusätzlichen Wireless-Lautsprecher ergänzt werden. Auch, ob ein zusätzlicher Subwoofer nötig ist, hängt von der Umgebung ab. Man sollte vor dem Erwerb eines Subwoofers erst prüfen, ob einem die Soundbar alleine nicht vielleicht schon ausreicht.

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