Erfahrungsbericht zur HW-MS750 und dem SWA-W700 von beckham

EINLEITUNG

Wow, ich bin Community-Tester! Aber wie und warum kam es eigentlich dazu? Ich bin mittlerweile seit zwölfeinhalb Jahren Mitglied der HiFi-Forum-Community und auch dauerhaft dabeigeblieben, da es hier jederzeit interessante Themen, produktive Diskussionen und fachmännische Hilfe bei Problemen oder Kaufentscheidungen gibt. Hierfür an dieser Stelle ein großes Lob und Dankeschön an die Betreiber, Admins und die Mitglieder. Mit dem Thema HiFi und Heimkino setze ich mich seit knapp zwanzig Jahren auseinander. Begonnen mit einem Stereo-Verstärker und Standboxen über meine erste Surround-Anlage (Marantz-AVR, Pioneer-DVD-Player inklusive Region-free-Schaltung und Infinity-Boxenset) und einen Sony-Rückprojektor mit fünfzig Zoll (man, war das ein Teil) bis hin zu einem Flatscreen (Sony-LCD) samt Soundbar. Bei der Auswahl der Komponenten hat mich das Forum immer super unterstützt. Auch bei meiner letzten Anschaffung habe ich intensiv auf das Forum zurückgegriffen. Es wurde Zeit für eine neue Soundbar, da ich das Kinofeeling von früher schon sehr vermisst habe. Eine Surround-Anlage kann und will ich im Wohnzimmer nicht mehr installieren (Miethaus, Kinder, Frau). Die Auswahl ist inzwischen sehr groß. Aus diesem Grund wurde die Suche auch sehr schwierig und ich hatte einige Kandidaten zuhause zum Probehören (Sony HT-RT5, Focal  Dimension, Heos Bar, Panasonic SC-ALL70, Samsung HW-K950). Letztendlich fiel die Wahl auf die Samsung HW-K950. Die Soundbar samt Subwoofer und Rear-Speaker hat mich komplett überzeugt. Super Sound beim normalen TV-Programm und phänomenaler Top-Sound bei Filmen. Und Dolby ATMOS ist echt Wahnsinn. Als ich dann im Forum den Aufruf zum Test der neuen Samsung HW-MS750 gelesen habe, dachte ich mir, ich könnte mich doch mal bewerben und meine Erfahrungen mit anderen teilen. Es interessierte mich, wie sich die neue Soundbar (und vor allem der separate Subwoofer SWA-W700) schlägt. Also kurz vor knapp noch beworben, kurz darauf bereits die Bestätigung bekommen und nur ein paar Tage später klingelte es und die Geräte wurden schon geliefert und es konnte losgehen.

 

TECHNISCHE DATEN

Anbei die Features und technischen Daten der All-in-one-Soundbar mit integriertem Subwoofer.

Ausstattung

  • Bluetooth® Power On:
    Diese Soundbar lässt sich dank TV Sound Connect kabellos mit dem TV-Gerät verbinden und schaltet sich mittels Bluetooth Power On automatisch ein, wenn sich ein Bluetooth-Gerät mit ihr verbindet.
  • Auto Power Link:
    Auto Power Link ist standardmäßig aktiviert. Wenn Auto Power Link aktiviert ist, schaltet sich die Soundbar automatisch an, wenn der TV eingeschaltet wird. Die Soundbar schaltet sich jedoch nicht aus, wenn der TV ausgeschaltet wird.
  • Distortion Cancelling:
    Die Samsung Distortion-Cancelling-Technologie erkennt und neutralisiert Verzerrungen noch bevor sie entstehen. So erhalten Sie tiefe und satte Bässe, ohne dass ein Subwoofer erforderlich ist.

Lautsprecher

  • 5-Kanal
  • 11 integrierte Lautsprecher
    (Center Speaker, 2 nach oben strahlende Lautsprecher, Breitbandhochtöner, integrierter Subwoofer)
  • Frequenzbereich 35Hz - 19kHz

Unterstütze Wiedergabeformate

  • MP3, WMA, AAC, OGG, FLAC, WAV, ALAC, AIFF
  • Passthrough: 3D, 4K, HDR
  • Decoder: Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
  • DSP-Effekte: Standard, Music, Clear Voice, Sports, Movie + Smart-Mode

Konnektivität

  • WLAN
  • Bluetooth
  • optischer Digital-Audioeingang
  • AUX
  • One Cable (Strom für TV)
  • 2 HDMI-Eingänge / 1 HDMI-Ausgang (HDCP 2.2, HDMI-CEC, ARC)

 

UNBOXING

Die Soundbar und der Subwoofer kommen in attraktiven Kartons und sind auch sehr gut gepolstert, sodass nichts kaputtgehen kann. Alle Teile sind nochmals separat verpackt und es ist bis auf ein HDMI-Kabel alles dabei, was man so benötigt (oder auch nicht, wenn ich an das optische Digitalkabel denke). Die Soundbar ist schon ein Riesenteil. Mit ihrer Länge von 115 Zentimetern und einer Tiefe von dreizehn Zentimetern eignet sie sich vor allem für Fernseher ab fünfzig Zoll. Bei kleineren Geräten rückt der TV ja fast schon in den Hintergrund. Will man sie nicht an die Wand hängen, sollte man auch schauen, dass man genug Standfläche vor dem TV zur Verfügung hat. Positiv begeistert bin ich vom Look and Feel der Soundbar. Samsung setzt auf ein „Metallgitter“ als Lautsprecherabdeckung und verzichtet auf die so oft genutzte Stoffmembran. Zum einen sieht das sehr edel aus und zum zweiten lässt es sich auch sehr gut staubfrei halten. Zusätzlich sind die Chassis auch vor ungewolltem Kontakt beim Transport (oder vor spielenden Kindern) geschützt. Der Subwoofer gefällt mir ebenfalls sehr gut. Schickes Würfelgehäuse mit einer runden, titanfarbenen Metallplatte in der Front. Das Zehn-Zoll-Chassis sitzt in der Rückwand des Subwoofers und strahlt somit nach hinten ab. Anbei ein paar Bilder vom Unboxing der Komponenten:

ANSCHLUSS UND EINSTELLUNGEN

Der Anschluss der Soundbar ist total einfach und selbsterklärend. Besitzt der TV einen ARC-fähigen HDMI-Eingang, so verbindet man diesen mittels eines HDMI-Kabels mit dem HDMI-Ausgang der Soundbar. Besitzt der TV keinen ARC-fähigen HDMI-Eingang, so benötigt man zusätzlich noch das optische Digitalkabel, damit Tonsignale vom TV (zum Beispiel integrierter Tuner) an die Soundbar weitergeleitet werden können. Nutzt man jedoch einen externen Tuner (SAT, Kabel), kann man sich das optische Digitalkabel sparen. Es genügt, den externen Tuner per HDMI an einem der beiden HDMI-Eingänge der Soundbar anzuschließen. Der Anschluss des Subwoofers gestaltet sich ebenfalls sehr einfach. Wichtig ist nur zu wissen, dass zur Verbindung des Subwoofers mit der Soundbar ein Dongle notwendig ist. Dieser liegt dem Lieferumfang des Subwoofers bei und muss an die Soundbar angeschlossen werden. Wenn dann Soundbar und Subwoofer mittels Netzstecker angeschlossen und angeschaltet sind, verbindet sich der Subwoofer automatisch mit der Soundbar. Zur Kontrolle gibt es eine kleine blaue LED auf der Rückseite des Subwoofers. Leuchtet diese dauerhaft blau, ist der Subwoofer mit der Soundbar verbunden. Zusätzlich ist es auch noch ratsam, die Soundbar mit dem Internet zu verbinden, damit mögliche Software-Aktualisierungen auch durchgeführt werden. Wichtig ist hierbei noch anzumerken, dass die Wi-Fi-Verbindung zur Soundbar beendet wird, wenn ihr Stromkabel getrennt wird oder wenn der Strom abgeschaltet wird. Wird die Stromverbindung unterbrochen, muss die Soundbar eingeschaltet und erneut mit dem WLAN verbunden werden. Über die verfügbare Multiroom-App können mittels Smartphone Einstellungen getätigt beziehungsweise Streamingdienste (Spotify, Deezer, TuneIn) genutzt werden.

 

KLANGEINDRÜCKE

TV
Im täglichen TV-Betrieb schlägt sich die Soundbar super. Dialoge sind sehr gut zu verstehen und sind in der Mitte der Soundbar zu orten, wohingegen Musik eindeutig eine breitere Klangkulisse „zaubert“. Im TV-Betrieb fand ich den Standard-Modus am besten. Alles andere manipuliert in meinen Augen den Klang zu sehr und lenkt vom Wesentlichen ab. Im TV-Betrieb reicht in meinen Augen der integrierte Subwoofer vollkommen. Hier kann man ja selbst sogar noch von -6 bis +6 ab- oder zugeben.

Blu-Ray
Das Ansehen beziehungsweise Anhören einer Blu-Ray macht ebenfalls richtig Spaß. Hier habe ich eigentlich immer den Smart-Mode (Soundbar wählt richtiges Setting selbst) genutzt und das hat immer gut geklungen. Sogar Stereoton wie zum Beispiel bei Top Gun weiß zu gefallen. Die Effekte sind sehr gut wahrnehmbar und auch die Stimmen werden gut wiedergegeben. Legt man dann eine Blu-Ray mit Dolby-Digital- oder DTS-Spur ein, kann die Soundbar groß auftrumpfen. Beim Start von Star Wars Episode I sind die einzelnen Raumschiffe sehr gut zu orten und der Ton folgt dem Bild, was den Eindruck natürlich noch realistischer macht. Die nach oben strahlenden Lautsprecher schaffen es, eine breite Klangbühne zu schaffen, in der man dann mitten im Geschehen ist. Hier wird auch „nur“ mit dem integrierten Subwoofer schon viel geboten. Schließt man hier noch den SWA-W700 an, so wird alles noch etwas kräftiger, voluminöser und präziser. Verglichen mit meiner HW-K950 fehlen dann aber doch die Rear Speakers, um richtigen Surround-Sound zu bekommen. Das ist halt für mich ein wichtiger Faktor (gewesen) und hat sich jetzt beim Test auch wieder gezeigt. Samsung bietet hierfür ein optionales Kit an, das ich jedoch leider nicht testen konnte.

Musik
Um dem Namen All-in-one-Soundbar gerecht zu werden, bleibt für mich natürlich noch die Wiedergabe von Musik. Entweder als Hintergrundbegleitung mit Radio oder aber auch mal etwas lauter auf meiner Geburtstagsparty. Radio habe ich via Bluetooth per App von meinem iPhone zugespielt, Spotify über die Multiroom-App und HiRes-Audio via Aux über meinen Audio-Player. Bei der Musik würde mir persönlich der integrierte Subwoofer nicht ausreichen. Hier wird mit dem SWA-W700 doch einiges mehr geboten, was vor allem bei basslastiger Musik (Trance, Hard Rock) zu spüren ist. Ansonsten klingt die Soundbar echt super. Auch leise Pianopassagen oder coole Gitarrensolos werden eins a wiedergegeben.

 

FAZIT

Alles in allem finde ich die Soundbar sehr empfehlenswert. Klangtechnisch wird einiges geboten. Da müssen sich viele Konkurrenten hintenanstellen. Die Materialqualität und die Verarbeitung sind eins a. Ist schon ein ganz schöner Brocken, der aber sehr gut klingt. Und das über die komplette Range von Bass, Mitten bis hin zu den Höhen. Die DSP-Programme sind ein nettes Gimick, das ich jedoch nicht unbedingt benötige. Der Smart-Mode hingegen ist super und lässt den Sound immer gut zur Geltung kommen. Gut finde ich auch den Passthrough von 4K-Material, was ich mangels UHD-TV aber leider nicht testen konnte. Auch die zwei HDMI-Eingänge sind gut. Hier bieten Konkurrenten oft nur einen HDMI-Eingang. Ich persönlich würde es begrüßen, wenn man drei HDMI-Eingänge vorfinden würde. Mit Sat-Receiver, Blu-Ray-Player und Xbox ist man dann schon gezwungen, umzustöpseln oder einen Switch einzusetzen.
Der integrierte Subwoofer ist eine tolle Sache. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob es für mich wirklich ein Pluspunkt ist, da in einigen Fällen dann doch die Kombi mit dem SWA-W700 viel besser gepasst hat. Nichtsdestotrotz gibt es nicht allzu viele Soundbars, die das Feature mitbringen und deshalb landet der integrierte Subwoofer dann doch in meiner Pro-Liste. Was mir nicht so sehr gefällt, ist das mickrige, nicht gut lesbare Display auf der rechten Seite der Soundbar. Hier habe ich den Vergleich zur HW-K950. Dort befindet sich das Display schon mal in der Mitte der Bar und es ist auch wesentlich besser, dass es nicht durch die Gitterabdeckung verdeckt wird. Was ich ebenfalls nicht verstehe, ist, warum man seitens Samsung nicht noch ein HDMI-Kabel in den Lieferumfang packt. Ohne HDMI-Kabel macht die Soundbar wenig Sinn und dann würde ich lieber auf das optische Digitalkabel verzichten. Ein oft sehr kaufentscheidender Grund ist natürlich auch der Preis. Hier liegt die Soundbar aktuell bei circa 600 Euro, was für mich schon obere Grenze wäre. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass dann wohl noch der externe Subwoofer (500 Euro) und das Wireless-Rear-Kit (150 Euro) hinzukommen würden. Macht dann in Summe einen Kaufpreis von 1.250 Euro für ein 5.1-(ähnliches)-System. Und das ist sie mir nicht wert. Ich habe die HW-K950 für 1.000 Euro gekauft und damit eine 5.1.4 Dolby Atmos All-in-one-Soundbar erhalten. Ich würde die HW-K950 auf jeden Fall vorziehen. Zum Schluss möchte ich mich noch ganz herzlich bei Samsung und vor allem bei HIFI.DE für die Möglichkeit des Tests bedanken. Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass euch mein Review gefällt und die ein oder andere wichtige Info liefert.

PRO
+ Look and Feel
+ Integrierter Subwoofer
+ Smart-Mode

CONTRA
Display
Fehlendes HDMI-Kabel
Preis

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