Erfahrungsbericht zur HW-K950 von Th.H.

Samsung Soundbar HW-K950 Testbericht

1. Vorwort
Zunächst möchte ich mich bei dem Samsung- , dem hifi-forum.de-Team und alle weiteren Beteiligten für die Organisation und Durchführung dieser Aktion bedanken, in dessen Rahmen Mitglieder dieses Forums nach Berlin zu einer Vorstellung der Soundbar HW-K950 eingeladen wurden und im Anschluss daran, die Soundbar in den eigenen Vier-Wänden getestet werden durfte. Während des Events mit anschließendem Dinner in Berlin begleiteten uns Experten aus der Industrie und Filmbranche, die uns ihre Arbeit vorstellten und unseren Fragen den ganzen Abend Rede und Antwort standen.

2. Verpackung, Aufbau, Austattung
Ende Februar konnte ich das mit 126,5 x 26 x 58 cm (LxBxH) nicht gerade kleine, aber dafür leichte Paket endlich entgegennehmen und in mein Wohnzimmer hieven, wobei die Größe des Pakets mich schon gewundert hatte, da die Soundbar mir doch recht klein und schmal vorkam, woraufhin ich erstmal Sorge hatte, dass ich beim Fernseher gar keinen Platz zur Aufstellung habe. Doch in dieser Hinsicht wurde ich beim Öffnen des Pakets positiv überrascht, denn diese ist in ihren Abmessungen so kompakt und platzsparend, dass sie eigentlich in jedem Wohnzimmer untergebracht werden kann. Der Rest des Pakets wird vom Subwoofer, den hinteren Lautsprechern und Kleinigkeiten in Form von der Bedienungsanleitung und Kabeln (inkl. eines HDMI-Kabels) dominiert. Überraschenderweise kam noch ein zweites kleines Paket mit einem UHD-Player, sodass man auch ohne eigenes Dolby-Atmos-fähiges Abspielgerät in den Genuss dieses Formats kommen kann. An Anschlüssen stehen dem System ein HDMI-Ausgang mit ARC (Audio Return Channel), 2 HDMI-Eingänge sowie ein optischer Anschluss und ein Aux-In-Eingang zur Verfügung, wobei die Anschlüsse durch die ARC-Funktion praktisch um die Eingänge des Fernsehers erweitert werden, allerdings werden hierbei einige Tonformate wie Dolby True HD oder – wie im kurzen Selbsttest ausprobiert – Dolby Atmos nicht weitergegeben. Nachdem noch ein paar HDMI-Kabel herausgekramt wurden, ging es ans Eingemachte und ich versuchte mich an den Aufbau des Ganzen. Zuerst stellte ich dazu das Hauptgerät, die Soundbar, an seinem vorgesehenen Platz auf, musste aber feststellen, dass die Anschlüsse sich in einer Einbuchtung im Gerät befinden, sodass diese schwer zu erreichen und noch schwerer zu erkennen waren, weshalb ich mich entschied, die Soundbar mit aufs Sofa zu nehmen und dort in aller Ruhe die Verkabelung vornahm. Das Netzteil des Hauptgeräts fand ich besonders clever designt, da sich die Steckverbindung um 90 Grad drehen und es sich so an die Steckdosengegebenheiten anpassen lässt. Ärgerlich war hingegen die Klebefolie an diesem Netzteil, die man aufgrund der Brandgefahr entfernen sollte, jedoch dabei ziemlich widerspenstig ist und sichtbare klebrige Flecken hinterlässt. Gerade bei einem Testgerät sehr unschön, auch wenn es nur dieses Netzteil betrifft. Da die recht kompakten hinteren Lautsprecher und der Subwoofer kabellos angesteuert werden, stellte sich die Verkabelung dieser Komponenten als wesentlich simpler heraus. Einfach nur am gewünschten Ort aufstellen und die Stromkabel an die Lautsprecher und die Stecker in die Steckdose anschließen, sofern denn eine Steckdose in ca. 180 cm (hintere Lautsprecher) bzw. 150 cm (Subwoofer) Entfernung befindet, da die Kabel mit dieser Länge doch ziemlich kurz ausfallen und somit die Aufstellungsfreiheit ohne Verlängerungskabel doch etwas eingeschränkt ist. Als alles seinen Platz gefunden hatte und mit einer Handvoll Kabeln verbunden war – davon hauptsächlich Stromkabel –, schaltete ich die Soundbar ein, die sich daraufhin automatisch mit den kabellosen Rücklautsprechern und dem Subwoofer verband, legte die Dolby Atmos Demo Disc, die wir zusammen mit einer Ausgabe des Video Magazins während des Events in Berlin erhalten hatten, in den mitgelieferten UHD-Player und wählte den ersten Clip aus. Et voilà! Es wurde Sound! Insgesamt benötigte ich ca. eine Stunde vom Beginn des Aufbaus bis zum ersten Ton aus der Anlage, wobei ich sowas recht gemächlich angehe und nebenbei noch Notizen angefertigt habe. Der Abstand der Hörposition zur Soundbar betrug in etwa 2 – 2,5 m.

3. Sound
Einen ersten Eindruck konnten wir uns schon bei der Vorstellung in Berlin verschaffen und dieser hat ordentlich Lust auf das Testen daheim gemacht. Es war nämlich einfach unglaublich wie laut die Soundbar aufspielen und dabei noch klar und präzise die Soundkulisse abbilden kann. Der Subwoofer konnte meines Erachtens dabei aber nicht ganz wie seine Gegenstücke im Set glänzen, da ich während der Vorstellung den Eindruck hatte, dass dieser aufgrund der Lautstärke etwas übersteuert und unpräzise spielt. Auf die Frage, ob ich leiser machen sollte, schien es, dass dies meinen Mithörern nicht aufgefallen ist, denn die schienen mit der Lautstärke äußerst zufrieden zu sein. Das hatte mich etwas verwundern, nicht wegen des in meinen Ohren leicht überforderten Subwoofers, sondern da ich normalerweise derjenige bin, der es immer gerne etwas lauter mag, aber diesmal war ich auf der anderen Seite. Was mich auch nicht sonderlich gestört hat, denn die Soundbar hat trotzdem einen beeindruckenden Sound abgeliefert. Im privaten Wohnzimmer konnte ich es daher auch nicht abwarten, mir einen ersten Eindruck zu verschaffen. Dieser war zwar positiv, konnte aber dennoch nicht ganz den Erfahrungen aus Berlin und einer früheren Dolby-Atmos-Vorstellung mithalten. Nach kurzer Denkpause entdeckte ich auch den Übeltäter. Der UHD-Player war im Auslieferungszustand nicht darauf eingestellt, den Ton als Bitstream auszugeben. Schnell die Korrektur vorgenommen und den Clip wieder abgespielt. Und siehe da! Der Sound war schon ein ganz anderer, zudem erschien, sobald ein Dolby Atmos Tonsignal erkannt wurde, kurz ein Hinweistext („Dolby Atmos“) auf dem kleinen Display der Soundbar auf, den man jedoch leicht übersehen kann, wenn man nicht hinschaut. Aber so ganz zufrieden war ich aufgrund der leicht suboptimalen Aufstellung der hinteren Lautsprecher noch nicht. Nach einem kleinen Tipp von einer Samsung-Mitarbeiterin zu den Einstellungsmöglichkeiten lud ich mir eine Testdatei von dolby.com runter, um die Lautstärkelevel der einzelnen Lautsprecher anzugleichen. Während die Testdatei die einzelnen Kanäle (5.1.4) ansteuerte, fiel mir auf, dass der Ton der Frontlautsprecher sich komplett aus dem physischen Rahmen der Soundbar loslöst, und ich zunächst unterbewusst dachte, meine großen Lautsprecher direkt neben der Soundbar würden spielen. Die oberen Frontlautsprecher schienen dagegen etwas enger zu sein. Das Einstellen war zwar etwas umständlich, aber absolut lohnenswert. Jetzt spielte die Soundbar ihr volles Potential aus und das Testen konnte beginnen. Leider konnte ich das Set aufgrund der verspäteten Ankunft nicht in der eigentlich geplanten Umgebung testen (einem freistehenden Haus mit kleinem Heimkino, in dem man ruhig aufdrehen durfte) sondern in meiner Wohnung, daher hatte ich die Soundbar eher bei moderaten Lautstärken getestet, wodurch ich meine Erfahrungen mit dem Subwoofer nicht reproduzieren konnte, denn das hätte schnell meine gesamte Nachbarschaft auf den Teppich geholt. Und trotz der moderaten Lautstärke kann das System vollends begeistern. Alles wirkt umfassender, sphärischer und dennoch haarklein detailliert. Die breit gefächerte Soundkulisse, die sich nicht nur auf einer Ebene entfaltet, sonder auch Höhen-Informationen umfasst, reißt einen tiefer ins Filmgeschehen mit ein bis man nicht mehr wirklich unterscheiden kann, ob ein Hintergrundgeräusch vom Film oder von seiner Umgebung kommt. Etwas verwirrend, aber dennoch absolut verblüffend. Während des Testens kam mir mehrfach der Gedanke, wie unglaublich nah und präzise einzelne Tonelemente dargestellt werden können, was auch manchmal Gänsehaut hervorrufen kann. Und diese Tonelemente werden nicht nur einfach in den Raum gestellt, sondern ihre Bewegungen lassen sich akustisch genau verfolgen. Dynamisch weiß die Soundbar ebenfalls zu überzeugen und ziert sich nicht, nach einer ruhigen, geradezu lautlosen Szene, mit Explosionen, Donner und sonstigem Getose loszulegen und den Zuschauer regelrecht zu erschrecken. Dabei kann der Bass auch ordentlich mitmachen und fügt sich nahtlos in die Soundkulisse mit ein (Wohlgemerkt bei moderater Lautstärke). Bei den ganzen Soundeffekten bleiben Stimmen und Gespräche zu jederzeit klar und verständlich, was mich bisher besonders beeindruckt, da dies mir bisher immer zu einem gewissen Grad gefehlt hat, selbst im Kino mit gutem Soundsystem. Nachdem die Soundanlage bei Dolby-Atmos-Filmen auf ganzer Linie zu überzeugen weiß, wollte ich auch andere Einsatzzwecke testen, dabei blieb es aus zeitlichen Gründen eher bei Kurztests. Zunächst habe ich ein Spiel auf meiner PS3 angespielt, um zu sehen, wie die Surround-Perfomance ohne Dolby Atmos ist und auch hier kann die Soundbar vollends beeindrucken. Zwar fehlt es im Vergleich zu Dolby Atmos an Präzision und an der Soundkulisse, die sich auch nach oben entfaltet, dennoch stellt die Soundbar die Surroundinformationen korrekt dar und verhilft dem Spieler ins Spiel einzutauchen und die Richtung einer Soundquelle exakt zu bestimmen. Zuletzt habe ich per Bluetooth einige Musikstücke abgespielt und die verschiedenen Klangmodi ausprobiert. Zur Auswahl stehen die Modi Standard, Music, Clear Voice, Sports, Movie und Night, wobei bei Auswahl einer dieser Modi der Surround-Modus abgeschaltet wird, wodurch die Breite der Soundkulisse auf die Größe der Soundbar zurückfällt und doch sehr klein und eng wirkt, was mir so gar nicht gefallen hat, sodass ich im Surround-Modus blieb. In dieser Hinsicht ersetzt sie meiner Meinung nach aber kein ausgewachsenes Stereosystem, wobei die Musik gerade durch die weit aufgefächerte Bühne im Surround-Modus durchaus zu gefallen weiß und sogar etwas Interessantes (in Form von einem besseren Surround-feeling) dazugewinnt. Erwähnen möchte ich noch, dass auch ältere Geräte wie meine Playstation 3 in der Lage sind, Medien mit Dolby Atmos auszulesen und korrekt weiterzugeben, sofern diese die Option besitzen, den Ton als Bitstream auszugeben und dass es zwar nicht möglich war, die Lautstärke des Systems in Verbindung mit einem Philips Fernseher und dem Samsung UHD-Player über CEC-Steuerung zu steuern, was bedeutet, dass die Fernbedienung nicht in der Schublade verschwinden kann, aber sobald eine Quelle der Soundbar angeschaltet wurde, das System selbst und der Fernseher ebenfalls angeschaltet wurden. So verhielt es sich aber nicht beim Ausschalten. Interessant fande ich auch, dass der Philips Fernseher die Soundbar als solche erkennt und man über ihn die einzelnen HDMI-Quellen der Soundbar auswählen kann.

4. Fazit
Die Soundbar sorgt in Verbindung mit Dolby Atmos für ein immersiveres Sounderlebnis gepaart mit einem einfachen Aufbau durch das zugleich edle und kompakte Design und den Wegfall von großen Lautsprechern sowie von langen Lautsprecherkabeln, die jedoch dicker und auffälliger sind. Dennoch gilt es wie bei jeder guten Surround-/Hifi-Anlage besonderen Wert auf die Aufstellung und Einstellung der einzelnen Komponenten zu legen, um das beste Ergebnis zu erhalten. Dafür bekommt man trotz fehlender Deckenlautsprecher ein vollständiges Dolby-Atmos-Erlebnis bei einem platzsparenden sowie unauffälligen Design mit hohem Woman Acceptance Factor, wobei die Soundbar sich unter Fernseher mit mind. der gleichen Breite wie sie selbst die beste Figur macht, was bei ca. 1,20 m Breite nicht immer gegeben ist. Ich denke, da immer mehr Filme und sogar Videospiele mit Dolby Atmos auf den Markt kommen und die Technik wie im Falle dieser Soundbar mit sehr wenig Aufwand durch eine intensivere Surroundkulisse mit präzise abgebildeten Elementen wirklich beeindrucken kann, kommt mir bei meiner nächsten Anschaffung was anderes als ein Dolby-Atmos-fähiges System nicht in Haus - auch wenn dafür erst gespart werden muss. Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass hier im Forum oft erwähnt wird, dass man den Berichten nicht blind (oder taub?) Glauben schenken darf, sondern man sich selbst eine Meinung bilden muss. Dazu sollte man die Chance nutzen, an einen der oben im ersten Beitrag aufgeführten Events teilzunehmen und sich selbst von den Qualitäten dieses Produktes zu überzeugen.