Erfahrungsbericht zur HW-K950 von ole_soerensen

Dieser Erfahrungsbericht soll die rein subjektiven Eindrücke des Verfassers schildern:

Nachdem die Lieferung des Samsung HW-K950 Sets und des Samsung BluRay-Players Samsung K8500 erfolgt war, begannen das Auspacken und der Aufbau der Komponenten natürlich unverzüglich.
Als Proberaum wurde der Heimkino-Keller gewählt, mit einer Raumfläche von ca. 28qm bei Wandlängen von ca. 5 Metern auf 5,5 Metern. Die Raumakustik ist tendenziell ein bisschen auf der hellen Seite. Dort sorgt eigentlich seit 5 Jahren ein kompaktes 5.1 Satelliten-Set in der 500€ Klasse einer Berliner Eigenmanufaktur an einem Marantz 5.1 AV-Receiver für den guten Ton. Für die nächsten drei Wochen konnte aber nun die Samsung HW-K950 zeigen was in ihr steckte. Der Rezensent war gespannter als ein Flitzebogen, was da auf seine „Mitvierziger-Gehör-Kanäle“ so zukommen würde. Für ganz Ungeduldige, liegt der Originalverpackung auch ein kleiner Flyer als Quickstartanleitung zur Veranschaulichung der schematischen Verkabelung der Komponenten bei. Anstatt in Ruhe das Handbuch zu fragen, wurde der Aufbau des Systems mit einem kurzen ungeduldigen Blick auf diesen Flyer vorgenommen. Dabei haben sich die auf der Geräteunterseite der HW-K950 Basis angebrachten Beschriftungen als vollkommen ausreichend herausgestellt. In der Tat bedeutete das, ein HDMI-Kabel von der Soundleiste (Port: HDMI-OUT) an einen freien Steckplatz des TV-Gerätes, und ein Kabel (Port: HDMI-IN) an den Blu-Ray-Player anzuschließen. Dann mussten noch die Basis, der Subwoofer und die beiden Rücklautsprecher, dabei noch kurz aufgepasst den Linken und Rechten ordnungsgemäß zu platzieren, über die jeweiligen Stromkabel mit Netzspannung versorgt werden. Da Subwoofer und REAR-Lautsprecher kabellos in das System integriert werden, entstand gar kein zusätzlicher Anschlussaufwand. In ca. 12 Minuten (eine Stoppuhr wurde tatsächlich bemüht) war das Alles ausgepackt und angeschlossen. Samsung könnte vielleicht ein bisschen großzügiger sein, was die Länge der Netzkabel betrifft. Vor allem bei den Rücklautsprechern und dem Subwoofer. Diese Kabel sind leider recht kurz, so dass der Weg zur nächsten Steckdose in den meisten Haushalten wohl mit zusätzlichen Verlängerungskabeln hergestellt werden muss. Das wäre doppelt schade, da die praktischen abgewinkelten Stromstecker schön schmal gehalten sind. Samsung konterkariert somit eine eigentlich pfiffige Lösung. Optimaler wäre eine Lösung, bei der die Lautsprecher mit Akkus betrieben werden können. Danach konnte die HW-K950 Basis bereits über den „Power–Symbol“-Taster auf der rechten Geräteseite eingeschaltet werden. Da das verwendete TV-Gerät Aynet+ -Geräteverbindungen via ARC-Channel unterstützte, schalteten sich Soundsystem und der BluRay-Player automatisch auf den richtigen HDMI-Port. Die Samsung Basis meldete schon Betriebsbereitschaft und aktivierte ihre kabellosen Komponenten. Also geschwind die Player-Lade geöffnet, und eine BluRay-Scheibe eingelegt. Als alter Trekkie wurde die erste Probe-Vorführung mit „Star Trek-Beyond“ in 3D gestartet. Schon nach der Eröffnungs-Sequenz, als Captain Kirk gerade mal wieder sein Hemd zerrissen hatte, war klar: Wow, das kann was! Als die Enterprise ein paar Filmlaufzeitminuten später, von eindrucksvollen Dolby Atmos Geräusch-Effekten untermalt, im Warp-Tunnel direkt vor Augen durch den Vorführraum flog, entstand in einem Anflug kindischer Naivität der Wunsch, anstelle auf dem vorhandenen Sitzmöbel, auf dem Kommandosessel von Captain Kirk Platz zu nehmen. Akustisch waren das Schiff und der Weltraum ja bereits im Raum. Auf Anhieb stellte sich eine Begeisterung dafür ein, wie räumlich der Atmos-Sound den Hörraum ausfüllte. Was für ein akustischer „3D-Budenzauber“, den die kompakten Bauteile des Samsung 5.1.4 Sets entfalteten. Aus dem geplanten „kurz mal reinschauen“, wurde ein kompletter Durchlauf des Films. Als Kirk in einer späteren Sequenz mit dem Motorrad akustische Kreise um den Hörplatz fuhr war das schon beeindruckend. Derart von ca. 123 Minuten effektiver Geräuschkulisse beeindruckt, fiel erst hinterher auf, dass alle Einstellungen auf Werks- bzw. Standard- Einstellungen belassen wurden. 

Die in den nächsten Tagen stattgefundenen Filmvorführungen haben gezeigt, dass bei Verlassen bzw. erneutem Betreten des Raumes das Gefühl entstand, einen Sound-Bereich zu verlassen, oder in einen solchen zu treten. Das System erzeugte etwas das als „Sound-Sphäre“, die sich wirklich im ganzen Raum ausbreitet, beschrieben werden kann. Den Hörraum mit seiner Größe von 25qm hat das System stets souverän beschallt. Das Klangbild war rund und ausgeglichen. Lediglich der Subwoofer hätte knackiger agieren können. Bei angehobener Pegel-Einstellung der Bässe wurde das Klangbild im Raum zu schwammig und brummig. So eine richtig wuchtige Attacke mit viel trockenem Punch auf das Zwergfell, vermochte der Subwoofer leider nicht zu produzieren. Auch der via Fernbedienung aufrufbare Equalizer hatte da nicht wirklich Abhilfe schaffen können. Aber das ist, vor dem Hintergrund der eleganten Kompaktheit des Samsung Systems Jammern auf hohem Niveau. Der Subwoofer wurde daher während des weiteren Testzeitraumes mit reduzierter Einstellung „-2“ betrieben. So entstand im Zusammenspiel mit den restlichen Effektlautsprechern ein harmonisches und präzises Klangbild. Die Sorge, dass Filme mit andauerndem Effekt-Gewitter, also einer hohen Anzahl an Szenen mit sehr hoher Effekt-Dichte, überfordernd wirken, war völlig unbegründet. Samsung hat eine so gute Grundabstimmung seiner Bauteile gefunden, das stundenlanger Hörgenuss garantiert ist. Die Möglichkeit der Dolby Atmos-Ton-Ingenieure Signale präzise auf der Basis eines dreidimensionalen Raummodells positionieren zu können, entfaltete ihre besondere Wirkung immer dann am allerbesten, wenn den jeweiligen Geräuschen ein größerer Eigenraum zugestanden wurde. Weniger war oft mehr. So wirkten die brachialen Sturmgewalten in „Everest“, oder die knarrenden Planken gepaart mit den typischen Takelage-Geräuschen der Seefahrt bei „Im Herzen der See“ wesentlich präsenter, weil ihnen mehr Luft zum Atmen gegeben war. Bei „Sicario“ wurde die Dramatik und Spannung des Geschehens durch die von den Schallwandlern aufgebaute Sound- und Musik-Kulisse perfekt untermalt. Wie die Helikopter bei der Grenzübergangs-Szene unsichtbar über den Köpfen im Hörraum flogen, das war schon bombastisch. Ein besonders gelungenes Beispiel für die harmonische Abstimmung von Dolby Atmos-Effekten ist die BluRay „Attention – A Life in Extremes“. Diese wurde stets dann abgespielt, wenn Anpassungen an den Einstellungen der einzelnen Kanäle vorgenommen werden sollten. Die Pegel-Einstellungen der einzelnen Treiber wurden im Laufe der Testphase nur geringfügig angepasst. Dies hatte vorwiegend zweierlei Gründe. Einerseits sind die Anzeigedarstellungen für die jeweiligen Lautsprecherelemente via Kürzel auf dem OLED-Display der Soundbasis nicht sehr komfortabel anzuschauen, und andererseits wären m.E. für den Laien zu umfangreiche Parameter, wie z.B. Schalldruck zu beachten, die nach Änderung der Pegelstufen nicht überprüft werden können. Das Display sollte auch nicht unbedingt hinter einem Kreuzgitter versteckt leuchten müssen. Bei den Pegel-Anpassungen, sowie den übrigen Einstellungen wurde daher eine menügeführte On-Screen-Anzeige mehr als schmerzhaft vermisst. Lastenheft an Samsung, bitte nachbessern. Um die Pegel und vor allem Laufzeiten der Tonsignale optimal kontrollieren bzw. justieren zu können, wäre ein System zur Raum-Einmessung und die Implementierung eines Testtongenerators sehr wünschenswert. Samsung hat der Elektronik einige gängige Klangprogramme als Voreinstellungen mitgegeben. So gibt es die Preset-Modi „Standard“, „Movie“, „Musik“, „Sport“, „Clear Voice“ und „Night Mode“. Am besten hat der „Movie“-Modus gefallen. Sprache, Geräusche und Filmmusik wurden dabei sehr homogen und mit plastischer Sorround-Wiedergabe in den Vorführraum transportiert. Bei „La La Land“ kam zuerst kurzfristig der „Musik“-Modus zum Einsatz, weil ein singender und tanzender Ryan Gosling einfach nicht den Geschmack traf. Die Sound-Parameter für Musik der HW-K950 waren in Ordnung, wenn auch nicht mehr so füllig und gelassen klingend, sondern eher etwas schmalbrüstig und nervös. Aber „La La Land“ war der Grund, wegen dem das komplette Samsung Soundbar-Equipment den angestammten Heimkino-Keller verlassen und der Rezensent letztendlich doch einem singenden und tanzenden Ryan Gosling zuschauen musste. Meine Frau hatte die kurze Probe-Hörung mitbekommen, und meldete Bedarf an, den gesamten Film schauen zu wollen. Aber nicht im Sessel des dunklen tiefen Kino-Kellers, auch nicht auf dem bequemen TV-Sofa im Wohnzimmer, nein, im Schlafzimmer sollte es sein. Sozusagen als Feierabendfilmvorführung für mitten in der Woche, mit rundum Wohlfühl-Faktor. Ein Diskurs zu Fernsehgeräten und Drahtlos-Verbindungen in Schlafräumen wurde dabei nicht geführt. Die Aufgabenstellung war, die ganze benötigte Samsung-Elektronik in einem recht kleinen Raum (ca. 12qm) aufbauen zu sollen, der bereits ein Ehebett einen Kleiderschrank, zwei niedrige Nachttische und einen Flachbildfernseher mit Wandmontage enthielt. Die Problemlösung bestand aus behelfsmäßig gestapelten Styroporblöcken auf den Nachttischen, um die Rücklautsprecher in geeigneter Höhe aufstellen zu können, und einem Bügelbrett unter dem Fernseher als Behelfs-Kommode für die Basis-Sound-Leiste. Der Subwoofer fand unter dem Bügelbrett seinen Standplatz. Leider gab es keine Möglichkeit die Rücklautsprecher hinter dem Bett zu postieren. So ein Bett steht ja meistens an der Wand. Also kamen die Tonsignale der rückwärtigen Effekt-Kanäle bei dieser Testanordnung nur von der Seite und von oben. Obwohl diese Aufstellung akustisch wirklich problematisch war, und als mindestens suboptimal bezeichnet werden muss, hat das Samsung HW-K950 Dolby Atmos System auch hier überzeugt und eine „Sound-Sphäre“ erschaffen. Optisch überfüllt wirkte der zum Testraum umfunktionierte Schlafbereich dennoch nicht. Das Samsung-System findet wirklich Platz in der kleinsten Hütte und ist in kürzester Zeit ab- und wieder aufgebaut.

Auf den Modus „Clear Voice“ war der Rezensent besonders gespannt, da sich seine Ohren seit wenigen Jahren von nuschelnden TV-Sendungen wie den „Tschillers“ (ist das ggf. von chillen abgeleitet?) oder zu leisen Sprachspuren von BluRay-Datenträgern sehr häufig überfordert zeigten. Aber der Clear-Voice Modus machte einen sehr guten Job. Das Klangbild wurde zwar etwas spitzer und schärfer, aber Stimmen bekamen tatsächlich den Freiraum den sie benötigten, um eine deutlich gestiegenen Prägnanz zu erhalten. Sogar die Ausstrahlungen herkömmlicher TV-Formate wie z.B. via Entertain-IPTV der Telekom wurden zum Teil deutlich verbessert, obwohl dabei natürlich keine für Dolby Atmos generierten Ton-Signale übertragen wurden und die die rückwärtigen Effektlautsprecher stumm blieben und die Front-Bar dabei alleine den Ton generieren musste. Der sonntägliche Tatort war gerettet. Der „Nigth Modus“ reduziert den Dynamikumfang recht deutlich, ist aber sehr häufig äußerst empfehlenswert, damit die Nachbarn in Ruhe weiterleben können. Das Leben in der „Sound-Sphäre“ verführte nämlich regelmäßig zu einem gesteigerten Volume-Level. Das „kleine“ Samsung Equipment ließ ein derart krachendes Effekt-Feuerwerk abbrennen, so dass automatisch ein Verlangen nach Mehr entstand.

Das größte Manko an dem Samsung HW-K950 Soundbar-System ist, dass es nach dem Testzeitraum zurückgegeben werden muss. Der Gewöhnungsfaktor an hervorragende Soundqualität beim Heimkinovergnügen, hat beim Rezensenten nämlich bereits deutlich spürbar eingesetzt.

Es bleibt somit die Frage offen im Raum stehen, wo eine „Sound-Sphäre“ als nächstes vorbei fliegen möge. Beam me in…