Erfahrungsbericht zur HW-K950 von musikverrückter

Hallo Allerseits. Nun endlich ist es soweit und das Review zum Samsung Köln Event vom 26.01.2017 kann veröffentlicht werden.

Ein paar kurze Bemerkungen vorweg. Hotel, Unterkunft und Organisation dieses Tages waren klasse. Dazu danke an alle Verantwortlichen. Auch die eingeladenen Experten standen uns Rede und Antwort. Es war eine kurzweilige, vielleicht sogar zu kurze Diskussion. Auf jeden Fall war sie informativ und hilfreich.

Zum Thema:
Am Nachmittag kam es dann zu einer ersten Vorführung der Samsung HW-K950. Ich hatte mich für „Everest“ entschieden, ein Bergsteigerdrama, da ich mir hier erhoffte die besonderen Effekte von Dolby Atmos genießen zu können. Bei Popcorn,Chips und Bier ging es dann los. In Köln fiel mir dabei auf, dass der Subwoofer teilweise bei heftigen Pegeln schnell an seine Grenzen geriet und teilweise sogar anschlug.
Wir nahmen ihn etwas zurück, wobei der Basseindruck deutlich weniger dröhnend wurde, allerdings eine zu große Herausnahme führte genau ins Gegenteil. Die Regulierung erschien mir zu grob. Stimmenwiedergabe und die Rear- Effekte hingegen waren tadellos. Obwohl der Raum recht groß war, wurde er problemlos beschallt. Und es funktioniert man fühlt sich wirklich mitten im Eissturm. Surroundeffekte werden plastisch und täuschend echt abgebildet. Einige details werden evtl. verschluckt, tun aber dem gesamteindruck keinen Abbruch. Wichtiger und sehr gespannt hingegen war ich auf den Test zu Hause. Dieser allerdings zog sich bin in den Mai hin, da das System zunächst nicht ausgeliefert werden konnte.

Zum Aufbau:
Zum Lieferumfang gehören neben der Dolby-Atmos Soundbar noch 2 kompakte Satelitten Lautsprecher und ein kleiner Subwoofer. Die Satelitten benötigen eine separate Stromversorgung, kommunizieren aber kabellos mit der Soundbar. Der Subwoofer benötigt ebenfalls eine eigene Stromversorgung und wird ebenfalls kabellos angesprochen. Für mein Zimmer war es nicht ganz einfach die Rears zu platzieren, da ich nicht in jeder Ecke des Raums Steckdosen habe. Verlängerungskabel helfen hier. Optimal ist das allerdings nicht. Die Soundbar selbst ist solide aufgebaut und macht optisch einiges her. Die Seitenteile bestehen aus Aluminium und die Vorderfront hat einen Doppelgrill. Sie ist rund 120cm lang und ca 8cm hoch. Die Rears erscheinen nicht ganz so massiv sind aber immer noch sehr solide, ähnliches gilt für den 8 Zoll Subwoofer.

Anschluss:
Entgegen der Bedienungsanleitung fand sich das kabellose System nicht gleich nach dem einschalten. Beim zweiten Versuch hingegen funktionierte es einwandfrei. Die Surroundlautsprecher dürfen nicht vertauscht werden(sie sind mit links und rechts markiert). Ansonsten gibt es nichts zu beachten. Der Anschluss ist also denkbar einfach und auch für den Laien problemlos möglich.Zur Not hilft die klare Bedienungsanleitung weiter. Bei mir wurden die Surroundlautsprecher in Kopfhöhe auf Möbeln platziert, der Subwoofer vorne rechts. Wegen der Erfahrung in Köln habe ich die LS-Öffnung des Subs nach vorne gerichtet und nicht zur Wand zu. Das Anschlussfeld bietet 2 HDMI-Eingänge für einen Blu-Ray Spieler und evtl. Eine Playstation sowie einen ARC HDMI-Ausgang. Die Soundbar kommuniziert ebenfalls problemlos mit meinem Phillips Fernseher, d.h. beim einschalten, schaltet sich die Soundbar ebenfalls zu. Gleiches gilt für den von mir ebenfalls eingesetzten Blu-Ray Spieler Samsung UBD-K8500.
Es ist keine aufwendige Konfiguration nötig, ein großer Vorteil des Systems. Weiterhin befinden sich an der Soundbar, schön versteckt, noch einen optischen digitalen Eingang und eine 3,5mm Klinkenbuchse.

Technik:
Soundbar und Rears verfügen über die sogenannten „Dolby Atmos enabled“ Lautsprecher. Deren Chassis sind nicht nur nach vorne, sondern auch Richtung Decke angewinkelt. Dort wird der Schall zurückgeworfen und gelangt über diesen Umweg zum Ohr, was einen Höreindruck von oben erreicht. Insgesamt hat die Soundbar 11 Lautsprecher, 3vorne rechts, 3vorne links und den Centerkanal. Hinzu kommen die beiden Atmos Breitbänder. Angesteuert wird das ganze vollaktiv. Die Surrounds verfügen ebenfalls über 2 Breitbänder. Somit erhält man ein Dolby Atmos 5.1.4 System, ohne die Zimmerdecke mit Lautsprechern zupflastern zu müssen.Erstaunlicherweise funktioniert diese indirekte Schallübertragung ziemlich gut. Trotzdem darf man diesen Eindruck nicht mit viel teueren Systemen mit Atmos Receiver und entsprechender Lautsprecherkonfiguration vergleichen. Das wäre nicht fair. Gewisse Einstellungsmöglichkeiten sind allerdings vorhanden. Man kann die Pegel der einzelnen Kanäle über die Fernbedienung anpassen. Angezeigt wird dies auf einem blauen Display der Soundbar. Leider ist eine Onscreen Menüführung nicht möglich, die Ablesbarkeit des Displays auf der Soundbar lässt zu Wünschen übrig.

Tonsignale können übrigens auch kabellos vom Handy oder Tablet per Bluetooth empfangen werden. Dies habe ich allerdings nicht ausprobiert. Auch eine Einbindung ins heimische Netzwerk ist so möglich , um auch evtl. Musik zu streamen. Wenn nun alles korrekt miteinander kommuniziert leuchten dezent blaue LED Dioden an jedem Lautsprecher und es kann losgehen.

Als erstes zum warmlaufen habe ich „Gods of Egypt“ eingelegt. Das Fantasyspektakel brilliert zwar nicht mit wahrer Handlung oder Inhalt, dafür aber mit einer Reihe Spezialeffekten und dem damit verbundenen Soundgewitter. Diese Blue-ray ist nicht über Atmos abgemischt, sodaß die Soundbar zeigen muss was mit einer 5.1 DTS Abmischung mit möglich ist. Ich muss sagen, sie schlägt sich wacker. Ich habe die Einstellung der Satelitten nach oben genommen und den center auf der Einstellung „0“ gelassen. Ebenfalls den Rest der Anlage. Stimmen sind klar und gut verständlich, das Raumgefühl ist vorhanden. Optimalen Klang und Performance erhalte ich aber erst bei höheren Lautstärken. Für mich überraschend machte der Sub überhaupt keine Probleme und fügte sich einwandfrei ins Geschehen ein. Hier dröhnte nichts und im Gegensatz zur Kölner Vorführung konnte ich die Nachbarn mit lauten Pegeln nerven, ohne das der Subwoofer die Kontrolle verlor. Kein Wummern und die Mitten waren ebenso nicht überbetont wie es teilweise meinem ersten Eindruck in Köln entsprochen hatte.

Als nächstes kam der unvermeidliche Mad Max in den Samsung Blue Ray Spieler, der übrigens für sein geld einen prima Job macht. Der Spieler ist zwar etwas wackelig(Lade) und auch der Lüfter ist leise hörbar, aber ansonsten ist er solide. Nun geht auch klanglich die Sonne auf, vorausgesetzt man stellt den Blue-ray Spieler richtig ein. Sofort kann ich die Anhebung der Rears wieder rausnehmen, der Klang ist für so ein System einfach klasse und atemberaubend. Die Verfolgungsjagd wird klanglich und optisch in allen Details brilliant wiedergegeben und wiederum fügt sich der Subwoofer problemlos ein. Ich konnte ihn sogar in der Lautstärke anheben. Erstaunlicherweise, im Vergleich zu Köln, war dies in Einer Schritten möglich und nicht in der groben Regulierung der Dreier schritte. Warum auch immer, ich weiß es nicht. Im Vergleich zu meiner konventionellen Anlage zeigt die Abmischung und die Soundbar einem „veralteten Recken“ was so möglich ist. Es hat richtig Laune gemacht hier Kino zu geniessen. Ein Stück weit kann und muss man das auch allerdings für einen preis von rund 1200 Euro auch erwarten.

Als nächstes kamen dann die „Phantastischen Tierwelten“ in den Player. Dieser Film ist nicht ganz so aufwendig und brachial abgemischt, aber dennoch hat mich die Soundbar auch hier überzeugt. B und zu hätte ich mir allerdings eine stärkere Präsenz der Rear LS gewünscht, es kann aber auch an der Software liegen. Der Flug der Fantasiewesen kam wirklich von der Decke und der Flügelschlag der Rieseninsekten war fast zum greifen nah und in der Tonlage absolut richtig mit feinem Ausschwingen der Flügel. Es ist schon erstaunlich was relativ kleine Lautsprecher hier leisten können. Aber Leistung satt hat die Soundbar ohnehin.

Zwischendurch legte ich dann noch eine konventionelle, aber genial aufgenommene CD ein, um den Stereoklang noch ein wenig zu testen. Johnny Cash und sein American IV begeistert kich auf meinen Stereoanlagen immer wieder. Hier zeigt sich, dass die Soundbar durchaus mit den meisten Kompaktlautsprechern mithalten kann. Die Stimme wird klar verständlich wiedergegeben und Cash sitzt praktisch im Raum. Die schlichte Instrumentierung (Gitarre) kommt richtig und genau rüber. Im Ganzen fällt allerdings auf dass die Wiedergabe etwas flach wirkt und der Raum fehlt, das ist allerdings kritteln auf hohem Niveau. Ich behaupte mal eine Kompaktanlage hat kaum eine Chance.

In den nächsten Tagen in denen ich die Soundbar noch habe, will ich noch die ein oder andere Musik DVD testen und evtl. noch einen Film. Mir ist die Zeit wegen einer Woche Krankheit etwas weggelaufen.

Im Fazit für mich gibt es folgende Pro Argumente für die Soundbar:

Leichter Aufbau möglich, auch für den Laien.
Relativ platzsparend
Gute Kommunikation der Geräte, auch Fremdhersteller, untereinander
Verarbeitung dem preis angemessen
Realistische Dolby Atmos Wiedergabe mit guter Ortbarkeit der Schallquellen
Gute Stimmwiedergabe
4k Videoverarbeitung, drahtloses Sstem
Musikwiedergabe via Blue Tooth und WLAN, inklusive Spotify Connect und Multi Room Audio
Bassmanagement ausreichend gut, erstaunlich tiefe Frequenzen möglich.
Maximale Lautstärke auch für große Räume mehr als ausreichend

negativ :

kein DTS:X , nur DTS 2.0 Dekoder integriert
Undeutliches Anzeigefeld mit mäßigem Informationsgehalt
keine Online Anzeige der Klangeinstellungen am TV möglich
Etwas mehr Anschlüsse wären wünschenswert
keine „echte“ Soundbar wegen zusätzlicher Rear LS, welche zusätzliche Steckdosen benötigen
(es gibt auch die Möglichkeit Akkus einzusetzen)
Zimmerdecken dürfen nicht zu hoch sein, in einem Altbau funktioniert die Über Kopf Wiedergabe nicht optimal, bei klassischen Zimmerdeckenhöhen bis 2.40m kein Problem
Die Fernbedienung ist mir zu klein und die Tasten werden nicht lange leben.
Die meines Testsystems hat beim Subwoofer schon nicht mehr optimal reagiert.
Leider ein Problem auch anderer Hersteller.
Toneinstellungen begrenzt, in schwierigen Räumlichkeiten evtl. nicht ausreichend

Mein persönliches Fazit:

Wenn Kinderkrankheiten ausgemerzt sind, dann hat man eines der besten Surroundsysteme am Markt. Für den Nichtfreak ist diese Anlage mehr als ausreichend und bietet genügend Spaß und Kinofeeling zu hause, ohne dass man dicke, unverständliche Handbücher wälzen muss. Ich bin durchaus am überlegen mir ein solches System als Zweitanlage zuzulegen, die Einfachheit der bedienung und der gute Sound haben mich überzeugt. Im Musik und SACD bereich bleibe ich bei großen Standlautsprechern, deren Performance ist nicht zu erreichen, allerdings der Preis auch nicht... 😉