Erfahrungsbericht zur HW-K950 von MLSensai

Samsung HW-K950 – Kompaktes und leistungsfähiges Atmos Soundsystem

Closeup

Vorwort

Ich werde zu der Samsung Atmos Soundbar HW-K950 die technischen Details nicht auflisten, denn diese halte ich angesichts des Erlebten für untergeordnet. Wichtig ist, ob die Soundbar zu gefallen weiß und ob sie Atmos umsetzen kann oder nicht. Kurz vorab gesagt, bietet die Soundbar alle notwendigen Anschlussmöglichkeiten von HDMI inkl. ARC-Funktion, einem optischen sowie AUX-IN-Klinke Eingang über WLAN bis hin zu Bluetooth. Bezüglich der maximalen Lautstärke bestehen für eine Mietwohnung mit einem 25qm Wohnzimmer mehr als ausreichend Leistungsreserven und der Klang ist auch mehr als ordentlich.

Was leistet die 5.1.4 Atmos Soundbar im Detail?

Ende 2016 startete Samsung für ausgewähltes Publikum mit Vorführungen zur neuen Atmos-Soundbar HW-K950. Darunter waren auch einige Teilnehmer des Hifi-Forums. Unter den Glücklichen bin auch ich gewesen. Neben dem damaligen Experten-Abend und der anschließenden Präsentation als "Hotelzimmer-Kino" eines Berliner Hotels, durften wir Teilnehmer nun seit Ende Februar die Soundbar in den eigenen vier Wänden ausgiebig testen.

Das Atmos-Prinzip

Mit Dolby Atmos wird der Klang nicht nur von vorne und hinten, sondern auch von oben in den Raum zugespielt. Das ermöglicht „Klangobjekte“ beliebig im Raum zu platzieren. Ganz simpel bedeutet das, dass nicht nur ein Hubschrauber um den Hörer herum kreisen kann, sondern er fliegt auch gern von vorne links direkt durch die Sitzreihen und gar knapp über den eigenen Kopf hinweg, um hinter einem schräg rechts zu landen. Im Film Expendables 3 sind viele Atmos-Effekte versteckt, wenn es um die Action-Szenen geht. So kommt es vor, dass ein Projektile in Mitten des Publikums hindurch zischen und man sich dabei ertappt, den Kopf nach links oder rechts zu drehen, je nachdem, wo man sitzt. Interessant ist es dann, wenn man dem Nachbarn oder der Nachbarin dabei plötzlich ins Gesicht schaut. Kein Scherz.

Einrichtung der Lautsprecher

Damit das aber klappt, muss auch die Samsung HW-K950 Atmos-Soundbar mit dem Subwoofer und den zwei rückwärtigen Lautsprechern korrekt im Raum platziert werden. Die Idee, einfach die Lautsprecher hinzustellen und alles funktioniert wie von selbst, ist zwar toll, jedoch nicht realistisch. Damals im Hotel waren die hinteren Lautsprecher im Winkel zueinander statt parallel aufgestellt, was zur Folge hatte, dass Atmos nicht so recht funktionieren wollte. Durch Ausprobieren habe ich dann zu Hause die hier günstigste Aufstellung herausgefunden. Der Trick besteht bei der Soundbar und den hinteren Lautsprechern nämlich darin, dass sowohl Treiber horizontal für links und rechts und als Center zum Publikum ausgerichtet sind und zusätzlich vier Treiber jeweils paarweise parallel vorne und hinten in einem Winkel gegen die Decke in Richtung Raummitte gerichtet sind. Das beste Ergebnis habe ich mit den hinteren Lautsprecher erzielt, indem ich diese mit etwa 0,5m Abstand mit der Seite zu einer Wand platziert habe. Hinten kann der Lautsprecher direkt an der Wand stehen. Optimaler Weise sitzen die Betrachter zwischen den beiden hinteren Lautsprechern. Platziere ich einen Lautsprecher in der Raumecke auf der Sofaecke, um Platz zu sparen, klappt das zwar auch und es können mehr Menschen zusehen bzw. zuhören, doch die Effekte „fallen“ etwas in sich zusammen bzw. wirken nicht mehr so präzise, sind aber durchaus sehr gut wahrnehmbar. Die Effekte gehen auch so deutlich über das „normale“ 5.1 Erlebnis hinaus.

\SofaeckeSubwoofer

Die Soundbar selbst macht mir in meinem Wohnzimmer etwas größere Schwierigkeiten und hinsichtlich der Positionierung musste ich schon einen erheblichen Kompromiss eingehen. Wer seinen Fernseher-Bereich wie ich gestaltet hat, der wird die Soundbar nicht ganz an der Wand platzieren können, denn die Möbel reflektieren den Klang suboptimal. In meinem Fall darf sich die Front der Soundbar etwa 15cm hinter den seitlichen Begrenzungsflächen befinden, damit der akustisch aufgespannte Raum nicht in sich zusammenfällt. Dieser Effekt tritt bei ungünstiger Platzierung deutlich stärker zu Tage, als es bei den hinteren Lautsprechern der Fall ist.

Soundbar Stadort

Ein ganz großes Plus ist, dass die Lautsprecher, sowohl Subwoofer als auch rückwärtige Lautsprecher, jeweils nur ein Stromkabel benötigen. Die Zuspielung des Nutzsignals erfolgt kabellos ohne Verzögerung und ohne Störungen. Fast perfekt, denn die rückwärtigen Lautsprecher schreien geradezu danach, einen Akku spendiert zu bekommen. Wenn diese komplett kabellos wären, dann würde ich das System anschlußtechnisch als „perfekt“ benennen.

Effekte in Filmen

Der Film „Attention – A Life In Extremes“ wird zum wahren Ohrenschmaus. Während der Darsteller die Natur durchwandert, fliegt ein Vogel zwitschernd irgendwo durch die Luft, so als wenn er sich im eigenen Wohnzimmer befindet. Der Verstand sagt zwar, das ist natürlich quatsch, doch kurz umgesehen habe ich mich trotzdem. Beim Basejump mit dem Flightsuite sieht der Flug aus der Ich-Perspektive nicht nur phänomenal aus, sondern die Mischung aus energiegeladener Musik und den Windgeräuschen und Soundeffekten aus allen Richtungen sorgen für ein „echtes“ Erlebnis. Ich mit meiner Höhenangst bekomme dabei ein Kribbeln in den Füßen und meine Hände spannen sich an. Das kenne ich sonst nur von VR-Brillen mit entsprechenden Szenen. Von mir gibt es einen dicken Daumen nach oben für das, was die Samsung Atmos Soundbar in meinem Wohnzimmer zu leisten vermag.

Anbie ein kurzer Zusammenschnitt aus dem Film "Attention - A Life In Extremes", der die Klangdynamik in meinem Wohnzimmer demonstriert.

Natürlich ist hier der Atmos-Effekt nicht mehr gegenwärtig. 

Lautstärke

Unabhängig von Leistungsangaben, ist die Maximallautstärke sehr hoch. Die habe ich kaum getestet, denn schon bei Lautstärke 20 bis 25 habe ich als Mieter in einer Mietwohnung Bedenken, dass meine Nachbarn meinen Film ordentlich mithören können, zumindest die dann sehr lauten Passagen bei orchestraler Musik oder Soundeffekten in Actionszenen.

Lautstärkeeinstellung

Im Atmos-Modus, der auch durch eine blaue LED am rechten Rand der Soundbar angezeigt wird, bestehen keine weiteren Möglichkeiten für Klangeinstellungen, zumindest funktioniert der Sound-Modus bei Atmos bei mir nicht.

ATMOS LED

Atmos ist bei der HW-K950 so wie es ist, komplettes Kino-Feeling ohne Einschränkungen mit maximaler Dynamik. Lediglich die Lautstärke Grundeinstellungen der Lautsprecher zueinander ist einstellbar, was natürlich obligatorisch ist, um den Hörraum optimal einzurichten. Wer also auf Kinder oder Nachbarn am Abend Rücksicht nehmen muss, der sollte sich nicht die Atmos Ton-Spur zur Wiedergabe aussuchen, sondern im „normalen Dolby-Modus“ bleiben. Bei dem gibt es dann noch Möglichkeiten, die Dynamik einzuschränken.

Musikwiedergabe

Die Samsung HW-K950 Atmos-Soundbar verfügt auch Wlan und Bluetooth. Somit eignet sich die Soundbar für eine unkomplizierte Musikwiedergabe. Beispielsweise kann das mit der Android App „Samsung Wireless Audio-Multiroom“ sogar verlustfrei geschehen. Die App führt den Anwender mit einfachen Handgriffen bzw. Daumenbewegungen durch die Integration in das heimische Netzwerk. Besser und einfacher geht das nicht. Den Klang im Surround-Modus bezeichne ich für mich als „interessant“, da ich eher an echtes Stereo gewöhnt bin. Für eine leise Rundum-Beschallung ist das toll, für das ordentliche Musikhören fehlt mir jedoch die breite Stereoabbildung. Hier liegen dann auch die Grenzen bei der knapp 1,18m breiten Soundbar. DIe HW-K950 kann sich hören lassen, ersetzt aber in keinem Fall eine ausgewachsene HiFi-Anlage. Durch die einfache Anpassung von Bass und Höhen werden begrenzte Individualisierungsmöglichkeiten geboten, die aber für Gelegenheitshörer mehr als ausreichend sein dürften.
Mir fehlen in vielen Stücken unterschiedlicher Genres jedoch immer mal wieder die Präzision und auch Details im Bereich der der Mitten. Insbesondere klingt der Bass bei Musik immer noch ein gutes Stück nach Kino, ihm fehlt insbesondere im Jazz etwas die Kontur,er ist einfach manchmal zu weich, nicht straff genug. Dabei behalte ich aber im Auge, dass die Atmos-Soundbar in erster Linie gedacht ist, für zu Hause eine sehr gute und erschwingliche Lösung anzubieten, wenn es darum geht, sich Filme wie im Kino ansehen zu können. So gesehen macht sie ihre Sache im Bereich der Musikwiedergabe sehr gut.

Einrichtung, Bedienung & Design

Die Bedienung ist eingängig und schnell erlernbar. Die mitgelieferte Fernbedienung ist ein Handschmeichler. Wie die Soundbar zu installieren und anzuschließen ist, ist mit dem Handbuch sehr gut erklärt und so sollten auch Laien es schaffen, die Soundbar innerhalb etwa einer halben Stunden zum Laufen zu bekommen. Für die Wandmontage liegen der Soundbar sogar noch passende Metallwinkel bei. Hinsichtlich des Design setzt Samsung auf klare Linien. Alle Gehäuse sind quaderförmig ausgelegt mit leicht angeschrägten Kanten und „abgerundeten“ Ecken. Die Gehäuse sind allesamt stabil und die Gitter der Lautsprecher bestehen aus robusten Metall. Die Soundbar integriert sich in meinem Wohnzimmer mit vorrangig Naturholzoptik recht harmonisch.

Licht & Schatten

Neben den bereits beschriebenen sehr guten Merkmalen der Soundbar, gibt es jedoch auch Punkte, bei denen ich Kompromisse eingehen muss bzw. bei welchen ein Firmwareupdate sicherlich helfen wird.
So ist die Soundbar noch sehr neu und manchmal habe ich das Gefühl, dass ich etwas falsch gemacht habe. Es kommt vor, dass die Soundbar sich einfach ausschaltet. Oft hatte ich in einem solchen Moment noch einiges ausprobiert am Fernseher oder der Soundbar selbst und dachte, ich sei die Ursache dafür gewesen. Doch beim Schreiben dieser Rezension und beim Musikhören im Hintergrund, passierte mir das ebenfalls. Die Fernbedienungen lagen alle schön brav vor der Soundbar. Es ist möglich, dass ich noch irgendwelche Grundeinstellungen übersehen habe, dennoch sollte es nicht passieren, dass während der Musikwiedergabe die Soundbar sich plötzlich abschaltet. Ein Sleep-Timer hatte ich definitiv nicht eingestellt. Ein weiterer Punkt, der mich etwas stört, ist das Kabelmanagement. Hier gibt es nur die Möglichkeit, die Kabel in der Mitte nach hinten laufen zu lassen. Ich hätte mir gewünscht, dass noch eine Art Kanal im Gehäuse integriert worden wäre, so dass die Kabel auch an den Seiten hätten herausgeführt werden können. Vielleicht kommt das ja mit dem Folgeprodukt.

Fazit

Wer nicht gerade mehrere zig-tausend Euro investieren möchte, bekommt mit der Samsung HW-K950 Atmos-Soundbar einen regelrechten Preis-Leistungs-Knüller an die Hand. Für einen Großteil der Anwender dürfte auch die Musikwiedergabe ebenfalls sehr gut sein. Doch die absolute Stärke liegt in der Heimkinofähigkeit und dem gebotenen Klangspektakel auf hohem Niveau. Also, Heimkino-Fans aufgepasst! Aus meiner Sicht ist die Samsung HW-K950 Atmos-Soundbar im 5.1.4 System DER kompakte Atmos Tipp für zu Hause, nicht mehr und nicht weniger.