Erfahrungsbericht zur HW-K950 von LJSilver

Einleitung:

Zuerst einmal möchte ich mich beim Team vom Hifi-Forum, Faktor 3 und Samsung für das tolle Event kurz vor Weihnachten bedanken. Es war super organisiert mit interessanten Gästen sowie wunderbaren Mittestern, mit denen ich einen tollen Abend in Berlin verbachte, auch wenn ich das abschließende Abendessen nicht mitmachen konnte!

Die Samsung-Soundbar HW-K950 kam dann knapp 2 Monate später als versprochen, aber sie kam! Den Test hatte ich von Anfang an auf drei Nutzungsszenarien ausgelegt:

1.Nutzung als vollwertige Surroundanlage
2.Nutzung als Ersatz für die eingebauten TV-Lautsprecher
3.Musikalische Leistung

Alle meine Erfahrungen mit der Soundbar werde ich im weiteren Verlauf dieses Texts auf diese drei Aspekte aufteilen und unterschiedlich bewerten.

HINWEIS: Der ebenfalls mitgelieferte UHD Blu-ray Player Samsung K8500 kam bei mir nicht zum Einsatz, da ich bereits über einen Panasonic DMP-UB900 sowie Oppo UDP-203 verfüge.

Soundbar
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Surround-Lautsprecher
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Subwoofer
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Fernbedienung
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Technische Beschreibung und Aufbau der Samsung HW-K950:

Bei der HW-K950 handelt es sich um ein vollwertiges 5.1.4 Dolby Atmos enabled-Lautsprechersystem inklusive Soundbar, Surround-Lautsprechern sowie aktivem 8-Zoll Subwoofer mit einer RMS-Leistung von 500 Watt. Die Atmos-Kanäle strahlen von den Lautsprechern nach oben ab entsprechend dem Prinzip von "Dolby enabled"-Aufsatzlautsprechern. Insgesamt sind in der Soundbar 11 Membranen, in den beiden Surround-Lautsprechern je zwei verbaut. Hinzu kommt der aktive Subwoofer. Die Soundbar verfügt übrigens über keinen Decoder für DTS-HD, es wird lediglich der DTS-Core unterstützt, der als 2.0 ausgegeben wird. Sowohl die beiden Surroundlautsprecher als auch der Subwoofer kommunizieren kabellos per Bluetooth mit der Soundbar, es wird jeweils nur ein Stromanschluss benötigt. Auf das Ziehen von Strippen wird verzichtet! Die Soundbar selbst kann unter dem TV platziert oder an die Wand gehängt werden. Eine Halterung wird mitgeliefert.

Die Verarbeitung kann als tadellos bezeichnet werden. Der Materialmix aus Kunststoff und gebürstetem Aluminium wirkt hochwertig und ist entsprechend schwer. Beim aufgerufenen Preis darf man aber auch ruhig eine etwas gehobene Optik wie Haptik erwarten.

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Kinderleicht gestaltet sich der Aufbau des Systems. Die Soundbar wird einfach an einem der beiden HDMI-Eingänge an eine Quelle (z.B. UHD Blu-ray-Player K8500 von Samsung) und am HDMI-Ausgang an ein Wiedergabegerät (in meinem Fall ein Sony 55X8505C 4K-Fernseher) angeschlossen. Audio Return Channel per HDMI wird selbstverständlich ebenfalls unterstützt. Der Subwoofer sowie die Surroundlautsprecher benötigen lediglich einen Stromanschluss, die Verbindung erfolgt drahtlos. Die Erkennung der Drahtlos-Komponenten war in allen Tests problemlos.

Die Soundbar kann jedoch nicht nur per HDMI-Eingang mit Inhalten versorgt werden. Es ist ebenfalls möglich per Bluetooth oder WLAN Audio-Inhalte zuzuspielen. In meinem Fall Spotify; dazu später mehr. Auf der Einstellungsseite verfügt die Samsung HW-K950 über verschiedene DSP-Modi, mit der sich der Klang der Anlage an verschiedene Gegebenheiten und Quellen anpassen lässt. Die meisten Tests liefen im Modus „Standard“, der meiner Meinung nach am ausgewogensten wirkte. Es gibt noch zwei Einstellungen für Höhen und Bass. Dem Übersprechen des Subwoofers in den Mittenton (siehe Praxistests) kann hier durch das Abmildern des Basses rudimentär entgegengewirkt werden.

An dieser Stelle anstatt einer ausufernden Beschreibung nun eine Skizze wie ich die Samsung HW-K950 parallel zu meinem existierenden 5.1.4-System integriert habe:

Heimkino_SAMSUNG

Hierbei ist positiv hervorzuheben, dass die Integration in diese doch relativ komplexe Kette erstaunlich problemlos funktionierte. Solange der Pioneer SC-LX59 ausgeschaltet blieb, war es problemlos möglich sämtlichen Sound über die Samsung HW-K950 laufen zu lassen. Das System hatte keinerlei Probleme mit dem HDMI-Handshake der UHD Blu-ray Player und auch das Zuspielen von Netflix und Amazon Video über HDMI-Audio Return Channel vom Sony 55X8505C funktionierte hervorragend! Im Gegenzug muss die Samsung HW-K950 eingeschaltet bleiben, wenn man den Sound über den Pioneer SC-LX59 nutzen möchte, denn nur dann schleifte die Samsung HW-K950 das Bild zum Fernseher, der Ton kam allerdings korrekt über den Pioneer AVR.

Praxistests:

1.Satelliten-TV (u.a. Sport, Nachrichten) im Vergleich zu den TV-Lautsprechern

Wie nicht anders zu erwarten macht die Samsung HW-K950 bei „herkömmlichen“ Fernsehquellen eine ausgezeichnete Figur im Vergleich zu den eingebauten Lautsprechern des Sony 55X8505C. Der Sound ist voller, die Stimmen natürlicher, nicht so dünn und daher wesentlich besser zu verstehen. Was jedoch auffällt, ist das gelegentliche Übersprechen von sonoren Männerstimmen auf den Subwoofer.

2.Amazon Prime Video: „Star Trek: Voyager“ und „2 Broke Girls“ (Stereo-Quellen)

Weil ich bei alten TV-Serien und Sitcoms nicht immer die große Anlage einschalten möchte, hatte ich die Idee die HW-K950 dafür herzunehmen. Dafür ist die Soundbar wirklich prädestiniert. Klasse Stimmenwiedergabe (bis auf das gelegentlicher Übersprechen des Subwoofers bei Männerstimmen) und Klarheit im Vergleich zu den schrammeligen, dumpfen Lautsprechern des Fernsehers. Allerdings ist die Separation der Stereokanäle bei der großen Anlage immer noch besser. Wenn die Voyager von links nach rechts fliegt, kommt der Effekt mit den großen Lautsprechern besser rüber.

3.UltraHD Blu-ray „Mad Max: Fury Road“ und „Pan“ mit Dolby Atmos

Auch hier musste sich die Samsung HW-K950 dem Vergleich mit der großen Anlage stellen. In Anbetracht dessen, dass es sich nunmal im Wesentlichen um eine Soundbar (zudem zu nur einem Bruchteil des Preises des großen Systems) handelt, schlägt diese sich allerdings recht wacker. Vor allem im Höhenbereich überzeugt das System. Die Kanaltrennung sowie Räumlichkeit bei den Surround- sowie Atmos-Effekten kann nur als grandios beschrieben werden. Vor allem die Surroundlautsprecher empfand ich hier als sehr potent, die „von oben“-Effekte waren sehr gut ortbar. Wenn in „Mad Max: Fury Road“ die Fahrzeuge um den Hörplatz flitzen, springt das Herz des Filmfans im Dreieck! Um so eine Atmos-Qualität hinzubekommen, musste ich mein großes System mehrmals einmessen und händisch korrigieren, während die Samsung HW-K950 das problemlos aus dem Stand beherrscht.

Allerdings verringert sich die Begeisterung je tiefer die Frequenzen gehen. Es handelt sich nunmal „nur“ um eine Soundbar und auch die Samsung HW-K950 kann im Mitten- und Bassbereich keine Wunder vollbringen. Auch bei den beiden Tests mit den UltraHD Blu-rays übersprach der Subwoofer deutlich in den Mittenbereich, staubtrockene Tiefbässe wie es der Heco Celan Sub locker hinbekommt, gibt es einfach nicht mit diesem System. Dass der Subwoofer des HW-K950 jedoch höher spielen muss, merkt man, wenn man den Subwoofer deaktiviert. Denn dann wirken die Mitten doch recht kraftlos.

4.Musikwiedergabe über Spotify

Über die Smartphone-App von Samsung kann man Spotify zuspielen, wobei ich nicht genau weiß ob dafür jetzt Bluetooth oder WLAN benutzt wurde. Als relativ audiophiler Mensch mit mehreren Plattenspielern, SACD und DVD-Audio war ich skeptisch, was so aus einer Soundbar an Musik rauskommt. Erwartungsgemäß ist die Samsung HW-K950 keine Alternative zur einer vernünftigen Musikanlage. Mitten und Bässe wirken verfärbt, die Stereo-Separation und Bühne eher mäßig und breiig. Die Höhen werden allerdings klar sowie unverzerrt wiedergegeben und der hoch spielende Subwoofer macht bei Euro-Dance-Stücken aus den 90ern sogar eine recht gute Figur. Aber nach Hifi klingt das leider nicht im Ansatz. Für die Hintergrundbeschallung ist das sicherlich eine stromsparende Option gegenüber der großen Anlage, für konzentriertes Musikhören aber auf keinen Fall!

Fazit:

Die Samsung HW-K950 Soundbar möchte beides sein: Eine Soundbar zum Aufpolieren der klassischen und heutzutage leider unterdimensionierten TV-Lautsprecher als auch ein vollwertiges 5.1.4-Soundsystem mit Dolby Atmos. Während der Anspruch zu Punkt 1 voll erfüllt wird, kann man bei Punkt 2 nur begrenzt eine Empfehlung aussprechen. Eine vollwertige Surround-Anlage ersetzt die Samsung HW-K950 keinesfalls, allerdings bietet die Anlage einen guten Kompromiss aus Soundqualität und kompakten Abmessungen (Stichwort WAF: Wife Acceptance Factor). Wer sich sein Wohnzimmer also nicht mit Lautsprechern zukleistern möchte und keinen großen Wert auf HiFi-Musikwiedergabe legt, hat mit der Samsung HW-K950 eine preiswerte und visuell relativ unauffällige Alternative, um echten Dolby Atmos-Sound bei (UHD) Blu-rays zu genießen. Mit einem kleinen Sub-Sat-System der gängigen Hersteller kann es diese Soundbar durchaus aufnehmen. Hinzu kommen die einfache Bedienung sowie die unkomplizierte Installation für technisch nicht so versierte Menschen.