Erfahrungsbericht zur HW-K950 von bokeron96

1.) Einleitung

Seit einigen Jahren hatte ich schon verschiedene Soundkomponenten und -systeme unterschiedlicher Hersteller mit zunächst variierender Zielsetzung probiert. Ursprünglich wollte ich nur satten Heimkino-Sound, inzwischen hat sich mein Fokus mehr auf das Musikhören verschoben. Mit den wachsenden Anforderungen wechselten auch die Komponenten. Mit meinem jetzigen Set-Up kann ich mir meine Wünsche inzwischen weitestgehend erfüllen. Sehr gespannt war ich auf die Möglichkeit die neue Dolby-Atmos-Technologie auf dem Ende Januar 2017 anstehenden Samsung-Event in Köln auszuprobieren. Der Hinweis hier im Forum darauf kam gerade recht und meine Bewerbung hatte Erfolg. Das Event selber empfand ich als perfekt organisiert. Mit einer Film-Vorführung in einer Hotel-Suite konnten wir die ersten Eindrücke der neuen Technik genießen. Bei einem anschließenden Abendessen mit sämtlichen Teilnehmern wurde gefachsimpelt, interessant auch die Teilnahme der zum Auftakt stattfindenden Expertenrunde mit einem Regisseur, einem Ton-Ingenieur und einem Vertreter der Firma Dolby mit vielen interessanten Einblicken. Dafür auch noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten!

2.) Aufbau der Anlage

Nach einer Wartezeit von ca. 3 Monaten traf dann endlich das ersehnte Paket ein, d.h. eigentlich waren es zwei, ein Ultra-HD BluRay-Player wurde kurzerhand auch mitgeliefert. Die Soundbar-Komponenten waren schnell ausgepackt und ebenso rasch angeschlossen. Diese waren auch sofort miteinander per Bluetooth verbunden: die Soundbar selber, die Satelliten und der Subwoofer. Die Möglichkeit der Einrichtung einer WiFi Connection ist auch möglich, hier empfiehlt sich die App „Samsung Wireless Audio Multiroom“ aus dem Play Store für Android. Man sollte an den Stellplätzen der Satelliten und des Subs Steckdosen zur Verfügung haben, denn die einzigen Kabel, die tatsächlich benötigt werden, sind die Stromkabel. Diese können für manchen recht kurz sein. Bei der Soundbar werden, neben dem Stromkabel selber, auch noch die etwas fummelig anzubringenden HDMI-Kabel notwendig, jeweils mit Verbindung zum TV und Zuspieler. Man muss das Kabel der HDMI-STECKER umbiegen, da die Anschlüsse seitlich zum Kabelgang platziert sind. Das kann man besser lösen. Den Aufbau und das Anschließen schafft man locker in wenigen Minuten, vorausgesetzt man hat an alle Eventualitäten gedacht. Es schadet nicht gegebenenfalls noch Verlängerungskabel, Mehrfachstecker und ein HDMI-Kabel in der Rückhand zu haben, je nach Lage der benötigten Steckdosen und der Positionierung der Komponenten. 

3.) Design u. technische Daten

a) Die Soundbar verfügt an der Vorderseite über zwei Stereo-Lautsprecher und ein Center, jeweils mit einem separaten Hoch- und Mitteltöner. Dazu kommen noch zwei koaxiale Mittelhochtöner an der Oberseite, diese bündeln den Schall an die Decke. Mit der entstehenden Reflektion soll der Höheneffekt erzeugt werden (Upfiring). Wertiges Gehäuse, Abdeckungen aus Alugittern.

b) Die Satelliten (Rears) sind klein und kompakt, verfügen über einen kombinierten Mittelhochtöner und das sogenannte Upfiring-Modul für die Höheneffekte an der Oberseite. Die Abdeckung ist aus Alugittern. Die Führung des Stromkabels in einem Kanal auf der Gehäuseunterseite erlaubt eine feste Aufstellung.

c) Der Subwoofer verfügt über ein rechtsseitiges Tieftonchassis und ein rückseitiges Bassreflexrohr. Das MDF-Gehäuse wird vorne durch eine Stoffabdeckung bespannt.

4.) Steuerung der Anlage

Die Steuerung erfolgt über die kleine, aber handliche Fernbedienung - einige Grundfunktionen sind auch direkt an der Gehäuseseite des Sound-Riegels einstellbar. Über ein eigenes Einmess-System verfügt die Soundbar leider nicht. Die einzelnen Lautsprecher müssen über die Fernbedienung und dem Display der Soundbar manuell eingepegelt werden. Der Sub lässt sich mit einer Extrataste durch leichtes Gegendrücken steuern, ebenso wie die Lautstärke. Des Weiteren kann man Surround Sound aktivieren/deaktivieren und verschiedene Klangfilter setzen. Mit der vorgenannten App auf dem Handy oder Tablet lässt sich die Firmware updaten, per Hardware geht es über den USB-Port auf der Rückseite der Soundbar. Die App erlaubt die Ansteuerung externer Dienste wie Spotify, Netflix etc. Zum Pairing und Verbinden mit WLAN gibt es auf der Unterseite der Bar zwei Buttons. Braucht man aber z. Glück nicht oft, wenn die Bar im Router registriert wird.
Das DTS-Ton-Format liegt nicht nativ auf der Soundbar vor, sondern kann nur über den Player transcodiert werden. Dazu ist die entsprechende Einstellung im Player vorzunehmen. Für eine Dolby-Atmos-Wiedergabe ist das Format „Bitstream unkomprimiert“ im Player vorab einzustellen.

5.) Tests

Getestet habe ich die Soundbar mit den Filmen Mad Max 4, The Expandables 3, Attention – A Life In Extremes, Everest, San Andreas (alle mit Atmos), diverse andere Filme (ohne Atmos-Tonspur) und dem Streamingdienst Spotify.

Filme:
Filme mit Dolby Atmos Tonspur klingen fantastisch. Das Kino-Feeling ist da. Räumlichkeit, Druck und Surround-Effekte werden überzeugend wiedergegeben. Ein krachender Bass durch den Subwoofer lässt die Nachbarn aus dem Bett oder vom Sofa fallen. Der Sub neigt zum Dröhnen und ist somit etwas aufstellungskritischer. Also ruhig weiter weg von den Wänden aufstellen, wenn möglich. Den Pegel des Woofers ließ ich letztendlich meistens bei -6 (Mietwohnung! :-)) eingestellt, aber selbst das ist oft noch gewaltig. Die Stimmen kommen präzise und gut verständlich. Der „mittendrin-Effekt“ wird immer erreicht. Die Soundkulisse erscheint immer ausgewogen, vorausgesetzt, dass man sich mal mit der Pegeleinstellung befasst. Wäre schön, wenn man diese über die App verfügbar machen könnte, über die Fernbedienung ist es doch etwas umständlich. Bei Filmen mit DTS Tonspur hört man nur DTS-Core (2.0 Stereo), sollte die Transcodierung nicht im Player aktiviert sein. Nur so wird das DTS-Signal in Dolby Surround ausgegeben und ist dann auch mehrkanalig hörbar. Das ist ein unverständlicher Minuspunkt der HW-K950. Hängt das mit der engen Zusammenarbeit mit der Firma Dolby zusammen? Ich habe jedenfalls bis jetzt noch niemanden kennengelernt, der die Auswahl und das Anschauen eines Films von der vorhandenen Tonspur abhängig macht. Da sollte Samsung sich breiter aufstellen. Bis zu einer Deckenhöhe von 2,5 m sollten die Upfire-Module die Höheneffekte korrekt darstellen. Wie es z.B. in Altbauwohnungen mit höherer Decke aussieht, vermag vielleicht einer der anderen Rezensenten besser zu beurteilen.

Musik:
Ein vorhandenes Spotify Connect wird sofort erkannt und über die Soundbar ausgegeben. Allerdings kommt die HW-K950 bei Weitem nicht an meinen gewohnten Stereo-Sound heran. Klingt etwas dürftig und hohl, wie bei solchen Systemen mit geringem Boxenvolumen üblich. Es ist keine Dynamik gegeben, Stereo-Effekte sind nur gering, die Lautsprecher liegen halt nicht weit auseinander. Eventuell als Hintergrundberieselung zu benutzen. Es gibt einen Mehrband-Equalizer und verschiedene Modi zur Voreinstellung. Es können auch andere Streaming-Dienste wie Qobuz, Napster, Tidal etc. per App verwendet werden.

6.) Fazit

Wer seinen Fernsehton aufwerten möchte und sich überwiegend dem Filmgenuss hingibt, macht mit einer Kaufentscheidung für die Soundbar HW-K950 nichts falsch. Bei Dolby Atmos klingt sie m. M. n. wirklich fantastisch. Optisch lässt sich das Set-Up bestimmt einfach in viele Wohnzimmer integrieren ohne viele Kabel zu verlegen, der finanzielle Aspekt ist überschaubar. Wenn dann noch in absehbarer Zeit ein Firmware-Update mit nativem DTS-ENCODING aufgespielt werden sollte, wäre das Gesamtpaket komplett. In manchen Forenbeiträgen hatte ich etwas von rauschenden Rears und auftretenden Verbindungsabbrüchen gelesen. Bei mir traf das in der vierwöchigen Testphase kein einziges Mal zu. Die Firmware lag in der Version 3111 vor. Es hat wirklich alles reibungslos und fehlerfrei funktioniert.

Pro:
Zur Aufwertung des normalen TV-Tons zum Kino-Surround-Feeling gut geeignet (Dolby Atmos 5.1.4)
Schneller Aufbau (plug and play)
sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis 
Schnelle und zuverlässige Verbindung der Komponenten
Wertiges Design und Material

Kontra:
Keine native DTS-Ton-Ausgabe auf der Soundbar
Keine wirklich gute Musikwiedergabe (aber das ist nun auch nicht die primäre Hauptaufgabe der Soundbar)